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Angela Merkel, an die Türken nach der Rede des türkischen Premiers Erdogan in Köln, März 2008

Islamfeinde tappen im Dunkeln

Deutschland ist No-Pegida!

Berlin, Stuttgart, Köln, Kassel, München, Würzburg oder auch Hamburg stellten sich am Montagabend quer. Mehrere Tausend Demonstranten setzten ein Zeichen gegen Pegida. Der Dom und das Brandenburger Tor schalteten aus Protest die Lichter ab.

In mehreren Städten haben sich am Montagabend Tausende Menschen gegen die islamfeindliche „Pegida“-Bewegung demonstriert. In Berlin, Stuttgart, Köln, Kassel, Hamburg, München, Würzburg, Münster, Frankfurt und in vielen weiteren Städten kam es zu großen Protestaktionen gegen Islam- und Fremdenfeindlichkeit mit jeweils mehreren Tausend Teilnehmern.

In Köln hatten aus Protest gegen die „Pegida“ viele große Gebäude die Beleuchtung abgeschaltet, selbst der Dom versank in völliger Dunkelheit. Großer Jubel herrschte in der Domstadt aber erst nachdem der Kölner „Pegida“-Ableger den angekündigten Marsch zum Dom absagte. Ihnen waren nur einige Hundert „Pegida“-Teilnehmer gefolgt, demgegenüber hatten sich Tausende Gegendemonstranten versammelt.

„Tügida“ persifliert „Pegida“
Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in Berlin. Dort schaltete der Senat die Beleuchtung des Brandenburger Tores aus. Und auch dort kamen die rund 300 „Pegida“-Anhänger nicht weit gegen etwa 5.000 Berliner, die sich ihnen in den Weg stellten. Zahlreiche Politiker mischten sich unter die Gegendemonstranten.

In Anspielung auf „Pegida“ gingen in Hamburg Polizeiangaben zufolge etwa 4.000 Menschen für „Tügida“ (Toleranten Europäer gegen die Idiotisierung des Abendlandes) auf die Straße. Die Kundgebung am Hauptbahnhof wurde spontan über Facebook organisiert und persifliert die Islamfeinde.

8.000 schon nach Gerüchten
Und in Stuttgart reichten bereits Gerüchte im Internet aus, die „Pegida“ werde auch dort aktiv werden, um rund 8.000 Gegendemonstranten zu mobilisieren. Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) war sehr „froh und stolz“ angesichts der großen Teilnehmerzahl. Das sei eine klare politische Botschaft gegen Ausgrenzung und für Integration.

Nur in Dresden, wo die Pegida-Bewegung entstanden war, zählte die Polizei am Montagabend 18.000 Demonstranten, vor Weihnachten waren es 17.000. (bk)

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3 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Realist sagt:

    Derselbe Irrtum wie 1919. Die deutsche Linke ist nicht Deutschland. Die Kirchen sind schon lange nicht mehr Deutschland. Und Schröder und Schmidt sind auch nicht Deutschland. Und die Herren Berufsdemonstranten sind erst recht nicht Deutschland. Das Bewegen von zwei Beinen löst kein Problem und ist als solches kein Argument. Das Abschalten von Licht an staatlichen Bauten ist sogar gesetzwidrig, wenn ich mich nicht irre, da sich staatliche Institutionen neutral zu verhalten haben.

  2. Kenner sagt:

    Der Kölner Dom gehört nicht dem Staat

  3. deutscher staatsbürger sagt:

    Ich habe meine zwei Beine nicht bewegt und bin trotzdem gegen die Idiotisierung.

    Oder:

    Ich habe meine zwei Beine nicht bewegt und bin trotzdem für meine toleranten Mitmenschen.



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