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Baden-Württemberg

Einbürgerungen so hoch wie 2003 nicht mehr

Die Zahl der Einbürgerungen waren in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr so hoch wie 2003 nicht mehr. Laut Integrationsministerin Öney zeigen die Maßnahmen zur Erleichterung von Einbürgerungen Wirkung.

Im vergangenen Jahr erhielten 16.804 ausländische Personen in Baden-Württemberg die deutsche Staatsangehörigkeit. Das sind knapp fünf Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor (2013: 16.062). Die Zahl der Einbürgerungen ist damit so hoch wie seit dem Jahr 2003 nicht mehr (2003: 19.454). Das teilt das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mit.

„Wir haben unsere Einbürgerungspraxis liberalisiert, Spielräume im Bundesgesetz konsequent genutzt und werben mit einer umfassenden Informationskampagne für den deutschen Pass. Diese Maßnahmen zeigen nun Wirkung. Wir wollen, dass gut integrierte Migrantinnen und Migranten den deutschen Pass erwerben, da von der Einbürgerung wichtige Integrationsimpulse ausgehen und sich die Menschen stärker mit dem Land identifizieren“, erklärte Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) am Freitag in Stuttgart.

Öney: Einbürgerung im Interesse des Staates
So erreichten Eingebürgerte höhere Bildungsabschlüsse, seien erfolgreicher auf dem Arbeitsmarkt und erzielten höhere Einkommen. Öney: „All das ist im Interesse von Staat und Gesellschaft. Ich freue mich, dass Städte und Kreise unsere Kampagne auch mit eigenen Aktionen fortsetzen und verstärken.“

Im August 2013 hatte das Land per Verwaltungsvorschrift eine Reihe von Maßnahmen zur Erleichterung von Einbürgerungen auf den Weg gebracht. Unter anderem wurden deutsche Bildungsabschlüsse bei der Einbürgerungsprüfung stärker gewichtet oder die Einbürgerungstests gelockert.

57 Prozent erhielten Doppelpass
Am häufigsten haben im vergangenen Jahr Türken (3.407) die deutsche Staatsangehörigkeit erworben – jede fünfte Einbürgerung im Land entfiel auf eine Person mit türkischem Pass. Es folgen Einbürgerungen von Staatsangehörigen aus Kroatien (1.270) und der Republik Kosovo (1.267).

Mehr als die Hälfte der Eingebürgerten erhielt die doppelte Staatsbürgerschaft (57 Prozent). Je nach Herkunftsland gab es allerdings erhebliche Unterschiede: So mussten über 90 Prozent der Eingebürgerten aus der Türkei und der Ukraine ihre ehemalige Staatsangehörigkeit aufgeben, während Eingebürgerte aus Afghanistan und aus Syrien zu 100 Prozent ihren bisherigen Pass behalten konnten. (bk)