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08.10.2015 – Südsudan Terror, Khartum, Bremen, Ausländer, Integration

Südsudan: Geburt eines Staates
Nach einem 50 Jahre währenden Bürgerkrieg, der zwei Millionen Menschen das Leben kostete, wurde der Südsudan unabhängig. Seit 2011 ist der neue Staat Mitglied der UNO. Doch das Land hatte zunächst keine funktionierende Struktur, verfügte weder über eine Armee noch über ein Justizsystem. Wie also sollte dieses Land seinen Bewohnern Sicherheit bieten? Die Dokumentation hat sogenannte State-Building-Experten begleitet und ihre Bemühungen beobachtet, ein funktionierendes politisches System zu errichten.

Im Jahr 2011 wurde die frisch gegründete Republik Südsudan als 193. Mitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen. 50 Jahre währte der Krieg zwischen dem muslimischen Norden mit der Hauptstadt Khartum und dem abtrünnigen Süden, in dem die christliche Religion und der Glaube an Geister vorherrschen. Über zwei Millionen Menschen fielen den Kämpfen zum Opfer, rund vier Millionen wurden aus ihren Heimatdörfern vertrieben. Die Erwartungen an den Frieden waren hoch. Zunächst besaß der neue, unabhängige Staat zwar eine Flagge und eine Hauptstadt, aber weder endgültige Grenzen noch einen geregelt arbeitenden Staatsapparat. Auch keine Armee und keine funktionierende Justiz, und der Trennungsprozess vom Norden war nicht abgeschlossen.Do, 8. Okt · 08:55-10:10 · arte

Bedingt abwehrbereit
Es ist der 28. Februar 2015. Bremen ist im Ausnahmezustand. An diesem Samstagmorgen ist die Angst in Bremen angekommen. Die Angst ist sichtbar für alle, die zum Sehenswürdigkeiten-Bestaunen oder zum Bummeln und Einkaufen in die Innenstadt kommen. Rund um Roland, Dom und Rathaus patrouillieren schwer bewaffnete Polizisten in Panzerwesten. Die Sicherheitsbehörden fürchteten aufgrund „vertraulicher Hinweise“ aus nicht genannten Quellen Terroranschläge in der Stadt. Bremens Innensenator, der Polizeipräsident und der Chef des Landesamtes für Verfassungsschutz rechtfertigen und loben am nächsten Tag den Polizeieinsatz.

Und die Lage ist auf einmal angeblich viel weniger bedrohlich. Wochen später müssen die Behörden zugeben, dass bei dem Polizeieinsatz schwere Pannen passiert sind. Do, 8. Okt · 21:00-21:45 · PHOENIX