MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Niemand lässt sich so gut ausbeuten wie Mitglieder einer Gemeinschaft, die ohne Hilfe der anderen in Deutschland nicht überleben können – illegal und ohne Sprachkenntnisse.

Neske/Heckmann/Rühl, Menschenschmuggel, 2004

Mecklenburg-Vorpommern

NPD-Abgeordnete wollen Flüchtlingsheim besuchen und mit Asylbewerbern reden

NPD-Politiker in Mecklenburg-Vorpommern wollen ein Erstaufnahmelager für Flüchtlnge besuchen. Laut Antrag wollen die NPD-Abgeordneten die Arbeit der Landesregierung kontrollieren. Das Innenministerium hat den Antrag abgelehnt.

NPD, Nationalsozialisten, nationalsozialistisch, infostand, politik
Ein Infostand der NPD © heartbeaz @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Politiker der rechtsextremen NPD wollen das Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Nostorf/Horst in Mecklenburg-Vorpommern besuchen. Das habe die NPD-Fraktion des Schweriner Landtages bei der Landesregierung beantragt, meldete das Boulevardblatt Bild am Donnerstag. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) reagierte empört: „Für mich ist es nicht zu ertragen, dass Leute, die tagtäglich gegen Asylbewerber hetzen, jetzt unsere Aufnahmeeinrichtung besuchen wollen“, sagte er dem Blatt.

Konkret angekündigt wurden dem Bericht zufolge fünf bis sechs NPD-Vertreter, die mit „Angestellten Flüchtlingen bzw. Asylbewerbern“ Gespräche führen wollen. Die Rechtsextremen begründeten demnach ihren Antrag damit, dass Landtagsabgeordnete „das Recht haben, das Treiben der Regierung zu kontrollieren.“ In dem Erstauffanglager Nostorf/Horst sind aktuell 600 Asylbewerber untergebracht.

Das Innenministerium des Landes hat laut Bild den Besuch abgelehnt, weil es bei einem Aufmarsch der NPD gewalttätige Auseinandersetzungen befürchte. Dagegen habe nun die rechtsextreme Partei vor dem Landesverfassungsgericht geklagt. Sollte das Gericht der Klage stattgeben, wolle das Ministerium das Flüchtlingsheim während des NPD-Besuches mit einem Großaufgebot der Polizei schützen. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

3 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Frank Q Müller sagt:

    Na und? Dürfen Sie doch. Klar mag die keiner, aber deswegen sind nicht Ihre Bürgerrechte eingeschränkt. Und Ihre Rechte als Partei ebenfalls nicht. Das Ausländerwohnheim schützen muss man nur aus einem Grund wenn die NPD dieses besucht. Nämlich wegen den 1000 Leuten von der Antifa, die dort unter Garantie aufkreuzen werden, alles kurz und klein schlagen wenn nicht ausreichend Polizei vor Ort ist. Propaganda ist ja schön und gut. Aber langsam nimmt Sie ein lächerliches Ausmaß an.

  2. Realistin sagt:

    @Frank Q Müller Recht ist Recht. Will man sich darüber hinwegsetzen?

  3. Koppsi sagt:

    Herr Müller,
    rechte, menschenrechrsverachtende Propaganda finden Sie lächerlich?
    Ihre verharmlosende Äußerung ist verachtenswert !!!



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...