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Michael Walzer, Sphären der Gerechtigkeit, 2006

Lehrer dringend gesucht

Für Flüchtlingsintegration rund 40.000 Pädagogen nötig

Rund 40.000 Lehrer sind nötig für die Integration von Flüchtlingskindern. Allein für die nächsten zwölf Monate rechnet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mit rund 300.000 neuen Flüchtlingskindern und fordert Bildungsinvestitionen in Milliardenhöhe.

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Für die Integration von Flüchtlingskindern im deutschen Bildungssystem sind nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rund 40.000 zusätzliche Pädagogen notwendig. „Der Schlüssel zur Integration ist die deutsche Sprache“, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Donnerstag in Berlin. Alle Asylsuchenden müssten von Beginn an Zugang zu Bildung bekommen.

Insgesamt sind der GEW zufolge bundesweit Bildungsinvestitionen von rund drei Milliarden Euro notwendig. Allein an den Schulen werde für die nächsten zwölf Monate mit rund 300.000 neuen Flüchtlingskindern gerechnet. Zur Unterrichtung der Schüler seien 24.000 neue Lehrer nötig. In den Kitas würden bis zu 100.000 geflüchtete Kinder erwartet, wodurch sich ein Bedarf von 14.000 zusätzlichen Erziehern ergäbe, betonte Tepe.

Da in fast allen Bundesländern mittlerweile ein Lehrermangel herrsche, müssten vor allem für Deutschkurse deutlich mehr Quereinsteiger eingestellt werden, empfahlt die GEW. Infrage kämen etwa Ethiklehrkräfte, Lehrer, die in den vergangenen Jahren an deutschen Auslandsschulen unterrichtet haben, und andere Akademiker, die sich im Fach „Deutsch als Zweitsprache“ weiterqualifiziert haben. Entsprechende Fortbildungsangebote müssten unter anderem an den Universitäten deutlich ausgebaut werden.

Tepe kritisierte in dem Zusammenhang die Unterbezahlung von anerkannten Deutschlehrern. Sie würden meist nur befristet als Honorarkräfte etwa an Volkshochschulen eingestellt und einen durchschnittlichen Bruttostundenlohn von unter 20 Euro verdienen. Bislang sind in den offiziellen Integrationskursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ausschließlich zertifizierte Fachkräfte für Deutschkurse tätig.

Kitas, Schulen, Berufsschulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen müssten so ausgestattet werden, dass Flüchtlinge und Asylsuchende eine bedarfsgerechte Sprachbildung erhalten, sagte Tepe. Sie schlug unter anderem eine Ausweitung des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ vor, an dem bundesweit bislang rund 4.000 Kindertagesstätten teilnehmen. In diesen Kitas erlernen Kinder „alltagsintegriert“ Deutsch, dafür werde zusätzliches Personal eingestellt. An Schulen sollten mit einem Sofortprogramm, Lehrkräfte für „Deutsch als Fremd- beziehungsweise Zweitsprache“ (DaZ) qualifiziert werden, forderte die GEW.

Da der Lehrerbedarf aller Voraussicht trotzdem nicht gedeckt werden könne, müsse auch über einen zeitlich begrenzten Einsatz pensionierter Lehrkräfte mit der Qualifikation für Sprachen und über DaZ-Crashkurse für pädagogisch qualifizierte Menschen nachgedacht werden, sagte die GEW-Vorsitzende. Tepe schlug zudem vor, dass Hochschulen „flächendeckend gebührenfreie Deutschkurse“ anbieten sollten. (epd/mig)

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2 Kommentare
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  1. Aglaja Beyes sagt:

    Mindestens 60.000 PädagogInnen gebraucht!
    40.000 Pädagogen notwendig? Da liegt wohl ein Rechenfehler vor!
    Laut der GEW Vorsitzenden Marlies Tepe werden 24.000 Lehrer zusätzlich alleine in öffentlichen Schulen gebraucht, 14.000 zusätzliche ErzieherInnen in Kitas.
    Aber was ist mit den Hunderttausenden Erwachsenen?
    Tepe bedauert die Unterbezahlung der Lehrkräfte in den Integrationskursen, schlägt aber keine Lösung vor.
    Dabei liegt die auf der Hand: Nötig ist die sofortige Festanstellung der Lehrkräfte in Integrationskursen, die sich derzeit von Honorarvertrag zu Honorarvertrag hangeln. Wenn Integrtaionskursleher zu vergleichbaren Bedingungen angestellt werden wie Lehrer an öffentlichen Schulen(schließlich leisten sie vergleichbare Arbeit), dann wird auch der Beruf wieder attraktiv, besonders für die derzeitigen Master-Studenten des Studienganges Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache.
    Fazit: Gebraucht werden mindestens 60.000 PädagogInnen

  2. Roswitha Haala sagt:

    „Tepe kritisierte in dem Zusammenhang die Unterbezahlung von anerkannten Deutschlehrern.“ und spricht von „20 € Bruttostundenlohn“?! Das bedeutet, Frau Tepe gibt eine bewusste (?) Fehlinformation!
    Beim Bruttostundenlohn zahlt der/die Arbeitgeber_in ihren „versteckten“ Anteil (KV, PV, RV, AV, Urlaub, Feiertage, Krankheitsfall bis 6 Wochen im Jahr, dann übernimmt die Krankenkasse).

    Nicht so bei den scheinselbstständigen Integrationskurs-Lehrkräften. Sie finanzieren von diesen 20 € Honorar (!) alles Genannte ohne Arbeitgeber_innenanteil selbst. So bleiben in Vollzeit monatlich maximal 990,85 € netto/Single übrig.
    Vorausgesetzt die Lehrkraft ist nicht länger als bundesdurchschnittliche 13,2 Tage krank und unterrichtet nicht an einer VHS. Da aufgrund der landesüblichen Ferien dort kein Einkommen möglich ist. Maximal 5 Wochen Urlaub sind in der obigen Berechnung enthalten.



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