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DDR-Bürgerrechtler kritisieren „Pegida“-Demonstrationen

DDR-Bürgerrechtler gegen „Pegida“: Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck, der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (beide SPD) und weitere Vertreter der DDR-Bürgerbewegung von 1989 haben die fremdenfeindlichen „Pegida“-Demonstrationen scharf kritisiert. Es sei zutiefst empörend, dass sich ausgerechnet rechtsnationalistische Organisationen als Erben der Bürgerrechtsbewegung von 1989 in Szene setzten, heißt es in dem am Dienstag in Potsdam verbreiteten Aufruf.

Nichts sei „so falsch und verlogen“ wie den Ruf „Wir sind das Volk“ der DDR-Opposition nun bei den „Pegida“-Aktionen zu nutzen, kritisieren die Unterzeichner: „Hier wird der skandalöse Versuch unternommen, ein freiheitliches Motto für völkisch-rassistische Zwecke umzudefinieren.“

Die AfD und „Pegida“ träten „sämtliche Werte und Prinzipien unseres Aufbruchs von 1989 mit Füßen“, heißt es weiter in dem Aufruf: „Als Mitglieder und Unterstützer der damaligen Bürgerrechtsbewegung widersetzen wir uns dem niederträchtigen Treiben von AfD und Pegida mit ganzer Kraft.“ Wer zu den Ideen der friedlichen Revolution von 1989 stehe, müsse für Offenheit, Menschenrechte und Mitmenschlichkeit streiten.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) begrüßte den Aufruf und rief erneut zu Mitmenschlichkeit und zum Engagement für Flüchtlinge auf. Die Bürgerbewegung der DDR habe vor 25 Jahren mit dem Ruf „Wir sind das Volk“ gegen Abschottung und Eingesperrtsein und für Weltoffenheit und Freiheit demonstriert, betonte Woidke.

Der Aufruf wurde unter anderem von Brandenburgs früherer Ausländerbeauftragten Almuth Berger, der märkischen Aufarbeitungsbeauftragten Ulrike Poppe, der Regisseurin und Autorin Freya Klier, dem Liedermacher Stephan Krawczyk und den evangelischen Theologen Friedrich Schorlemmer und Ruth Misselwitz unterzeichnet. (epd/mig)