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Die Wirtschaft entschied über die Anzahl der angeworbenen Gastarbeiter wie über deren Verteilung innerhalb der Bundesrepublik.

Ursula Mehrländer, Ausländerpolitik im Konflikt, 1978

Wahn & Sinn

Israel, Israel

In der letzten Woche feierten wir 50jähriges Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel; und heute sehe auch ich mich bemüßigt, meinen Senf dazu beizutragen. Schließlich ist Günther Grass ja schon tot und aus Dresden hört man derzeit praktisch auch nichts.

Sven Bensmann, Migazin, Kolumne, bensmann kolumne
MiGAZIN Kolumnist Sven Bensmann © privat, bearb. MiG

VONSven Bensmann

Sven Bensmann (geb. 1983 bei Osnabrück) hat Philosophie, mittlere und neuere Geschichte, sowie europäische Ethnologie in Kiel studiert und einige Jahre von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ein politisches Blog betrieben. Heute ist sein Blog erreichbar unter s10n.tk

DATUM19. Mai 2015

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RESSORTAktuell, Meinung

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Und ganz ehrlich: Ich mag Israel nicht. Ich weiß, soetwas zu sagen ist in Deutschland reichlich kontrovers, aber manche Dinge müssen nunmal gesagt werden. Und Israel ist zu dieser Jahreszeit einfach viel zu heiß. Sand, Palmen, Meer. Also wirklich. Viel zu viel Landschaft. Und überall wo man hingeht, Mauern. Klagemauern, antike Stadtmauern und moderne Sperrmauern. Fast wie ein Labyrinth.

Schon 14 Tage Urlaub in Spanien oder der Türkei ist ja kaum zu ertragen – aber im heißen Wüstensand siedeln? Auf Dauer? Nicht umsonst flüchten doch Tausende, und zwar die intelligentesten und gebildetsten ihrer Generation, vor der Klimahölle Afrika ins Wetterparadies Europa. Wer einmal Hamburg oder London im Herbst erlebt hat, will nie wieder gehen.

Das muss jetzt also wirklich mal gesagt werden: Israel ist scheiße. Gerade bei meiner empfindlichen Haut. Hätte man den Juden doch besser Baden-Württemberg gegeben – immerhin hat Deutschland und nicht Palästina den Krieg verloren.

Übrigens, was macht eigentlich Pegida? Wie gesagt, von dort hört man aktuell ja nicht viel. Der geplante Marsch der Braunhemden durch die Institutionen ist nämlich ein wenig ins Stocken geraten, trotz tatkräftiger Mithilfe von ganz weit rechts. Und weil selbst der Name Pegida inzwischen, sagen wir mal: ein wenig in Verruf geraten ist, macht es diese identitäre Bewegung – in den Zusammenhang dieser neuen Spielart des Rechtsextremismus muss man sie wohl stellen – wie die ebenfalls in Verruf geratene FDP: Sie stellt für die OB-Wahl in Dresden jemanden auf, der angeblich gar nicht so richtig dazu gehört und parteilos auftritt. Für Pegida ist das Tatjana Festerling, die der AfD zu rechts war, dafür nun aber auch von der NPD unterstützt wird – überraschend für eine Bewegung, die doch angeblich gar nicht rechts ist. Andererseits schmettert man ja auch seit jeher dieselben Parolen von der Lügenpresse.

Immerhin dürften, nur für den Fall eines Wahlerfolgs, die amerikanischen Bomber ja noch wissen, wo Dresden liegt.

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5 Kommentare
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  1. Serval sagt:

    Wenn bundesdeutschen Staatsbürgern deutscher Herkunft nach einem längeren Verhör und ohne Begründung die Einreise ins besetzte Palästina verweigert wird, vielleicht nur deshalb, weil seit dem 11. Sep. 2001 alle Muslime unter dem Generalverdacht des Terrorismus stehen, wo sind denn da die Erfolge bundesdeutscher Diplomatie geblieben?!

  2. Veritas sagt:

    Erfrischend ehrlich 🙂

  3. Michael Graber sagt:

    Keineswegs ist es eine große oder gar besonders mutige Sache, in Deutschland etwas Negatives über Israel zu sagen. Im Gegenteil, unreflektiertes Israel-Bashing ist wohlfeil, a la mode, auf Dauer aber ein bisserl eintönig. Erfrischend ist zuumindest der Versuch des Autors, die übliche Auflistung sachlich falscher Argumente gegenüber der Existenz Israels, dem Palästina-Konflikt etc. erst gar zu versuchen, sondern gleich zum Kern zu kommen. „“Israel ist scheiße“ – damit dürfte er dem Mainstream der Leserschaft hier aus dem Herzen sprechen.

  4. Gero sagt:

    “”Israel ist scheiße” – damit dürfte er dem Mainstream der Leserschaft hier aus dem Herzen sprechen.
    —————
    So ist es. Ein wohlfeiler, billiger und abstoßender Beitrag von Sven Bensmann, der sich dank seines Anti-Elaborats wohl sauwohl fühlen dürfte…

  5. Mark Nu sagt:

    Was für ein Artikel

    Ist es überhaupt einer?
    Mir scheint es die digitale Wiedergeburt eines Seitenfüllers zu sein.
    Ihnen passt das Klima in Israel nicht – okay, verständlich.
    Die Mauern, vor allem Sperrmauern und Kontrollstellen, passen Ihnen auch nicht – verstehe ich auch:
    aber dass diese Mauern und Kontrollstellen Leben retten, das leuchtet Ihnen hoffentlich ein.
    Leben, die durch radikale Palästinenser gefährdet werden!
    Deutschland und nicht Palästina hat den Krieg verloren – Ihre Aussage.
    Geschichte scheint nicht Ihre Stärke zu sein:
    In der Konferenz von Sanremo, 1920, wurde die Balfour-Deklaration dem Mandatsvertrag für Palästina beigeheftet und damit völkerrechtlich verbindlich.
    1920? – ja! – das war eines von den Jahren, die sich noch vor 1945 ereignet hatten.
    So wurde also bereits 1920 völkerrechtlich verbindlich festgelegt, dass die Juden eine „nationale Heimstätte“ in Palästina, und zwar Cisjordanien, erhalten sollten.
    Anderes Thema: Die Bombennacht von Dresden
    … scheint Sie persönlich zu begeistern.
    Zehntausende, vor allem auf der Flucht befindliche Frauen und Kinder verbrannten bei lebendigem Leib.
    Es war ein Kriegsverbrechen, das nur mit Japans blutigem Sommer 1945 vergleichbar ist.
    Nebenbei:
    Was hatten Tausende von Kindern Ihnen Verderbliches getan, dass Sie sich heute über deren Verbranntwerden freuen?!



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