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Migration und Integration in Deutschland

Niemand lässt sich so gut ausbeuten wie Mitglieder einer Gemeinschaft, die ohne Hilfe der anderen in Deutschland nicht überleben können – illegal und ohne Sprachkenntnisse.

Neske/Heckmann/Rühl, Menschenschmuggel, 2004

Eigenheim-Umfrage

Hoher Wohneigentumswunsch bei Migranten

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag der privaten Bausparkassen zeigt, dass Migranten zunehmend ihre eigenen vier Wände finanzieren. Die Erhebung bestätigt zudem eine feste Verwurzelung in Deutschland. Unterschiede zu Deutschen gibt es kaum noch.

Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland fest verwurzelt. Das zeigt sich auch bei der Wohnsituation: Der Anteil derjenigen, die im Eigentum wohnen, entspricht fast dem Bundesdurchschnitt. Auch ist der Wunsch, sich in den nächsten Jahren eigene vier Wände anzuschaffen, stark ausgeprägt. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Icon Added Value aus Nürnberg im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen. Befragt wurden dabei über 1.000 Bürger mit Migrationshintergrund zu ihrer Wohnsituation, ihren Wohnwünschen und ihrem Sparverhalten.

Danach sind fast zwei Drittel der Befragten bereits in Deutschland geboren und leben hier schon seit mehr als 20 Jahren. Nur etwas mehr als ein Drittel ist noch selbst nach Deutschland eingewandert. Drei Viertel der Befragten wollen dauerhaft hier bleiben – jeder Siebte ist noch unentschlossen. Nur jeder Zehnte plant, Deutschland in nächster Zeit wieder zu verlassen.

Wohnumfeld

Zwar leben Menschen mit Migrationshintergrund häufiger in der Stadt als der Bundesdurchschnitt. Die Abweichungen sind aber nicht wesentlich. Fast 38 Prozent leben in einer Großstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern (Bundesdurchschnitt: 31 Prozent) – davon 20 Prozent in einer Stadt mit mehr als 500.000 Einwohnern (Bundesdurchschnitt: 16 Prozent).

Erhebliche Differenzen gibt es allerdings bei der Haushaltsgröße: Während im Bundesdurchschnitt 40 Prozent der Haushalte Singlehaushalte sind, sind es bei Menschen mit Migrationshintergrund nur 20 Prozent.

Wohnsituation

Bei der Wohnsituation unterscheidet sich diese Bevölkerungsgruppe jedoch kaum von den Deutschen ohne Migrationshintergrund: Bereits 43 Prozent der Befragten leben im Wohneigentum – fast genauso viele wie im Bundesdurchschnitt mit knapp 46 Prozent. 31 Prozent haben sich dabei für ein eigenes Haus entschieden, 12 Prozent für eine Eigentumswohnung.

Das Statistische Bundesamt kam für Deutsche mit Migrationshintergrund, die in diese Umfrage zu 82 Prozent eingeflossen sind, für das Jahr 2011 auf eine Wohneigentumsquote von 40 Prozent. Bei den in Deutschland lebenden Ausländern belief sich die Wohneigentumsquote danach auf fast 29 Prozent.

Der Erwerb erfolgt laut Umfrage in zwei von drei Fällen zusammen mit dem Ehepartner. Der Erwerb mit Geschwistern oder anderen Verwandten außer den Eltern spielt mit weniger als 4 Prozent praktisch keine Rolle.

Längst angekommen

„Diese Menschen sind längst mitten in unserer Gesellschaft angekommen“, erklärte dazu der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Andreas J. Zehnder. „Das Bekenntnis zum Wohneigentum zeigt in besonderer Weise, wie sehr sie hier verwurzelt sind und unser Land bereichern.“

Der Erhebung zufolge bleibt die Unabhängigkeit der eigenen vier Wände für Menschen mit Migrationshintergrund ein Lebenstraum – wie beim Rest der Bevölkerung auch. 30 Prozent der Befragten wollen in den nächsten paar Jahren ins Eigenheim ziehen. Dabei wird der Wunsch nach Wohneigentum heute von mehr als jedem Dritten der Befragten stärker eingeschätzt als vor fünf Jahren. Bei fast der Hälfte ist er genauso groß.

Befragt nach dem Wohnwunsch in zehn Jahren, träumen sogar 57 Prozent der Mieter von eigenen vier Wänden. Unter den jetzigen Eigentümern wollen 62 Prozent in ihrem Eigenheim bleiben, 34 Prozent in anderes Wohneigentum ziehen. Als Hauptvorteile sehen sie die Unabhängigkeit vom Vermieter, freie Gestaltungsmöglichkeiten und langfristig finanzielle Vorteile gegenüber dem Mieten.

Sparformen

Für 61 Prozent ist Bausparen ein geeigneter Weg, zu einem Eigenheim zu kommen. Fast ein Drittel der Befragten spart auch mit einem Bausparvertrag für dieses Ziel. Häufigere Sparformen sind nur Sparbuch/Spareinlagen, Girokonto und Tagesgeld.

83 Prozent meinen, dass es sich lohnt, dafür zu sparen. Als Nachteil wird jedoch die hohe finanzielle Belastung gesehen. Immerhin 62 Prozent sind nicht bereit, sich wirklich dafür einzuschränken. Rund zwei Drittel kann sich aber trotzdem vorstellen, auf andere Ausgaben zu verzichten – allen voran auf Modeartikel, Urlaub und Unterhaltungselektronik.

Die Menschen bleiben hier

„Schaffe, schaffe, Häusle baue“, so Andreas J. Zehnder, „das gilt offensichtlich für Deutsche türkischer Abstammung genauso wie für Deutsche schwäbischer Abstammung.“ Die privaten Bausparkassen würden dies seit langem begleiten. Zehnder: „Mit dem Bausparvertrag werden keine Zweitwohnungen in Spanien finanziert, sondern Wohnungen in Deutschland gebaut.“

Die sozial treffsichere Wohnungsbauprämie stelle dabei gerade auch für diese Bevölkerungsgruppe eine wichtige Ansparförderung dar. Die im früheren Wiedereingliederungshilfegesetz angelegte Möglichkeit einer Mitnahme der Wohnungsbauprämie ins Heimatland der „Gastarbeiter“ spiele heute keine Rolle mehr. „Die Menschen bleiben hier und finanzieren hier in ihrer neuen Heimat“, betonte er. Mit der staatlich geförderten Eigenheim-Rente sei der Zugang zum Wohneigentum nochmals erleichtert worden. „Wohneigentumspolitik kann ein gutes Stück erfolgreicher Integrationspolitik sein.“ (fs)

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Ein Kommentar
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  1. pietro paolo sagt:

    Die Ergebnisse dieser durchaus interessanten Umfrage sind durch eine einfache Wortwahl verfälscht. Menschen, die in Deutschland geboren wurden und seitdem hierzulande gelebt haben sind DEUTSCHE und keine Migranter!!! So lange die Medien für diese Menschen noch das Wort „Migrationshintergrund“ benutzen, wird es keine eine reale Integration geben. Warum brauchen wir noch solch ein veraltetes Konzept? Nur um zwischen Müller und Lopez oder Yilmaz noch deutlicher zu unterscheiden, obwohl alle drei in Deutschland geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen sind? Wer hat so was nötig?
    Ich schlage vor, das Wort Migrationshintergrund nur für Leute zu verwenden, die tatsächlich selbst nach Deutschland eingewandert sind. Wäre es nicht viel effektiver, um die Gleichstellung der Deutschen Staatsbürger Müller, Lopez und Yilmaz zu fördern?



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