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Migration und Integration in Deutschland

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

Rekord mit Schattenseiten

Erstmals über 300.000 ausländische Studierende in Deutschland

Jeder neunte Studierende in Deutschland stammt inzwischen aus dem Ausland. Das zeigt die Anziehungskraft deutscher Hochschulen. In Deutschland angekommen, stoßen viele Studierende aber auf Probleme. Nur jeder Zweite fühlt sich gut integriert.

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Hochschulabsolventen © Luftphilia @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Zahl der ausländischen Studierenden in Deutschland hat im Jahr 2014 einen neuen Höchststand erreicht. 301.350 Ausländer waren vergangenes Jahr an deutschen Hochschulen eingeschrieben, im Vergleich zu 2013 ist die Zahl um 19.000 Studierende (sieben Prozent) angewachsen. Das Ziel von Bund und Ländern, bis zum Jahr 2020 350.000 ausländische Studierende an deutschen Hochschulen auszubilden, wird somit aller Voraussicht nach bereits vorzeitig erreicht. Das geht aus dem Bericht „Wissenschaft weltoffen 2015“ hervor, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit dem Deutschen Akademischen Austauschdient (DAAD) und dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) am Mittwoch vorgestellt hat.

„Jeder neunte Studierende in Deutschland stammt inzwischen aus dem Ausland, Tendenz weiter steigend. Einen besseren Beweis für die internationale Anziehungskraft unserer Hochschulen gibt es kaum“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). „Die weltweite Mobilität fördert nicht nur den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch, wir möchten auch gute Fachkräfte für uns gewinnen. Wir brauchen die besten Köpfe von überall her, um unsere Innovationskraft zu erhalten und den demografischen Wandel zu meistern“, so die Ministerin weiter.

Deutschland Nr. 3

Nach den USA und Großbritannien ist Deutschland für ausländische Studierende inzwischen das beliebteste Gastland. Besonders groß ist dabei der Zustrom in Masterstudiengänge. Beliebt sind insbesondere die Ingenieurswissenschaften. Die Zahl der internationalen Masterstudierenden hat sich seit 2008 mehr als verdreifacht und liegt aktuell bei 67.000. Ihre Studienerfolgsquote ist mit 91 Prozent außerordentlich hoch. 60 Prozent der Masterstudierenden aus dem Ausland planen, auch nach Ende ihres Studiums mindestens eine Zeitlang noch in Deutschland zu bleiben.

„Bei der internationalen Mobilität spielt Deutschland auch als Herkunftsland eine wichtige Rolle. Noch nie waren mehr deutsche Studierende während ihres Studiums zeitweise im Ausland als heute“, sagte DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel. „Dort lernen sie andere Arbeitsweisen und Strukturen kennen und erhalten damit einen anderen Blick auf die eigene Arbeit. Wissenschaft lebt vom internationalen Dialog.“

Immer mehr Deutsche im Ausland

Der Anteil der Studierenden aus Deutschland, die etwa für ein Erasmus-Semester, ein Praktikum oder einen Sprachkurs ins Ausland gehen, ist seit 2013 von 32 auf 37 Prozent gestiegen. Auch im internationalen Vergleich erweisen sich die deutschen Studierenden als überdurchschnittlich auslandsmobil. Deutschland hat es sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2020 jeder zweite Hochschulgraduierte in seinem Studium Auslandserfahrung sammeln soll.

Positiv ausgewirkt hat sich dabei im Zuge des Bologna-Prozesses, dass es heute einfacher ist, im Ausland erworbene Studienleistungen hierzulande anerkennen zu lassen. Laut einer neuen Mobilitätsstudie von DAAD und DZHW, aus der erste Befunde in „Wissenschaft weltoffen 2015“ enthalten sind, werden heute drei Viertel der beantragten Leistungen vollständig anerkannt, das übrige Viertel zumindest zu einem Teil.

Integrationsprobleme

Doch obwohl die Internationalität an deutschen Hochschulen stetig zunimmt, gibt es noch Schwierigkeiten bei der hinreichenden Integration der ausländischen Studierenden in den Alltag rund um die Hochschule. Wie Befragungsergebnisse zeigen, fühlt sich nur rund die Hälfte der ausländischen Studierenden in das soziale Leben außerhalb der Hochschule gut integriert, insbesondere der Kontakt zu deutschen Studierenden bereitet offenbar Schwierigkeiten. Die Vermittlung von Deutschkenntnissen spiele bei der Integration eine entscheidende Rolle, entsprechenden Angeboten müsse an den Hochschulen noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, betonten Wanka und Wintermantel.

„Wissenschaft weltoffen 2015“ beschäftigt sich in seinem diesjährigen Schwerpunkt zum Thema internationale Masterstudierende ausführlich mit der Integration in den Studienalltag. (hs)

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