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Migration und Integration in Deutschland

Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

Dresden

Haben Polizisten Pegida unterstützt?

Polizisten, die bei den Dresdener „Pegida“ Demonstrationen im Einsatz waren, sollen die ausländerfeindliche Bewegung unterstützt und Sympathien bekundet haben. Die Polizeidirektion Dresden ermittelt. Grüne befürchten enormen Vertrauensverlust.

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Die Polizei im Einsatz Caruso Pinguin @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Mögliche Sympathie-Bekundungen sächsischer Polizisten für „Pegida“ sorgen in Dresden für Aufregung. Sollten entsprechende Berichte der Dresdner Neuesten Nachrichten vom Dienstag stimmen, würde dies „zu einem enormen Vertrauensverlust in die Polizei führen“, sagte der sächsische Grünen-Vorsitzende Jürgen Kasek.

Demnach sollen sich auch Polizisten an einer von Lutz Bachmann initiierten „Zählaktion“ beteiligt haben. Der „Pegida“-Chef wollte damit den offiziellen Teilnehmerzahlen begegnen, die er für zu niedrig hält. Bei der Aktion sollten Demonstrationsteilnehmer eine Münze oder anderen Gegenstand in bereitgestellte Tonnen werfen.

In dem Zeitungsartikel heißt es, die „Zählaktion“ habe nicht wie gewünscht funktioniert. Schon vor dem Start des „Pegida“-Aufmarsches hätten Einzelpersonen mehrere Münzen in die Tonnen geworfen, auch danach sei unklar gewesen, ob wirklich jeder Teilnehmer nur eine Münze abgegeben habe. Selbst Polizisten im Einsatz bekundeten dem Bericht zufolge auf diese Weise „Pegida“-Sympathien.

Vorgang wird untersucht
Eine Sprecherin der Polizeidirektion Dresden sagte dem Evangelischen Pressedienst am Dienstag, der Vorgang werde untersucht. Insgesamt hätten 632 Polizisten die Versammlung abgesichert.

Was letztlich bei der „Zählaktion“ der fremdenfeindlichen „Pegida“-Bewegung herausgekommen ist, war am Dienstagmittag noch nicht klar. Auf der Facebook-Seite der Islamkritiker wurden zunächst nur zwei Fotos von Gegenständen, darunter neben Münzen auch Kronkorken, Feuerzeuge und Bonbons gezeigt, die für die Zählung der Teilnehmer in Tonnen geworfen wurden. Nach Polizeiangaben waren 7.700 „Pegida“-Anhänger zu der Demonstration gekommen. (epd/mig)

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