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Migration und Integration in Deutschland

Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier – als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los

Andreas Scheuer, CSU-Generalsekretär, PresseClub Regensburg, 15.9.2016

Einwanderung

Es kommen kaum Fachkräfte nach Deutschland

Mehr als die Hälfte aller zugewanderten Fachkräfte können sich dauerhaft vorstellen, in Deutschland zu bleiben. Das teilt das Bundesinnenministerium mit. Es gibt aber ein Problem: Es kommen kaum Hochqualifizierte und Fachkräfte.

Zwei Drittel der hoch qualifizierten Zuwanderer von außerhalb der EU wollen dauerhaft in Deutschland leben und arbeiten. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zur Fachkräftezuwanderung hervor, die der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe) vorliegt. Das Ministerium beruft sich auf eine aktuelle Umfrage des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge unter 9.400 Migranten aus sogenannten Drittstaaten.

Demnach wollen 69 Prozent der Hochqualifizierten länger als zehn Jahre oder für immer in Deutschland bleiben. Erleichterungen im Zuwanderungsrecht für Drittstaatler locken allerdings weiterhin nur wenige Ausländer nach Deutschland, wie aus der Regierungsantwort hervorgeht. So machten 2013 lediglich 475 Akademiker von der seit 2012 geltenden Möglichkeit Gebrauch, ein Sechs-Monats-Visum für die Arbeitsplatzsuche in Deutschland zu erhalten.

Nur wenige Forscher
Eine besondere Niederlassungserlaubnis für Wissenschaftler bekamen 2013 nur 38 Forscher, in diesem Jahr waren es bislang 14. Über die 2012 eingeführte „Positivliste“ für Zuwanderer mit Berufen, in denen erhöhter Fachkräftemangel herrscht, kamen bis Mitte dieses Jahres nur rund 170 Zuwanderer in die Bundesrepublik. Die „blaue Karte“ der EU, die seit Mitte 2012 weitere Fachkräfte nach Deutschland locken soll, erhielten vergangenes Jahr 11.290 Ausländer, von denen allerdings lediglich 4.127 neu eingereist waren.

Grünen-Politiker Volker Beck wertet die Zahlen als Beleg, „dass Deutschland für Fachkräfte immer noch nicht attraktiv genug ist“. Visa zur Arbeitssuche würden selten erteilt. „Unter dem Strich findet so kaum Einwanderung statt“, sagte Beck der Zeitung. „Das kann sich der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht länger leisten.“ (epd/mig)

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6 Kommentare
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  1. Volskwirtin sagt:

    Welch ein Wunder! Wer will denn schon sehr hohe Sozialabgaben, hohe Steuern und eine immer größere Zahl an Rentnern versorgen? Abgesehen davon ist es naiv zu glauben, dass das „Ausland“ eine vergleichsweise hohe Dichte an qualifiziertem Personal verfügt. In Oberbayern hatten wir 534 Patente auf 1 Million Einwohner (2009), in Budapest 7,81, in Warschau 10,48, in Prag 23, 78, in Budapest 39,45, wohlgemerkt, das wird alles zu Mitteleuropa gezählt. All diese Zahlen sagen sehr wohl etwas über das nichtnominelle Qualifikationsniveau aus. Es gibt in Osteuropa und in der muslimischen Welt einfach nicht so viele Spitzenfachkräfte wie wir das gerne hätten.

    http://www.sueddeutsche.de/app/wirtschaft/europaatlas/

  2. Nichtdenker sagt:

    Welch ein Wunder! Wer will denn schon sehr hohe Sozialabgaben, hohe Steuern und eine immer größere Zahl an Rentnern versorgen?“

    Eben. Da wandere ich als gut ausgebildeter Ausländer nach Amerika oder Australien. Dort gibt es außerdem eine Willkommenskultur, die man in Deutschland vergebens versucht zu etablieren.

  3. Realist sagt:

    Wer sagt denn eigentlich, dass Europa ein Kontinent der Innovation ist?

  4. Ex-Student sagt:

    Es gibt eben keinen Fachkräftemangel in Deutschland.

    Aus diesem Grund werden auch keine Löhne gezahlt, die eventuell zuwanderungswillige Spitzenkräfte hinter dem Ofen hervorlocken würden.

  5. surviver sagt:

    Für einen Wirtschaftsstandort wie Deutschland ist das ein Armutszeugnis.

  6. Miri sagt:

    Der Wirtschaftsstandort Deutschland hat genügend Spitzenfachkräfte, allerdings schlecht bezahlt. Für ausländische Fachkräfte unattraktiv.

  7. Sinbad sagt:

    @Nichtdenker, na falls sie Akademiker sind, können sie sich freuen. Denn in Australien und in den Vereinigten Staaten wäre es Ihnen vielleicht deutlich schwerer gefallen, einen akademischen Grad zu erlangen. Dort bezahlen Sie ihre Bildung nämlich teuer, insb. in den USA sind viele Akademiker massiv verschuldet. Übrigends müssen Sie gut verdienen, sonst wirds da eng mit der sozialen Sicherheit. Mal davon abgesehen, dass Länder wie USA, Australien (wahnsinnige Willkommenskultur mit Abschreckungsvideos für Einwanderer), Kanada… leider nicht jeden reinlassen 😉



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