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Studie

Zahl der Deutschlerner erstmals wieder gestiegen

Weltweit lernen aktuell rund 15,4 Millionen Menschen Deutsch. Damit ist die Zahl der Deutschlerner erstmals seit 15 Jahren wieder gestiegen. Das geht aus einer Erhebung des Auswärtigen Amtes hervor.

Die deutsche Sprache wird im Ausland laut einer Studie wieder beliebter: Weltweit lernen aktuell rund 15,4 Millionen Menschen Deutsch. Das geht aus einer Erhebung des Auswärtigen Amtes hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Damit ist die Zahl der Deutschlerner erstmals seit 15 Jahren wieder gestiegen. Nach 20,1 Millionen im Jahr 2000 und 16,7 Millionen 2005 hatten 2010 nur noch rund 14,7 Millionen Menschen auf der Welt Deutsch gelernt.

Der Studie zufolge sind 87 Prozent der Lerner Schüler. Zugleich wächst vor allem im europäischen Ausland der Trend, durch Deutschkenntnisse die Karrierechancen zu erhöhen. Die Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Margret Wintermantel, sagte bei der Vorstellung der Zahlen, das Interesse an Germanistik-Studiengängen habe an ausländischen Universitäten abgenommen. Dagegen seien wesentlich mehr Studierende an reinen Sprachkursen interessiert.

Spitzenreiter ist Polen
Der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, ergänzte, viele Menschen lernten Deutsch, um in einem deutschsprachigen Land zu studieren oder zu arbeiten. So sei die Zahl der Lerner in Griechenland in den vergangenen fünf Jahren von 157.000 auf rund 269.000 (plus 71 Prozent) gestiegen, in Spanien um 20.000 auf rund 87.000. „Wir öffnen mit der Sprache Zugänge zum Bildungssystem und zum Arbeitsmarkt in Deutschland“, sagte Ebert.

Insgesamt blieb die Zahl der europäischen Deutschlerner laut Studie mit rund 9,4 Millionen (61 Prozent) konstant. Spitzenreiter ist Polen: Dort lernen aktuell rund 2,28 Millionen Menschen Deutsch. Der stärkste Rückgang wurde in Russland verzeichnet. Dort sank die Zahl der Lerner seit 2010 um rund 800.000 auf 1,5 Millionen.

Sorgenkind Frankreich
Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer (CDU), blickte mit Sorge nach Frankreich. Durch eine Reform an den Mittelschulen drohe dort ein Einbruch der Zahl der Deutschlerner. „Das ist eine schmerzhafte Nachricht“, sagte Böhmer. Die deutsch-französische Freundschaft lebe „gerade von der Begegnung der Menschen“. Das Auswärtige Amt bemühe sich, auf die französische Regierung einzuwirken. Aktuell lernen rund eine Million Franzosen Deutsch.

Einen besonders starken Anstieg verzeichneten der Studie zufolge die Schwellenländer. So hat sich die Zahl der Deutschlerner in China in den vergangenen fünf Jahren auf 117.000 mehr als verdoppelt. In Brasilien lernen rund 135.000 Menschen Deutsch – ein knappes Drittel (30 Prozent) mehr als noch 2010.

Die Studie „Deutsch als Fremdsprache weltweit“ wird auf Initiative des Auswärtigen Amtes seit 1985 alle fünf Jahre erhoben. An der Umsetzung sind auch das Goethe-Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst und das Bundesverwaltungsamt beteiligt. (epd/mig)