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Nur die wenigsten dieser deutschen Arbeiter werden in dieser Situation mit den Ausländern solidarisch sein. Die meisten werden sich aggressiv von den Ausländern abgrenzen und bei ihnen die Verantwortung für die eigene schlechte Position suchen.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Dresden

Flüchtlingscamp nach Pegida-Kundgebung attackiert

Nach einer Pegida-Demo in Dresden haben Teilnehmer einen Flüchtlingscamp angegriffen. Die Täter skandierten rassistische und nationalistische Rufe wie „Deutschland den Deutschen“ und „Geht doch zurück in euer Land“.

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Eine Pegida-Gegendomstration in Berlin © Tim @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Nach der „Pegida“-Demonstration ist es am Montagabend in Dresden zu Rangeleien um das dortige Flüchtlingscamp gekommen. Deren Unterstützer berichteten von mehr als 300 „Pegida“-Unterstützern, die versucht hätten, das Camp auf dem Theaterplatz im Stadtzentrum anzugreifen. Die Dresdner Polizei bestätigte, dass es nach Ende der „Pegida“-Veranstaltung zu wechselseitigen verbalen Provokationen mit Gegendemonstranten gekommen sei. Tätliche Auseinandersetzungen seien aber durch Polizeikräfte verhindert worden.

Die Polizei war mit 312 Beamten im Einsatz, darunter auch eine Reiterstaffel. Die Unterstützer des Flüchtlingscamps berichteten, dass bei dem Angriff rassistische und nationalistische Rufen wie „Deutschland den Deutschen“ und „Geht doch zurück in euer Land“ ertönt seien. Die Flüchtlinge hoffen nun auf einen besseren Schutz durch die Polizei in der kommenden Nacht. Es herrsche eine bedrohliche und aggressive Stimmung.

In Dresden hatten sich am Montagabend rund 500 Menschen zu einem Konzert und einer Kundgebung auf dem Theaterplatz an der Semperoper versammelt, wo seit Samstagabend mehrere Dutzend Flüchtlinge für die Rechte von Asylsuchenden demonstrieren. Die Anzahl „Pegida“-Teilnehmer schätzte die Polizei auf über 6.000 und damit bedeutend mehr als in der vergangenen Woche mit 4.800. Das Bündnis „Dresden Nazifrei“ hatte dazu aufgerufen, die Flüchtlinge am Theaterplatz vor fremdenfeindlichen Übergriffen zu schützen. Deren Protest war am Montag vom Ordnungsamt bis zum 25. März genehmigt worden, allerdings unter strengen Auflagen.

In Leipzig waren laut Stadtverwaltung sechs Demonstrationen gegen den „Pegida“-Ableger „Legida“ angemeldet. Darunter war auch ein Aufzug ehemaliger DDR-Bürgerrechtler, die nach der „Legida“-Demonstration den bedeutsamen historischen Innenstadtring symbolisch wieder „in Besitz“ nehmen wollten. „Legida“ war ebenso wie in der vergangenen Woche ein Aufmarsch über den östlichen Teil des Rings erlaubt worden. Augenzeugen berichteten von 700 bis 800 „Legida“-Teilnehmern und einer gleichen Anzahl von Gegendemonstranten. Nach Angaben eines Polizeisprechers blieb alles weitgehend friedlich. Versuche, den „Legida“-Aufzug zu blockieren, seien durch starke Polizeipräsenz unterbunden worden.

Auch in weiteren Städten wie Frankfurt am Main, Braunschweig und Chemnitz protestierten wieder Hunderte Menschen gegen Kundgebungen örtlicher „Pegida“-Ableger. Der „Pegida“-Ableger in Chemnitz konnte für seinen Aufzug nach Polizeiangaben rund 400 Menschen mobilisieren. In der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt Magdeburg versammelten sich am Montagabend 500 „Magida“-Teilnehmer. (epd/mig)

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