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111 Orte in Istanbul, die man gesehen haben muss

Die einzige Metropole auf zwei Kontinenten mit 17 Millionen Einwohnern fasziniert ihre Besucher mit ihren unzähligen Kulturangeboten, Sehenswürdigkeiten, modernen Einkaufsmalls, bunten Bazaren, den kulinarischen Köstlichkeiten einer sehr reichen Küche und ihrem lebendigen Nachtleben. Der Autor und Übersetzer Marcus X. Schmid hat in seinem Reiseführer 111 ganz besondere Orte ausgewählt und der Istanbuler Fotograf Halûk Uluhan liefert aus seinem persönlichen Blickwinkel die Fotos.

VONRukiye Cankıran

 111 Orte in Istanbul, die man gesehen haben muss
Die Autorin - geboren 1971 in Hamburg - machte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorres- pondentin, studierte "Angewandte Kulturwissen- schaften" in Lüneburg. Sie arbeitete 1997 bis 2004 als Dolmetscherin, Übersetzerin, Kinoredakteurin und freie Journalistin. Seit 2005 hauptberuflich tätig in EU-Projekten mit Themenschwerpunkten Integration und Diversity. Nebenberuflich ist sie als Dozentin für die türkische Sprache tätig, organisiert in diesem Rahmen Literaturseminare, Leseabende, Istanbul-Seminare und -Reisen.

DATUM16. Mai 2014

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RESSORTAktuell, Rezension

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Istanbul vereint Spuren islamischer, christlicher und jüdischer Tradition und präsentiert diese dem interessierten Auge als Freilichtmuseum in allen Teilen der Stadt. Wer eine Metropole der Superlative erleben möchte, darf sich die Residenz der osmanischen Sultane nicht entgehen lassen.

Istanbul war bis zur türkischen Republiksgründung 1923 Hauptstadt des Osmanischen Reiches und hieß Konstantinopel. Heute ist es das Zentrum der Wirtschaft, Medien und Kultur des Landes. Diejenigen, die europäische Moderne und orientalischen Luxus erleben wollen, wählen eine Bleibe im Zentrum der Neustadt Beyoğlu. Hier verläuft die berühmte Flaniermeile Istiklal Caddesi mit unzähligen Bars und Cafés, der Galataturm, der an die ehemals genuesische Siedlung erinnert und am europäischen Ufer der Dolmabahçe-Palast. Zum Stadtbild in diesem Bezirk gehören auch Kirchen und Synagogen. Das sind die allgemeinen Infos, zu finden in allen klassischen Reisführern.

Der Schweizer Autor Marcus X. Schmid, der das Reisen als Beruf macht, bietet in „111 Orte in Istanbul, die man gesehen haben muss“ spezielle Insider-Tipps, wie das gemütliche Café Ara, das Istanbul Modern Museum oder das edle Bar-Restaurant „360° Istanbul“ im Mısır Apartmanı (Ägyptisches Mietshaus). Wenn man nicht weiß, wo dies ist, läuft man leicht daran vorbei, dazu ist die Istiklal Caddesi zu lebhaft. Marcus X. Schmid, der auch Türkisch spricht, bereist Istanbul seit 1980 und hat viele Bücher Rund um Themen zu Istanbul verschlungen.

Was ihn mit dieser Metropole verbindet, drückt er so aus: „Es ist eine wunderschöne Stadt, die eine reiche Geschichte hat und sich stets neu erfindet. Die Unruhe der Stadt und meine eigene Unruhe – vielleicht verbindet das.“ Diese reiche Geschichte liebt auch der Fotograf Halûk Uluhan, der seit 35 Jahren Menschen und Landschaften fotografiert und als Reiseführer seine Liebe zu Istanbul weitergibt. „Jede Ecke ist ein Tatort, jeder Stein hat etwas zu erzählen. Es gibt keine andere Stadt auf der Welt außer Istanbul, der Rest ist Pampa“ sagt Halûk Uluhan. Übrigens hat er mit dem Ort Nummer 51 seine Schule in dem Buch verewigt , das „Istanbul Lisesi“.

Europäische Altstadt
Zwischen den beiden europäischen Teilen Istanbuls liegt das Goldene Horn, die Galata-Brücke verbindet diese beiden Teile der Stadt. Wenn man gut zu Fuß ist, läuft man vom Stadtteil Beyoğlu rüber nach Sultanahmet, dem historischen Viertel. Neben den vielen Sehenswürdigkeiten wie Hagia Sophia (früher Kirche, dann Moschee, heute Museum) und der Sultanahmet Moschee, dem Topkapı-Palast mit dem berühmten Harem, der alten Zisterne, dem Gewürzbazar und dem Deutschen Brunnen erwarten den historisch interessierten Besucher jede Menge spannende Erlebnisse und Gespräche in den Cafés und Restaurants. Der legendäre Sirkeci- Bahnhof, die Endhaltestelle des Orient-Expresses ist auch in dieser historischen Ecke zu finden.

Das Zentrum ist nicht nur das Herz der Stadt, sondern auch einer der Lieblingsorte von Marcus X. Schmid. Er sitzt am liebsten an einem Tisch mit einem Rakı-Glas in der Sonne unter der Galata-Brücke. „Die Sonne bestimmt die Wahl: auf der einen Seite Blick aufs Goldene Horn, auf der anderen Seite Blick auf den Bosporus“ schwärmt der Autor. Halûk Uluhan bevorzugt jeden Ort, an dem er einen guten Blick auf die Hagia Sophia sehen kann. Für ihn verkörpert sie die Weisheit. Uluhan betont auch hier wieder: „Istanbul ist keine Stadt, sondern ein bewohntes Museum.“ In Raum Altstadt präsentiert der Reiseführer der besonderen Art u.a. Çemberlitaş, die deutsche Orientbank, den russischen Markt und die Rüstem-Paşa Moschee. Kurze knappe Texte, die den Leser informieren und neugierig machen auf mehr, das ist das Besondere an diesem Reiseführer. Auch Istanbul-Kenner finden neue und gute Tipps, das macht das Buch besonders lesenswert.

Asiatisches Istanbul
In zwanzig Minuten gondeln Fähren von den vielen Anlegeplätzen in kurzen Abständen rüber auf die asiatische Seite und wieder zurück. Man kann auch über die Bosporus-Brücke mit dem Auto oder per Bus die Reise nach Asien antreten, wenn Stau ist, hat man auf der Brücke einen schönen Blick auf den Bosporus. Viele Istanbuler bevorzugen das Wohnen in Asien und das Arbeiten in Europa. Stadtteile wie Kadıköy oder Üsküdar bieten Besuchern wunderschöne alte Bauten, kleine Gassen zum Spazieren, aber auch Fischmärkte. Die beliebte „Bagdad-Caddesi“ bietet als edle Shopping-Meile alles, was das Herz begehrt und der Gaumen genießt, auch ein Tipp von Marcus X. Schmid. Der Autor stellt auch den „Bullen von Kadiköy“ vor, geht auf die neuen Pläne zum „Haydarpaşa-Bahnhof“ ein und zeigt das Wäldchen „Fethi Paşa Korusu“ in Üsküdar.

Info:
111 Orte in Istanbul, die man gesehen haben muss
von Marcus X. Schmid
mit Fotos von Halûk Uluhan
Verlag emons:
erschienen am 16. April 2014

Bosporus-Fahrt oder doch lieber Marmaray
Bevor der Istanbul-Reisende sich von dieser niemals schlafenden Stadt verabschiedet, muss er eine Bosporus-Fahrt machen, eine kleine, die an einem zentralen Anlegeplatz beginnt und bis zur ersten Bosporus-Brücke geht oder besser noch eine große, die fast bis zum Schwarzen Meer führt und den Entdecker das Ausmaß dieser Meerenge bewusst erleben lässt. Wer Istanbul lieber unterirdisch erleben möchte, wagt eine Fahrt von Europa nach Asien mit der „Marmaray“, ganz nach Anweisung von Marcus X. Schmid. Die Bahn fährt 54 Meter unter dem Meeresspiegel von Sirkeci nach Üsküdar.

Der Istanbul-Flaneur ist gut ausgerüstet mit einem Stadtplan mit Straßenverzeichnis und den 111 Tipps von Marcus X. Schmid und Halûk Uluhan, wenn er die Stadt aus einer ganz individuellen Perspektive kennenlernen möchte. Die berühmten Bauwerke und klassischen Sehenswürdigkeiten wird er sowieso nicht übersehen können. Der Reiseführer „111 Orte in Istanbul, die man gesehen haben muss“ ist eine großartige Bereicherung. Es ist ein Buch, das der Istanbul-Liebhaber haben muss!

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