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Bundespräsident Christian Wulff, Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010

Seenotrettung

Innerhalb von zwei Tagen 5.800 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet

Allein am vergangenen Wochenende wurden im südlichen Mittelmeer 5.800 Bootsflüchtlinge gerettet. Mindestens zehn Menschen starben. Derweil warten Schiffe der deutschen Marine zur Verstärkung der Seenotrettung auf ihren Einsatz.

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Ein Triton-Grenzschutzschiff im Auftrag der EU - kees torn @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die italienische Küstenwache hat am Wochenende im südlichen Mittelmeer insgesamt 5.800 Bootsflüchtlinge gerettet. Allein am Sonntag waren italienienische Einsatzkräfte 2.100 Menschen zu Hilfe geeilt, wie die Küstenwache am Montag mitteilte.

Mindestens zehn Menschen starben demnach bei dem Versuch, Italien auf dem Seeweg zu erreichen. Acht Leichen wurden bei Rettungsaktionen auf zwei Flüchtlingskuttern entdeckt. Zwei weitere Menschen ertranken den Angaben zufolge bei dem Versuch, von ihrem in Seenot geratenen Schlauchboot aus zu einem Schlepper zu schwimmen.

Erst vor drei Wochen waren binnen zwei Tagen vor der libyschen Küste 6.000 Bootsflüchtlinge gerettet worden.

Bundeswehr-Schiffe für Rettung von Flüchtlingen

Derweil warten Schiffe der deutschen Marine, die künftig die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer unterstützen sollen, im Hafen von Kreta auf ihren Einsatz. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag in Berlin sagte, werden das Versorgungsschiffs Berlin und der Fregatte Hessen dort mit insgesamt zehn Rettungsinseln, 450 Rettungswesten und 1.000 Decken bestückt. An Bord werde medizinisches Personal sein, darunter acht Ärzte.

Derzeit liefen noch Abstimmungen mit dem Innenministerium, dem Auswärtigen Amt sowie den beteiligten EU-Stellen, ergänzte der Sprecher. Es sei aber alles im Zeitplan. Zwischen dem 6. und 8. Mai sollen die Schiffe ins Einsatzgebiet fahren.

Die Verbesserung der Seenotrettung war ein zentrales Ergebnis des EU-Krisengipfels nach einem erneuten Bootsunglück mit vermutlich mehr als 800 Toten vor der libyschen Küste. Die Bundesregierung hatte zugesagt, ihr Engagement bei der Rettung schiffbrüchiger Flüchtlinge zu erhöhen. Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen halten den Umfang der Aufstockung allerdings für nicht ausreichend. (epd/mig)

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