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Internationales Jugendtreffen in Auschwitz

Gedenktag des Genozids an Sinti und Roma

Am 2. August 1944 wurden 2.900 Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet. Anlässlich dieses Tages wird eine internationale Delegation von über 60 Personen nach Polen kommen.

Vertreter der Sinti und Roma gedenken am Samstag ihrer Opfer während der NS-Terrorherrschaft. Wie das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma am Mittwoch in Heidelberg mitteilte, wird eine internationale Delegation von über 60 Personen nach Polen kommen. Anlass ist der 70. Jahrestag der Auflösung des sogenannten „Zigeunerlagers“ in Auschwitz-Birkenau am 2. August 1944.

Aufgrund von Himmlers „Auschwitz-Erlass“ vom 16. Dezember 1942 deportierte die Schutz-Staffel (SS) rund 23.000 Sinti und Roma familienweise aus elf Ländern Europas in das Vernichtungslager. Am 2. August 1944 ermordete die SS in den Gaskammern von Auschwitz die letzten 2.900 Angehörigen der Minderheit – Kinder, Mütter und Alte. Im besetzten Europa wurden den Angaben zufolge 500.000 Roma und Sinti Opfer des Holocaust.

Erwartet werden zu der offiziellen Gedenkkundgebung auch Vertreter der polnischen Regierung und europäischer Staaten, der USA und Israels. Für die Überlebenden spricht Heinz Bamberger als Vertreter der deutschen Sinti und Roma. Aus der Familie des gebürtigen Mainzers fanden 24 Personen in Auschwitz und anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern den Tod.

Der Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, kritisierte, dass der gewaltbereite Rassismus gegenüber Roma in Europa nicht auf den entschiedenen Widerstand der demokratischen Parteien treffe, sondern vielmehr bis in die Mitte der Gesellschaft Widerhall finde. (epd)