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Wir haben unsere Behörden über Jahrzehnte in eine Abschottungskultur hineinentwickelt. Man hat gesagt: Haltet uns die Leute vom Hals, die wollen alle nur in unsere Sozialsysteme einwandern. Jetzt müssen wir deutlich machen, dass wir Fachkräfte brauchen, dass wir um sie werben müssen.

Peter Clever, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, April 2013

IOM schlägt Alarm

Zahl von Todesopfern im Mittelmeer steigt dramatisch an

Im laufenden Jahr sind bereits 2.812 Flüchtlinge beim Versuch, über das Mittelmeer zu fliehen, gestorben. Die Internationale Organisation für Migration schlägt Alarm. Mit der Verzweiflung der Flüchtlinge wachse auch die Zahl der Schlepper.

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Das Meer © Dom Crossley @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Zahl ertrunkener Flüchtlinge im Mittelmeer steigt nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) dramatisch an. Alleine seit diesem Wochenende seien mindestens 72 Menschen bei dem Versuch gestorben, von der türkischen Küste aus eine griechische Insel zu erreichen, sagte ein Sprecher am Dienstag in Genf.

In der vergangenen Nacht seien mindestens 22 Flüchtlinge in der Ägäis ertrunken, darunter vier Kinder. 211 Insassen des gleichen Bootes wurden gerettet. Es hatte sich auf dem Weg zur Insel Kos befunden und war am frühen Morgen gekentert. Insgesamt sind demnach in diesem Jahr 2.812 Flüchtlinge beim Versuch, über das Mittelmeer zu fliehen, gestorben.

Nach Angaben der IOM ist die Zahl der Flüchtlinge, die von der Türkei nach Griechenland fliehen, so hoch wie nie. Zwischen vergangenem Freitag und Sonntag seien etwa 20.000 Flüchtlinge auf den griechischen Inseln registriert worden. „Die Realität hat alle Vorhersagen überholt“, sagte der IOM-Koordinator in Griechenland, Daniel Esdras. Mit der Verzweiflung der Flüchtlinge wachse auch die Zahl krimineller Schlepper beinahe täglich.

Der IOM-Statistik zufolge sind in diesem Jahr bislang fast 465.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen, mehr als zwei Drittel davon über Griechenland. Syrer stellen mit mehr als 180.000 Flüchtlingen die größte Gruppe, gefolgt von Afghanen (über 50.000) und Eritreern (über 30.000). (epd/mig)

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