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Migration und Integration in Deutschland

Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier – als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los

Andreas Scheuer, CSU-Generalsekretär, PresseClub Regensburg, 15.9.2016

Chancengleichheit bei der Bildung

Welche Formen der Nachhilfe gibt es für Schüler?

Chancengleichheit in der Schule ist in Deutschland eine Frage des Geldes. Wer wohlhabende Eltern hat, bekommt bessere Noten – sei es weil die Eltern qualifiziert sind und helfen oder sie sich Nachhilfe leisten können. Dabei muss Nachhilfe gar nicht viel kosten.

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Bleistifte © TheFasterDanish Photography auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Studien belegen, dass der schulische Erfolg von Schülern nach wie vor entscheidend von der finanziellen Lage des Elternhauses abhängt. Sozial schwache Schüler bekommen in der Regel schlechtere Noten. Deshalb ist Chancengleichheit gerade für Kinder mit Einwanderungsgeschichte deutlich seltener gegeben – obwohl Potenzial und Interesse durchaus gegeben sind.

Erschwerend für diese Kinder kommt hinzu, dass ihre Eltern sich nicht ausrauchend im deutschen Bildungssystem auskennen oder mangels Sprachkenntnissen keine Hilfe bei den Hausaufgaben sein können. Einzige und die wohl am weitesten verbreitete Möglichkeit scheint private Nachhilfe zu sein – wenn sie finanzierbar wäre. Glücklicherweise gibt es immer mehr Möglichkeiten, die auch für Eltern mit kleinem Portemonnaie stemmbar sind.

E-Larning

Neben der klassischen Nachhilfe gibt es inzwischen E-Learning Plattformen wie sofatutor.com. Dort haben Schüler die Möglichkeit, direkt von zuhause aus durch zahlreiche Lernvideos und passende Übungen die eigenen Noten zu verbessern. Denn oftmals reicht es Schülern schon aus, wenn sie eine Aufgabe einfach nur mit anderen Worten erklärt bekommen.

Natürlich kann ein persönlicher Nachhilfelehrer immer ganz besonders auf die Schwächen, Fragen, Sorgen und Probleme seines Schülers eingehen und ihn gezielt auf Klassenarbeiten vorbereiten, doch auch in diesem Belangen erweist sich das E-Learning als immer fortschrittlicher, da portaleigene Hausaufgaben-Chats auch für individuelle Fragen genutzt werden können. Damit kann neben der recht allgemeinen „Weiterbildung“ durch die Videos auch auf die persönlichen Anliegen eingegangen werden.

Ehrenamtliche Nachhilfe

In den letzten Jahren gibt es aber nicht nur Helfer, die auf eine Bezahlung warten: Die Zahl der ehrenamtlichen Helfer im Bereich der Bildung wächst stetig. So wollen Migranten, die schon lange in Deutschland wohnen, gerne anderen Migranten helfen, die erst seit kurzem Deutschland als neue Heimat gewählt haben.

Seit 2004 hat es Murat Vural als Geschäftsführer von Chancenwerk e. V. zur Aufgabe gemacht, die Bildungschancen von Kindern und jungen Migranten zu verbessern. An 40 Schulen in 20 Städten kann der Schüler nun an Lernkaskaden teilnehmen, sodass Migrantenkinder Rückstände beim schulischen Wissensstand aufholen können. Auch eine Anfrage dort – egal ob man Hilfe in Anspruch nehmen oder anbieten möchte – könnte sich also lohnen. (sb)

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