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Holocaust im Radio verharmlost

Lehrer nach Auschwitz-Äußerungen vom Dienst suspendiert

„Mir geht sogar die Massentierhaltung emotional näher als Auschwitz.“ Das hatte ein Politiklehrer im Radio gesagt und kassiert jetzt dafür die Suspendierung vom Dienst. Er ist kein Unbekannter. Bereits 2012 wurde er wegen Äußerungen auf einer ausländerfeindlichen Kundgebung vom Dienst suspendiert.

Wegen verharmlosender Äußerungen über den Holocaust hat die Bezirksregierung Arnsberg einen Politiklehrer aus Unna vom Dienst suspendiert und ein Disziplinarverfahren eingeleitet. „Ich bin entsetzt über die geschmacklosen und menschenverachtenden Äußerungen“, erklärte Regierungspräsident Gerd Bollermann am Donnerstag im nordrhein-westfälischem Arnsberg. Er kündigte an, alle bestehenden rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine weitere Unterrichtstätigkeit des Lehrers zu unterbinden.

Der Lehrer hatte am Dienstag voriger Woche in einer Sendung zum Holocaust-Gedenktag im Radiosender WDR 5 angerufen. Unter dem Thema „Auschwitz und ich“ ging es darin um die Behandlung des Holocaust in der Schule. Den Schülern reiche es langsam, erklärte der Politiklehrer, der an einem Weiterbildungskolleg unterrichtet, laut WDR im Gespräch mit der Moderatorin. Ihn persönlich interessiere Auschwitz überhaupt nicht. „Mir geht sogar die Massentierhaltung emotional näher als Auschwitz.“

Der Lehrer war bereits im Jahr 2012 wegen öffentlicher Äußerungen auf einer Kundgebung von „Pro NRW“ vom Dienst suspendiert worden. Dagegen hatte er erfolgreich geklagt und durfte wieder unterrichten. (epd/mig)