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Terrorismus

Rechte Brandanschläge nehmen kein Ende

Erneut brannte eine Asylbewerberunterkunft. Die Polizei schließt Fremdenfeindlichkeit nicht aus. Auch der Brand auf dem Hof der Anti-Nazi-Aktivisten Birgit und Horst Lohmeyer wurde der Polizei zufolge vorsätzlich gelegt. Der Kriminalistenverband spricht inzwischen von „Terrorismus“.

Im rheinland-pfälzischen Niederstedem hat in der Nacht auf Donnerstag eine Asylbewerberunterkunft gebrannt. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde. Deshalb werde auch untersucht, ob ein fremdenfeindlicher Hintergrund vorliegt, teilte die Polizei am Freitag in Trier mit. Eine Ermittlergruppe mit sieben Beamten des Fachkommissariats „Politisch motivierte Kriminalität/Terrorismus“ gehe diesem Verdacht nach.

Eine Polizeistreife hatte den Angaben zufolge den Brand des Gebäudes in dem Eifelörtchen nahe Bitburg nachts gegen 1.30 Uhr bemerkt. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell unter Kontrolle bringen und löschen. Die Bewohner waren zu dem Zeitpunkt nicht im Haus. Das Gebäude wird seit einigen Wochen als Flüchtlingsunterkunft genutzt.

Brandanschlag auf die Lohmeyers vorsätzlich gelegt
Derweil steht auch fest: Das Feuer auf dem Hof der Anti-Nazi-Aktivisten Birgit und Horst Lohmeyer im mecklenburgischen Jamel ist vorsätzlich gelegt worden. Wie die Staatsanwaltschaft Schwerin mitteilte, wurde ein Brandbeschleuniger am Tatort gefunden. Es werde wegen Brandstiftung ermittelt, für Hinweise zur Ermittlung des Täters sei eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt.

Der Anschlag von Jamel bilde den vorläufigen Höhepunkt einer bundesweiten Serie von Brandanschlägen, die sich vorrangig gegen Asylbewerberheime richteten, teilte der Kriminalistenverband mit. Rechte Brandstifter seien Terroristen.

In der Nacht zu Donnerstag hatte ein Feuer die Scheune des Lohmeyer-Hofes komplett zerstört. Laut Staatsanwaltschaft soll ein bislang unbekannter Täter kurz vor Mitternacht den Fachwerkbau in Brand gesetzt haben. Das Künstlerpaar Lohmeyer wehrt sich seit Jahren gegen die rechtsextreme Szene in Jamel und wurde dafür mit mehreren Preisen ausgezeichnet. (epd/mig)