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Migration und Integration in Deutschland

Es gab vor allem in der Anfangsphase der Anwerbung von Türken häufige Klagen der deutschen Arbeitskollegen darüber, dass die Türken … an ihrem Arbeitsplatz wie verrückt arbeiten und dadurch die Akkordsätze verderben.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Nahost in Deutschland?

Religiöse Konflikte sind in Deutschland selten

Immer häufiger berichten Medien über religiöse Konflikte zwischen muslimischen und christlichen Flüchtlingen. Die Diakonie ging diesen Berichten nach und gibt Entwarnung: Das mediale Bild entspricht nicht der Realität.

Die Konflikte im Nahen Osten werden Medienberichten zufolge auch vermehrt in Deutschland ausgetragen. Im westfälischen Herford etwa eskalierte am Mittwochabend ein Konflikt zwischen mehreren muslimischen Gruppen, darunter Salafisten und rund 300 Jesiden, einer kurdischen Minderheit. Beide Seiten griffen sich nach Polizeiangaben mit Steinen, Flaschen und Holzlatten an. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt.

Und in Flüchtlingsheimen kommt es zu Übergriffen zwischen Muslimen und Christen. In Berlin kam es am Freitag zu einer Schlägerei zwischen muslimischen Tschetschenen und christlichen Syrern. Und in Bayern berichteten Medien ebenfalls über ähnliche Vorfälle. Wie die Diakonie Bayern allerdgins mitteilt, ist eine Zunahme von religiös motivierten Konflikten in Flüchtlingsunterkünften nicht zu beobachten.

Durch Medienberichte über „einige wenige Einzelfälle“ sei in der letzten Zeit ein Bild entstanden, das der Realität nicht entspricht, sagte Diakonie-Präsident Michael Bammessel am Freitag in Nürnberg. Religiöse Konflikte seien selten.

Der Bayerische Rundfunk und Die Zeit hatten über Mobbingfälle in Asylbewerbereinrichtungen berichtet. Demnach würden immer öfter muslimische Flüchtlinge christliche Asylbewerber schikanieren. Der Integrationsbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Michael Neumeyer (CSU), forderte daraufhin eine getrennte Unterbringung der Flüchtlinge nach Religionszugehörigkeit.

„Eine Umfrage unter den 75 Beraterinnen und Beratern, mit denen die Diakonie in den Einrichtungen vor Ort präsent ist, konnte die Medienberichte nicht bestätigen“, sagte Bammessel. Eine Trennung, wie von Neumeyer gefordert, würde „bereits vorhandene Ausgrenzungstendenzen“ fördern. Um Konflikte zu vermeiden, brauche es statt einer Trennung von Religionen vielmehr eine bessere Unterbringung. (epd/mig)

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29 Kommentare
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  1. Mechthild Gunkel sagt:

    Wäre ich irgendwo an der Peripherie in einem Mehrbettzimmer untergebracht, auf Jahre, ohne Perspektive, Arbeits- oder Schulmöglichkeiten und hätte nur ein sehr mageres Budget zu Verfügung – keine Ahnung, gegen wen sich meine angestauten Aggressionen entladen würden… Wahrscheinlich gegen den ersten, der mir quer kommt…

  2. Lynx sagt:

    Die Christen, Jesiden, Qadiyanis (Ahmadis) usw., die als Asylsuchende in die BRD kommen, wissen vorher z. T. vielleicht gar nicht, daß es dort auch Muslime gibt, und sind dann überrascht und enttäuscht. Es ist zwar verständlich, daß sie voller Haß auf die Muslime sind, nachdem sie in ihrer Heimat von Extremisten verfolgt worden sind, sie sollten aber auch soviel Verstand besitzen, um zu wissen, daß die Mehrzahl der Muslime in Deutschland keine Extremisten sind. Sie sollten sich vor blinden Überreaktionen hüten. Bereits vor vielen Jahren suchte ich über Internet freundschaftlichen Kontakt zu aramäischen Christen, doch als Antwort darauf schickten mir ein paar von ihnen Computerviren. Der bundesdeutsche Staat hat mit der Aufnahme von Personen in ihrer Heimat z. T. verfeindeter Volks- und Religionsgruppen eine große Verantwortung und ein Sicherheitsrisiko auf sich genommen, denen er gerecht werden muß. Es braucht nicht nur eine bessere Unterbringung, sondern vor allem auch eine Aufklärung über die Religion des jeweils anderen und dessen jeweilige Ausrichtung in der eigenen Religionsgemeinschaft, also z. B., ob er extremistisch, liberal, traditionell, säkularistisch usw. eingestellt ist.

  3. Geobrezel sagt:

    @Lynx

    Oh Lynx! Sie mit Ihren Verallgemeinerungen! Ich habe schon asylsuchende Muslime getroffen, die waren fest davon überzeugt hier innerhalb kürzester Zeit den Christen und Atheisten ihr ungläubiges Leben austreiben zu müssen und dass es nur noch eine Frage der Zeit wäre bis die Muslime die Herrschaft hier übernommen hätten. Ich wäre aber nicht auf die Idee gekommen, dass alle Muslime das denken würden, das ist ja auch nur ein Resultat davon, dass man ungebildet ist

    Woher sollen diese ungebildeten Menschen, die noch nie eine Schule von Innen gesehen haben, diesen Verstand her haben?

    „Bereits vor vielen Jahren suchte ich über Internet freundschaftlichen Kontakt zu aramäischen Christen, doch als Antwort darauf schickten mir ein paar von ihnen Computerviren.“

    Oh ja! Das ist der absolute Beweis dafür, dass Christen voll die agressiven Asylanten sind.

    Passen Sie bloß auf, dass hier keine Frau die in einem Aslyheim arbeitet auch mal ein paar Anekdoten über muslimische Asylanten erzählt!

    Das einzige brauchbare in Ihrem Kommentar ist der letzte Satz:
    „Es braucht nicht nur eine bessere Unterbringung, sondern vor allem auch eine Aufklärung über die Religion des jeweils anderen und dessen jeweilige Ausrichtung in der eigenen Religionsgemeinschaft, also z. B., ob er extremistisch, liberal, traditionell, säkularistisch usw. eingestellt ist.“

    Den Rest Ihres Kommentars hätten Sie sich sparen können, da er nämlich genau zu dem führt, was es in Deutschlandnoch nicht gibt!

  4. Marianne sagt:

    „Oh Lynx! Sie mit Ihren Verallgemeinerungen! Ich habe schon asylsuchende Muslime getroffen, die waren fest davon überzeugt hier innerhalb kürzester Zeit den Christen und Atheisten ihr ungläubiges Leben austreiben zu müssen und dass es nur noch eine Frage der Zeit wäre bis die Muslime die Herrschaft hier übernommen hätten. Ich wäre aber nicht auf die Idee gekommen, dass alle Muslime das denken würden, das ist ja auch nur ein Resultat davon, dass man ungebildet ist“

    Von Verallgemeinerungen konnte ich in Lynx Beitrag nichts entdecken, auch kann ich nicht nachvollziehen, was Sie Lynx eigentlich sagen wollen, ich sehe keinerlei Zusammenhang mit dem, was Lynx geschrieben hat. Von „alle“ hat Lynx jedenfalls nichts geschrieben.

    „Woher sollen diese ungebildeten Menschen, die noch nie eine Schule von Innen gesehen haben, diesen Verstand her haben?“

    Von welchen „ungebildeten“ Menschen reden Sie? Meinen Sie jetzt die Muslime, die Jesiden, die Qadiyanis oder die Christen? Wer hat Ihrer Meinung nach „noch nie eine Schule von innen gesehen“? Sprechen Sie sich ruhig aus!

    „“Bereits vor vielen Jahren suchte ich über Internet freundschaftlichen Kontakt zu aramäischen Christen, doch als Antwort darauf schickten mir ein paar von ihnen Computerviren.”

    „Oh ja! Das ist der absolute Beweis dafür, dass Christen voll die agressiven Asylanten sind.““

    Hat Lynx das etwa behauptet? Nicht, dass ich wüsste. Aber im Unterstellen nicht getätigter Aussagen sind Sie Spitze.

    „Passen Sie bloß auf, dass hier keine Frau die in einem Aslyheim arbeitet auch mal ein paar Anekdoten über muslimische Asylanten erzählt!“

    Was soll dieses Geschwätz über „muslimische Asylanten“ ? Im Gegensatz zu Lynx verallgemeinern eindeutig Sie.

    „Das einzige brauchbare in Ihrem Kommentar ist der letzte Satz:
    “Es braucht nicht nur eine bessere Unterbringung, sondern vor allem auch eine Aufklärung über die Religion des jeweils anderen und dessen jeweilige Ausrichtung in der eigenen Religionsgemeinschaft, also z. B., ob er extremistisch, liberal, traditionell, säkularistisch usw. eingestellt ist.”“

    Und das entscheiden Sie hier, was „brauchbar“ ist? Sind Sie Lynx Lehrer? Ganz schön anmassend, mit Verlaub. Aber da Sie das für das in einer Sachdiskussion angebrachte „Niveau“ halten, begebe ich mich gerne auf Ihr gewünschtes „Niveau“: ich halte Ihren Beitrag aus den genannten Gründen oben für komplett unbrauchbar – mit Begründung, so, wie sich das gehört.

    „“Den Rest Ihres Kommentars hätten Sie sich sparen können, da er nämlich genau zu dem führt, was es in Deutschlandnoch nicht gibt!““

    Wie oben ausgeführt und sachlich begründet, hätten Sie sich ihren gesamten Beitrag „sparen“ können.

  5. Lionel sagt:

    Ein Großteil der Asylbewerber sind Muslime.
    Daher ist es unvermeidlich, dass asylsuchende Christen oder Jesiden in Asyleinrichtungen auf sie treffen.
    Konflikte ergeben sich dann in Gemeinschaftsbereichen (z.Bsp Küche: Schweinefleisch), die aber häufigunterhalb der Schwelle zur Strafbarkeit ausgetragen werd, und deshalb nicht an die Öffentlichkeit gelangen.
    Sozialbetreuer oder Sicherheitspersonal sind nämlich per Vertrag zum Schweigen verpflichtet.

  6. Geobrezel sagt:

    @Marianne

    Lassen Sie denjenigen Antworten den ich angeschrieben habe! Der versteht mich vielleicht besser und versucht die Dinge die ich sage vielleicht nicht absichtlich in den falschen Hals zu bekommen, denn grösstenteils schreiben Sie einfach am Thema vorbei!

  7. Max sagt:

    @Mechthild Gunkel
    Wer vor Verfolgung flüchtet und in Deutschland Asyl gewährt bekommen möchte, der sollte erst einmal froh und dankbar sein, Zuflucht zu bekommen. 140 Euro Barbetrag sind zwar nicht umwerfend viel, allerdings müssen diese Gelder ja auch erst einmal erwirtschaftet werden.
    Wer sich um die Anerkennung seines Asylantrages bewirbt, sollte schon friedlich bleiben können und mit der Pluralität einer Gesellschaft umgehen können, in der jeder seinen Glauben in weiten Grenzen leben kann. Wenn er das schon nicht kann, wie soll er dann in einem Land friedlich leben, das eine christliche Bevölkerungsmehrheit hat?

  8. posteo sagt:

    @Max
    Ich schließe mich Ihrer Meinung an und möchte noch hinzufügen, dass die BRD seit Jahrzehnten Flüchtlinge und Asylanten aus allen Kulturen Und Regimen aufnimmt. Dissidenten aus dem Ostblock, vietnamesische boatpeople, türkische Kurden, iranische Exilanten, Opfer des Jugoslawienkriegs und immer wieder mal Bürgerkriegsflüchtlinge aus Afrika und Nahost.
    Aber die „fröhlichen Urständ“, die wir neuerdings erleben, waren seither unbekannt. Und dabei sind alle Refugees mehr oder weniger traumatisiert und müssen sich alle mit den gleichen bescheidenen Bedingungen begnügen.
    Meine persönliche Erfahrung: Wenn mir jemand aus einer Notlage hilft und mir Unterschlupf gewährt, vermeide ich alles, was dazu führen könnte, dass man mich vor die Tür setzt.

  9. Marianne sagt:

    @Geobrezel, dies ist ein öffentliches Forum und was ich kommentiere, entscheide ich ohne oberlehrerhafte Belehrung Ihrerseits. Ihre Anmassungen werden immer unverfrorener. Das trifft auch auf Ihre unbegründete und unzutreffende sowie m. E. unverschämte Behauptung zu, ich wurde „grösstenteils“ am Thema vorbeischreiben. Das nämlich tun ausweislich Ihrer Beitraege zweifellos und eindeutig Sie.

  10. Max sagt:

    @Marianne: „“Woher sollen diese ungebildeten Menschen, die noch nie eine Schule von Innen gesehen haben, diesen Verstand her haben?”

    Sind ihnen die Herkunftsländer vieler Asylbewerber bekannt? Ich war zwar noch nie in diesen Ländern, aber bspw. in Somalia, dem Sudan, Afghanistan und dem Irak sind die Schulsysteme nicht sehr ausgeprägt bzw. praktisch nicht vorhanden.


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