MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Erwerbsquoten der inländischen (43 %) und ausländischen (70,8 %) Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1970.

Friedrich Heckmann, Die Bundesrepublik als Einwanderungsland?, 1981

Polizei ermittelt in alle Richtungen

Unbekannter verübt Brandanschlag auf Hagener Moschee

In Hagen hat ein Unbekannter Feuer in einem Gebetsraum einer Moschee gelegt und ist geflüchtet. Die Polizei schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus. Die Moscheegemeinde ist besorgt angesichts steigender Angriffe auf Muslime.

Feuer in der Moschee
Feuer in der Moschee

Im Gebetsraum einer Hagener Moschee wurde von einem Unbekannten ein Brandanschlag verübt. Polizeiangaben zufolge war am Samstagmorgen ein junger Mann den Gebetsraum der Moschee eingedrungen. Dort entnahm er einem Regal fünf oder sechs Schulungshefte, zündete sie auf dem Teppich des Gebetsraumes an und floh.

Glücklicherweise lösten die Flammen und der Rauch den Feueralarm aus, so dass der herbeieilende Jugendwart der Moschee das Feuer löschen konnte, ehe es sich ausbreitete. Auf dem Teppich entstand ein Brandfleck. Bei der verdächtigen Person soll es sich um einem jungen Mann im Alter von ca. 20 Jahren handeln. „Die Polizei ermittelt in alle Richtungen“, teilt die Polizei mit. Da ein fremdenfeindlicher Hintergrund nicht auszuschließen sei, habe der Staatsschutz der Hagener Polizei die Ermittlungen übernommen.

Die Moschee gehört dem Verband der Islamischen Kulturzentren. In einer Erklärung verurteilt der Verband den „feigen Anschlag auf das Schärfste“. In letzter Zeit sei ein starker Anstieg von Angriffen auf Muslime und ihren Einrichtungen zu verzeichnen. Die Moscheegemeinde hofft, dass der Täter möglichst schnell gefasst wird. (eb)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

2 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. karakal sagt:

    Immer wieder heißt es in solchen Pressemitteilungen: „Die Polizei schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus“, obwohl dieser Verdacht eigentlich an erster Stelle stehen müßte. Die Islamfeindlichkeit ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, doch verhalten sich die Sicherheitsbehörden immer noch so, als sei diese eine nur äußerst seltene Erscheinung oder als gebe es sie nicht.
    Das Tatmotiv „Islamfeindlichkeit“ existiert bei ihnen noch gar nicht, obwohl der Anschlag explizit auf die Räumlichkeiten einer islamischen Organisation ausgeübt wurde und nicht etwa auf ein türkisches Lebensmittelgeschäft. Das Adjektiv „fremdenfeindlich“ trägt hier mit dazu bei, den Islam in Deutschland als etwas Fremdes und nicht zu Deutschland gehörig anzusehen. Vermutlich würden sie auch einen Anschlag auf eine von Muslimen deutscher Herkunft betriebene und besuchte Moschee als „fremdenfeindlich“ bezeichnen.

  2. […] Eine gesonderte Erfassung von Straftaten fordern die islamischen Religionsgemeinschaften auch in Bezug auf islamfeindliche Delikte. Sie zeigen sich angesichts zunehmender Übgriffe auf Muslime und ihre Einrichtungen besorgt. Offiziellen Zahlen zufolge wurden zwischen 2012 und 2014 insgesamt 78 Übergriffe auf Moscheen gezählt. Auch zuletzt brannten binnen weniger Wochen mehrere Moscheen, zuletzt in Hagen. […]



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...