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Neske/Heckmann/Rühl, Menschenschmuggel, 2004

Wahlforscher

AfD und „Pegida“ werden nicht von Charlie Hebdo profitieren

Wahlforschern und aktuellen Umfragen zufolge, werden AfD und „Pegida“ vom Anschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo nicht profitieren. Experte rechnet Pegida keinen wachsenden Einfluss zu. Demgegenüber bekommen „Pegida“ Gegendemos immer mehr Zulauf.

Der Leiter der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, rechnet nicht damit, dass der Anschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo der AfD langfristig mehr Wählerstimmen bringen wird. „Die Anschläge werden vermutlich kurzfristige Auswirkungen haben, aber langfristig werden sie der Alternative für Deutschland nicht nutzen“, sagte Jung dem „Tagesspiegel“.

Die Partei habe 2015 eine Durststrecke vor sich, da keine größeren Landtagswahlen anstehen. Eine so heterogene Partei wie die AfD brauche aber „ein Dauerfeuer von Erfolgen“, die sie über die internen Konflikte hinwegtragen. „Erst 2016 wird sich wirklich herausstellen, ob die AfD sich langfristig in der deutschen Parteienlandschaft etablieren kann“, sagte Jung.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD, Alexander Gauland, hatte als Reaktion auf den Anschlag gesagt, dass diejenigen, die bisher „die Sorgen der Menschen vor einer drohenden Gefahr durch Islamismus ignoriert oder verlacht“ hätten, „durch diese Bluttat Lügen gestraft“ würden.

Pegida ohne Einfluss
Auch für die Protestbewegung „Pegida“ rechnet Jung demnach mit keinem wachsenden gesamtdeutschen Einfluss. „Es kann durchaus sein, dass die Bewegung durch die Anschläge in Paris Zulauf bekommt. Aber es gibt in Deutschland 60 Millionen Wahlberechtigte, selbst 50.000 Demonstranten wären dagegen ein verschwindend geringer Teil“, sagte Jung. Das habe man etwa auch bei den Protesten gegen Stuttgart 21 gesehen. „Die Demonstrationsbilder waren beeindruckend, als es dann aber zur Abstimmung kam, ergab sich ein ganz anderes Meinungsbild“, betonte Jung.

Das bestätigt auch das ARD-Deutschlandtrend. Danach hat der verübte Terroranschlag auf Charlie Hebdo bislang wenig Auswirkungen für die „Pegida“-Bewegung. Die in den Medien geäußerte Vermutung, sie könnte nun mehr Zustrom erhalten, zeichnet sich nicht ab.

Während am vor zwei Wochen 21 Prozent der Befragten Verständnis für die „Pegida“-Bewegung zeigten, lehnten 76 Prozent sie ab. Einen Tag nach dem Anschlag sympathisierten 22 Prozent mit den „Pegida“-Anhängern. 72 Prozent der Deutschen haben aber nach wie vor kein Verständnis für die Montagsdemonstrationen in Dresden.

35.000 Dresdener gegen „Pegida“
Dort waren am Samstag nach Angaben der Staatskanzlei rund 35.000 Menschen zu einer Gegendemonstration für Weltoffenheit und Toleranz zusammengekommen. Das sind fast doppelt so viele, wie auf der bislang größten „Pegida“-Demonstration.

Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) sagte am Samstag vor der Frauenkirche: „Wir lassen uns durch Hass nicht spalten“. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) ergänzte: „Wir sind freiheitsliebend und demokratisch, weltoffen und tolerant, mitmenschlich und solidarisch.“ Die beiden Unionspolitiker hatten gemeindam zur Kundgebung im Stadtzentrum aufgerufen. (epd/mig)

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