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Pegida

Soziologe: Nur noch NPD und AfD Wähler unterwegs

Die islamfeindliche „Pegida“-Bewegung mobilisiert nur noch wenige Demonstranten, die Zahl der Gegendemonstranten ist weitaus höher. Dennoch warnen Soziologen: Das Problem ist nicht behoben.

DATUM18. Februar 2015

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RESSORTAktuell, Gesellschaft

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Die islamfeindliche „Pegida“-Bewegung hat ihren Höhepunkt überschritten. In Leipzig gingen Polizeiangaben zufolge am Rosenmontag etwa 650 „Legida“-Anhänger auf die Straße. In Dresden zog das Bündnis mit etwa 4.300 Menschen durch die Innenstadt. Im Januar hatte „Pegida“ in Dresden noch über Zehntausend Menschen mobilisiert. Ein Verschwinden der Bewegung bedeutet nach Ansicht des Soziologen Heinz Bude jedoch nicht, dass sich die Ursachen erledigt haben.

Bude vermutet, dass ein Teil der heutigen Demonstranten NPD wählen wird, ein größerer Teil AfD. Die meisten Sympathisanten würden ins Lager der Nichtwähler zurücksinken, sagte er der „Berliner Zeitung“ (Dienstagsausgabe). „Das heißt, wir haben ein in der Gesellschaft herumschwirrendes Potenzial von Leuten, die den Eindruck haben, dass sie mit ihren Vorstellungen und Gefühlen keinen Ausdruck finden“, fügte er hinzu. Dies sei ein „verbittertes Verstummen“, das nur in den Nische des Internets weiterleben werde, sagte der Soziologie-Professor.

Überall Gegendemonstranten

Bude erklärt sich den Zulauf in den ostdeutschen Bundesländern mit einem Erschrecken darüber, dass Ostdeutschland gar nicht mehr existiere. Die ostdeutsche Soziallandschaft sei derart fragmentiert, dass von gemeinsamen Ideen und Interessen keine Rede mehr sein könne, sagte Bude. „Die Lebensverhältnisse in Dresden-Neustadt haben nichts mehr mit denen in Parchim zu tun. Es sind ganz unterschiedliche Welten, die mit der Klammer Ostdeutschland nicht mehr zusammengehalten werden.“

Die „Pegida“-Bewegung in Dresden hatte sich Ende Januar gespalten. Danach erlitt sie einen deutlichen Teilnehmerschwund. Zugleich gehen jedoch die Demonstrationen in anderen Städten weiter. Auch in Magdeburg und Suhl wurde am Montag gegen die vermeintliche Islamisierung des Abendlandes demonstriert. Ihnen gegenüber standen Hunderte Gegendemonstranten.

BAMF-Präsident: Rassismus nicht tolerierbar

In Nürnberg verhinderten der Polizei zufolge mehr als 1.000 Gegendemonstranten, dass ein Zug von etwa 150 „Nügida“-Teilnehmern zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zog. Die Behörde ist in einer ehemaligen SS-Kaserne untergebracht. Das Gebäude sei „Sinnbild eines menschenverachtenden Regimes“, sagte BAMF-Präsident Manfred Schmidt. Deshalb freue er sich, dass an diesem Abend viele Menschen ein Zeichen für Vielfalt und Respekt setzten.

In seiner Rede auf der Gegendemonstration fand Schmidt deutliche Worte: „Wir brauchen eine gelebte Anerkennungskultur. Rassismus und menschenverachtendes Gedankengut sind nicht tolerierbar.“ Wenn unter dem Mantel der Meinungsfreiheit Rassismus und Intoleranz auftauchten und gegen Minderheiten gehetzt werde, müsse die Gesellschaft dem entschieden entgegentreten. Deutschland sei längst ein Einwanderungsland, stellte Schmidt fest. Allein in Nürnberg lebten Menschen aus 160 verschiedenen Nationen. Es gehe daher nicht um die Frage, ob Einwanderung gebraucht werde, „weil Einwanderung Teil unserer Realität ist“. (epd/mig)

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