MiGAZIN

Antisemitische Aufrufe

Zentralrat beklagt Judenhass bei Demonstrationen

Der Zentralrat der Juden beklagt bei Demonstrationen gegen den Nahostkrieg eine „Explosion an bösem und gewaltbereitem Judenhass“. Am Wochenende hatten mehrere tausend Menschen gegen den militärischen Angriff Israels im Gazastreifen protestiert.

Eine „Explosion an bösem und gewaltbereitem Judenhass“ hat es nach Ansicht des Zentralrats der Juden bei den jüngsten deutschen Demonstrationen gegen den Nahostkrieg gegeben. Man sei davon „schockiert und bestürzt“, erklärte Zentralrats-Präsident Dieter Graumann am Montag in Berlin. Er rief Politik, Gesellschaft und Medien auf, die Vorfälle klar zu verurteilen.

Am Wochenende hatten bundesweit mehrere tausend Menschen gegen die militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen protestiert. In Göttingen kam es zu Gewalt zwischen Demonstranten und Teilnehmern einer proisraelischen Gegenkundgebung. In Essen ermittelt die Polizei wegen eines geplanten Angriffs auf die örtliche Alte Synagoge.

Meinungsfreiheit ja, Volksverhetzung nein
Graumann sagte, dass auf deutschen Straßen antisemitische Aufrufe der übelsten und primitivsten Art skandiert werden könnten, „hätten wir niemals im Leben mehr für möglich gehalten“. Die neue Dimension des Antisemitismus werde viel zu wenig beachtet. Judenhass dürfe nicht verschwiegen, sondern müsse entschlossen bekämpft werden. „Meinungsfreiheit ja, aber Volksverhetzung nein und niemals!“

Der Konflikt zwischen Israel und der Hamas dauert seit fast zwei Wochen an. Die israelische Armee startete inzwischen eine Bodenoffensive im Gazastreifen mit bisher mindestens 500 Tote auf palästinensischer Seite. (epd/mig)