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Migration und Integration in Deutschland

Wenn wir Millionen von Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft geben, die sie weitervererben, werden wir eine dauerhafte türkische Minderheit in Deutschland haben. Das bedeutet eine langfristige Veränderung der Identität der deutschen Gesellschaft. Ich bin dagegen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Münchner Merkur, 6.11.2013

Aktuelle Zahlen

179.000 Asylanträge im ersten Halbjahr 2015

Im ersten Halbjahr 2015 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rund 180.000 Asylanträge gestellt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein deutlicher Anstieg. Auf Platz eins der Hauptherkunftsländer lag Syrien.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben 179.037 Menschen in Deutschland Asyl beantragt. Davon waren knapp 160.000 Erstanträge, wie das Bundesinnenministerium am Montag in Berlin mitteilte. Rund 19.000 Menschen beantragten zum wiederholten Male Schutz in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Asylantragsteller damit um rund 77.100. Dies ist ein Anstieg um 132 Prozent.

Auf Platz eins der Hauptherkunftsländer im ersten Halbjahr lag erneut Syrien. Fast 34.500 Asylantragsteller kamen aus dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land. 32.500 von ihnen waren Erstantragsteller. Auf den Plätzen zwei bis vier folgten Kosovo, Albanien und Serbien. Auch Mazedonien und Bosnien-Herzegowina finden sich nach wie vor unter den zehn Hauptherkunftsländern.

Asylanträge von Menschen aus diesen Balkanstaaten werdeb oft abgelehnt, weil die Betroffenen in der Regel nicht als politisch Verfolgte eingestuft werden. Drei Länder wurden bereits im vergangenen Jahr als sichere Herkunftsstaaten eingestuft mit dem Ziel, Asylbewerber von dort schneller ablehnen und zurückschicken zu können.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) betonte angesichts der aktuellen Statistik, es sei wichtig, schneller und deutlicher zu differenzieren zwischen „tatsächlich schutzbedürftigen Menschen und anderen Personen, die unter keinem Aspekt für ein Aufenthaltsrecht in Betracht kommen“. Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen hingegen kritisieren die pauschale Abweisung von Menschen aus den Balkanländern. Die Situaion in diesen Ländern sei unakzeptabel. Auch deutsche Verwaltungsgerichte lehnen immer wieder eine Ausweisung in diese Länder ab. (epd/mig)

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