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Migration und Integration in Deutschland

Die Qualität einer freiheitlichen Gesellschaft bewährt sich nicht zuletzt darin, wie mit Minderheiten umgegangen wird und wie sich Minderheiten in einer Gesellschaft fühlen.

Wolfgang Schäuble, Rede zur Amtseinführung des Beuauftragten für Auslandsdeutsche, Februar 2006

Außenminister Steinmeier

Nicht zwischen guter und schlechter Einwanderung unterscheiden!

Wenn man als Fremder in ein neues Land kommt, kann der Anfang durchaus schwierig sein. Abhilfe könnten „Willkommenszentren“ bieten, ist Außenminister Steinmeier überzeugt. Außerdem sollte man nicht den Fehler machen, zwischen Einwanderern zu unterscheiden.

Für mehr „Willkommenszentren“ für ausländische Fachkräfte hat sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ausgesprochen. „Wir brauchen in Deutschland offene Türen und Willkommenszentren wie in Baden-Württemberg“, sagte er am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Willkommenskultur“ in Stuttgart. In den Einrichtungen erhalten Neuankömmlinge Informationen über die Region und Hilfestellungen, etwa bei Behördengängen oder bei Fragen der Sozialversicherung.

Der Außenminister warnte davor, zwischen guter und schlechter Einwanderung zu unterscheiden. Nicht nur Fachkräfte, auch Flüchtlinge sollten herzlich willkommen werden, betonte er. Es brauche allerdings eine geregelte Einwanderung. Statt über das Hochziehen von Zäunen zu reden, solle man sich Gedanken machen, wie man die Gründe von Flucht an den Wurzeln packen und vor Ort helfen könne. Alleine schaffe Deutschland es nicht, das Flüchtlingsproblem zu lösen, fügte er mit Blick auf andere europäische Länder hinzu.

Öney fordert gleiche Teilhabechancen
Nach Ansicht der baden-württembergischen Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) braucht Deutschland qualifizierte Zuwanderung. Deshalb gebe es im Südwesten seit einigen Monaten zehn regionale „Welcome Center“, in denen Fachkräften bei der Wohnungssuche oder Behördengängen geholfen wird. Neben den Fachkräften müssten aber auch die anderen Migranten in den Blick genommen werden, betonte auch Öney. Kinder mit Migrationshintergrund brauchten gleiche „Teilhabechancen“ und dürften nicht auf der Strecke bleiben.

Die Podiumsdiskussion wurde vom Auswärtigen Amt und dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) organisiert. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „Review 2014 – Außenpolitik weiterdenken“ statt, in dem Vertreter des Auswärtigen Amtes mit Menschen in Deutschland über Außenpolitik diskutieren. (epd/mig)

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