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Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

TV-Tipps des Tages

30.09.2014 – Edremit, Türkei, Asylrecht, Sarrazin, Migranten, Syrien

TV-Tipps des Tages sind: Von den Dardanellen zum Golf von Edremit. Zwei türkische Burgen wachen über den neuralgischen Punkt; cosmo tv: Geändertes Asylrecht – Integration statt Abschiebung? Anti-Sarrazin-Rapper – Made in Germany; Sterben für Allah? Der Weg deutscher Gotteskrieger nach Syrien

VONÜmit Küçük

DATUM30. September 2014

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Von den Dardanellen zum Golf von Edremit
Kaum mehr als einen Kilometer breit, aber doch eine schicksalhafte Scheidelinie zwischen Okzident und Orient, zwischen Europa und Asien: die Dardanellen. Zwei türkische Burgen wachen über den neuralgischen Punkt. Die Festung auf dem europäischen Ufer trägt den unzweideutigen Namen ‚Kilitbahir‘, Meeresverschluss. Mitten im quirligen Alltag des Städtchens Canakkale am asiatischen Ufer führen zahlreiche Wege und Begegnungen auf die Spuren einer langen Geschichte als Schmelztiegel vieler Kulturen hier am Übergang zwischen Abendland und Morgenland.

Die Meeresenge der Dardanellen, das Tor zur Ägäis, wurde in der Antike von der Burgstadt Troja bewacht und ihr Hinterland, die Troas, weithin sichtbar vom sagenumwobenen Berg Ida überragt, dem heutigen Kaz Dagi, der auch das Küstenpanorama am Golf von Edremit bestimmt. Die Menschen im einstigen Land der Trojaner erscheinen uns heute längst nicht mehr nur fremd und fern, vieles ist uns in ursprünglicher Weise vertraut. Und die einheimischen Anatolier leben, wie es scheint, gut mit ihrem schwierigen doppelten Erbe, den aus Mittelasien an einen der Ursprünge Europas mitgebrachten Traditionen. Di, 30. Sep • 15:15-16:00 • RBB Berlin

cosmo tv
Themen:

  • Mare Nostrum – Die Lebensretter im Mittelmeer
  • Geändertes Asylrecht – Integration statt Abschiebung?
  • Anti-Sarrazin-Rapper – Made in Germany

Mare Nostrum – Die Lebensretter im Mittelmeer
ITALIEN. Kapitän Dolfini weiß nie genau, was auf ihn zukommt. Das Meer südlich von Sizilien ist unruhig. Mit seiner „San Giorgio“, einer Fregatte der italienischen Kriegsmarine, soll er Flüchtlinge aus Afrika auf hoher See finden und sie vor dem Ertrinken retten. Die italienische Regierung hat die Mission „Mare Nostrum“ ins Leben gerufen, nachdem am 3. Oktober 2013 vor Lampedusa ein Flüchtlingsschiff sank und dabei mehr als 350 Menschen starben. Kapitän Dolfini und andere Lebensretter haben im vergangenen Jahr mehr als 100.000 Flüchtlinge auf hoher See geborgen. Aber wie geht es weiter? Die italienische Regierung will die Mission „Mare Nostrum“ nicht weiter finanzieren. Das sei eine europäische Aufgabe, denn die meisten Flüchtlinge wollten gar nicht nach Italien, sondern in andere Länder Europas. Zum ersten Mal für das deutsche Fernsehen konnten die Autorin Chiara Sambuchi und ihr Team die Rettungsarbeiten begleiten, die es vielleicht bald schon nicht mehr geben wird.

Geändertes Asylrecht – Integration statt Abschiebung?
KÖLN. Die Unterbringungs-Einrichtungen für Flüchtlinge sind am Rande ihrer Kapazitäten. Sogar Zeltlager und Container werden als Notfallunterkünfte in Betracht gezogen. Die Behörden rechnen für 2014 mit bundesweit 200.000 Asylbewerbern. Doch das wird noch nicht das Ende sein. Vor diesem Hintergrund fordert der Flüchtlingsrat NRW eine Reformierung des Asylrechts in Deutschland, um Flüchtlinge nachhaltig in die Gesellschaft zu integrieren. Denn viele Asylbewerber, zum Beispiel aus Syrien und dem Irak, werden aufgrund der katastrophalen Lage in ihren Heimatländern länger bei uns bleiben. Der Bundesrat hat vor einer Woche das Asylrecht in einigen Punkten geändert. Bleibt die Frage: Was bringt das konkret? Und reicht das? cosmo tv stellt die Änderungen auf den Prüfstand.

Anti-Sarrazin-Rapper – Made in Germany
FULDA. Rapper sind meist harte Kerle mit dicken Oberarmen und Goldkette. Ihre Texte handeln von Frauen, Sex, Gewalt und Drogen. Doch es geht auch anders. Das beweisen gerade Dzeko und Kamyar – zwei 15jährige Schüler. Die beiden Nachwuchs-Rapper fühlten sich durch Thilo Sarrazins Thesen in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ angegriffen und haben deshalb einen Song aufgenommen. Mit dem Lied „Generation Sarrazin – deutsch so wie Du“ beweisen sie, dass nicht alle Ausländer so sind, wie Sarrazin sie darstellt. Man kann Dzeko und Kamyar heißen und trotzdem deutsch sein. Beide sind hier geboren und nutzen die deutsche Sprache virtuos als ihr Ausdrucksmittel. Gut in der Schule sind sie auch noch: Kamyar hat sogar eine Klasse übersprungen. cosmo tv hat den Rapper-Nachwuchs getroffen. Di, 30. Sep • 16:00-16:30 • ARD-alpha

Sterben für Allah?
Der Weg deutscher Gotteskrieger nach Syrien. Es ist ein schockierendes Bild: Mustafa K., ein junger Deutscher, hält in einer syrischen Ortschaft grinsend den abgeschlagenen Kopf eines gefallenen Gegners in die Kamera. Mustafa K. ist kein Einzelfall: Etwa 300 fanatisierte junge Deutsche kämpfen nach offiziellen Angaben derzeit im syrischen Bürgerkrieg auf Seiten islamistischer Terrorgruppen. Was bringt diese jungen Frauen und Männer dazu, in einem fremden Land für Allah sterben zu wollen? Der Film gibt exklusive Einblicke in diese Szene und zeigt die Schwierigkeit der deutschen Gesellschaft im Umgang mit dem Phänomen. Di, 30. Sep • 22:45-23:30 • HR

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