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Verurteilt

Mehrjährige Haftstrafen für Moschee-Brandstifter

Zwei Haupttäter des Brandanschlags auf eine Moschee sind zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Die kurdischstämmigen Täter seien nach dem Ansehen von Videos über den IS-Terror gegen Kurden bei der Tat in aggressiver Stimmung gewesen.

Die beiden Haupttäter des Brandanschlags auf eine Moschee in Bad Salzuflen sind zu Freiheitsstrafen von dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Detmolder Landgericht wertete die Tat als schwere Brandstiftung, wie ein Sprecher des Gerichts am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst sagte. Zwei weitere Mittäter erhielten Bewährungsstrafen von 15 Monaten und neun Monaten. Zudem wurde ein weiterer Beschuldigter zu einer Geldstrafe in Höhe von 3.600 Euro verurteilt. (AZ: Js 637/14)

Die kurdischstämmigen Männer im Alter von 21 bis 29 Jahren waren nach Einschätzung des Gerichts zur Tatzeit stark alkoholisiert. Zudem seien sie nach dem Ansehen von Videos über den IS-Terror gegen Kurden in aggressiver Stimmung gewesen, erklärte der Sprecher. Die beiden Haupttäter hatten zugeben, das Feuer gelegt zu haben. Die Männer hätten jedoch erklärt, sie hätten nicht gewusst, dass in dem Gebäude Menschen waren. Den ursprünglichen Anklagepunkt des versuchten Mordes sah das Gericht daher nicht als erwiesen an.

Die beiden Haupttäter waren in einer Tankstelle gefilmt worden, die etwa 1,5 Kilometer von der Moschee entfernt ist. Dort hatten sie nach Erkenntnissen der Polizei einen Kanister gekauft und mit Benzin gefüllt. Die Männer hatten am 11. Oktober das Eingangstor eines Wohnhauses in Brand gesetzt, in dem sich eine Moschee befindet. Das Feuer konnte gelöscht worden, bevor es auf das gesamte Gebäude übergriff. Ein Bewohner konnte das Haus noch selbst verlassen. Acht Bewohner wurden über das Vordach des Hauses von der Feuerwehr gerettet. Verletzt wurde niemand. (epd/mig)