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Ursula Mehrländer, Ausländerpolitik im Konflikt, 1978

Reingefallen

Pegida-Hannover demonstriert für Spende an Flüchtlingsrat

Der Pegida-Ableger in Hannover hat unfreiwillig 400 Euro an den Flüchtlingsrat Niedersachsen gespendet. Die ungewöhnliche Spendenaktion wurde von der DGB Studiengruppe in Hannover initiiert.

Pegida, Demonstration, Demo, Rechtsextremismus, Rechtspopulismus
Eine Pegida Demonstration in Dresden

Wie bringt man Pegida dazu, sich für Flüchtlinge zu demonstrieren? Die Studiengruppe des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Hannover hat mit einer ungewöhnlichen Idee, genau das erreicht. Im Februar versammelten sich etwa 100 Anhänger von Pegida-Hannover zu einer Kundgebung am Opernplatz. Was die Anwesenden nicht wussten: Mit ihrer Teilnahme an der Kundgebung haben sie 400 Euro für den Flüchtlingsrat Niedersachsen gespendet.

Die DGB Studiengruppe haben die Pegida-Kundgebung zum Anlass genommen und mit Unterstützung der Türkischen Gemeinde Niedersachsen, der IG Metall, ver.di und dem DGB eine ungewöhnliche Spendenaktion gestartet: Für jede Person, die an der Kundgebung von Pegida-Hannover teilgenommen hat, spendeten sie vier Euro an den Flüchtlingsrat Niedersachsen. Aram Ali, der Vertreter der DGB-Studis, erklärte dazu: „Wir wollen nun den Spieß umdrehen. […] Durch die Beteiligung an der rassistischen Pedgia-Demonstration werden die Teilnehmer unfreiwillig die von ihnen verhasste ‚Asyllobby‘ unterstützen.“

Die Pegida-Anhänger fordern die Verschärfung des Asylrechts und strengere Zuwanderungsgesetze. Außerdem protestieren sie gegen eine angebliche Überfremdung. „Wer hinter Pegida-Hannover steckt, konnte man bei den letzten Demonstrationen sehen“, so Aram Ali. Es sei eine Ansammlung von Rechtspopulisten von AfD, und weiterern organisierten Neonazis wie ‚German Defence League‘ oder der NPD. (sl)

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