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Wenn wir Millionen von Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft geben, die sie weitervererben, werden wir eine dauerhafte türkische Minderheit in Deutschland haben. Das bedeutet eine langfristige Veränderung der Identität der deutschen Gesellschaft. Ich bin dagegen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Münchner Merkur, 6.11.2013

Ministerpräsident Tillich fordert

Muslime sollen sich schon wieder distanzieren

Mit einer großen Mahnwache hatten Muslime dem Terror im Namen des Islam eine Absage erteilt. Das reicht Sachsens Ministerpräsident Tillich offenbar nicht. Er fordert Muslime auf, sich erneut zu erklären. Grünen-Politiker Beck bezeichnet das als „Demütigungsritual“.

DATUM26. Januar 2015

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RESSORTAktuell, Politik

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Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) fordert islamische Religionsgemeinschaften dazu auf, sich klar vom Terror zu distanzieren. Die Angst der Menschen vor dem Islam könnten die Muslime nehmen, wenn sie formulierten, dass es sich bei den Terrorakten um einen Missbrauch ihrer Religion handele. „Das wäre ein überzeugender Beitrag, die Ängste in diesem Land zu reduzieren“, so der Ministerpräsident in einem Interview mit Welt am Sonntag.

Für den religionspolitischen Sprecher der Grünen, Volker Beck, sind Forderungen dieser Art inzwischen nicht mehr nachvollziehbar. Damit „muss Schluss sein“, erklärte Beck und verwies auf die große Mahnwache vor dem Brandenburger Tor Mitte Januar. Die größten islamischen Religionsgemeinschaften hatten Gewalt und Terror im Namen ihres Glaubens verurteilt. An der Kundgebung hatten auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel teilgenommen. „Diese Erklärung immer und immer wieder von ihnen zu verlangen, hat etwas Demütigendes“, so der Grünen Politiker.

Tillich erklärte zudem, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Muslime seien willkommen und könnten ihre Religion frei ausüben, das bedeute aber nicht, „dass der Islam zu Sachsen gehört“, sagte Tillich in einem Interview mit Welt am Sonntag. Damit widersprach er der Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel und provozierte Reaktionen.

Die kamen unter anderem vom Vorsitzenden der Grünen-Landtagsfraktion, Volkmar Zschocke. Tillichs Aussage sei so unnötig wie durchsichtig, betonte der Grünen-Politik und verwies auf die kleine Zahl der in Sachsen lebenden Muslime. Für Rico Gebhardt (Die Linke) hingegen spielt nicht einmal die Zahl eine Rolle: „Wo es Muslime gibt, gibt es Islam – auch in Sachsen“. Wer etwas anderes behaupte, bediene die Feinde einer offenen Gesellschaft.

Auch Beck sieht in den Äußerungen Tillichs keinen konstruktiven Beitrag. „Die sophistische Debatte, ob der Islam oder die Muslima und Muslime zu Deutschland oder der Koran in den Bücherschrank gehören, hat nur eine Botschaft: Wir wollen Euch nicht, das bringt uns keinen Schritt weiter“, erklärte Beck. Der Grünen-Politiker warb für einen offenen zivilgesellschaftlichen Dialog zwischen Kirchengemeinden und Moscheegemeinden nach dem Vorbild des christlich-jüdischen Dialoges. (eb)

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4 Kommentare
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  1. mika sagt:

    Wie oft denn noch?

    Ich habe es satt, mich von einer Sache zu distanzieren, die rein gar nichts mit mir oder meiner Weltanschauung zu tun hat!

    Herr Tillich sollte sich dann doch auch mal von den NSU-Morden distanzieren. Ich habe in der Richtung nichts vernehmen können….ach ja und auch von den Übergriffen auf Ausländer, auf Flüchtlingsheime, von der Pegida, von der Hogesa, von Schwarzmarktarbeitern, von Hartz4-Betrügern, von Steuerhinterzieherin, von den Butterpreisen etc. etc.

  2. H.P.Barkam sagt:

    Nun lasst mal den armen Herrn Tillich. Als von den Nazis eigentlich gehasster Slawe, Deutscher Sorbe, dessen Volk innerhalb Deutschlands mit eigener Hymne, Flagge und Sprache in einem Rechtsextrem unterwanderten Sachsen ja nun eigentlich nicht zu Sachsen gehört und trotzdem im höchsten politischen Amt des Freistaates tagtäglich bestehen muss, hat er es ja auch nicht leicht, seinen Nationalismus zu leben.

    In diesem Sinne

  3. Alles gespielt sagt:

    Ich denke Tillich ist nur ein dummer Minister aus Sachsen und reiht sich damit ein die sächsische Kultur. Er sollte sich von der Pegida distanzieren bevor er Forderungen stellt.

  4. Magistrat sagt:

    Hat sich eigentlich bisher jemand von dem Mord an den Muslimen in Dresden (Khalid), Paris (Ahmed M.) oder in Avignon (http://www.20min.ch/panorama/news/story/Marokkaner-von-irrem-Nachbarn-getoetet-11344295) distanziert? Und wann distanziert sich der Tillich eigentlich von den unzähligen Übergriffen und (Brand-)Anschlägen auf Moscheen, muslimische Einrichtungen sowie Läden in ganz Europa (zahlreiche Nachweise allein für diesen Monat hier: http://muslimstern.com/)???



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