MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Viele wollen sich aber nicht entscheiden. Da schlagen zwei Seelen in ihrer Brust. Lassen wir doch beide Herzen schlagen! Wir brauchen die jungen Leute.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Migranten

Wertvolle Investoren zur Wirtschaftsankurbelung

Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen IWF hat die Frühjahrstagung beendet. Der Internationale Währungsfonds warnt hinsichtlich der Weltwirtschaft vor Risiken. Ein Weltbank-Experte bezeichnet Migranten als mögliche Chance, um der Krise ein Ende zu bereiten. Schließlich wären sie eine der bedeutendsten Investoren weltweit.

Der IWF hat seinen Sitz in den USA in Washington D.C., wo die Vielseitigkeit der Gesellschaft gleichermaßen deutlich wird, wie in vielen anderen Regionen der USA. Die Menschen stammen aus zahlreichen Ländern und viele von ihnen entschieden sich für die USA als neue Heimat, um ein besseres Leben zu führen. Einwanderer kamen zum Arbeiten und prägen bis heute das gesamte Gesellschaftsbild. Viele der ausländischen Fachkräfte werden dringend benötigt. Sie bringen Fähigkeiten mit, von der Amerika maßgeblich profitiert.

Der Leiter der Einwanderungs-Entwicklungsabteilung der Weltbank und ursprünglich aus Indien stammende Dilip Ratha beschäftigt sich genau mit dieser Thematik. Die Untersuchung der positiven Auswirkungen von Migration, eines der wesentlichen Themen der IWF-Frühjahrstagung, ist das Forschungsgebiet von Ratha. Mit seiner Studie, die in einigen Wochen zum Abschluss kommen soll, möchte er das Vorurteil, Migranten würden weniger Geld einbringen als sie kosten, ausräumen und auf Regierungen zugehen, um ihnen Messgrößen für den Nutzen von Einwanderung zu übermitteln.

Ratha erläutert, dass jedes Jahr weltweit circa 500 Milliarden Dollar von Migranten in dessen Heimatländer geschickt werden. Weitere 500 Milliarden würden sie an den jeweiligen Standorten anlegen, wo sie ihrer Arbeit nachgehen. Aufgrund der Tatsache, dass Migranten etwas aufbauen möchten, gehören sie laut Ratha zu den wichtigsten Investoren. Bei Studien der Weltbank kamen Experten zum Ergebnis, dass 20 Prozent des Gehalts von Einwanderern konkret für Investitionen gespart werden. Auf diese Weise kämen weltweit über zwei Billionen Dollar jährlich zusammen. Dieses unwahrscheinliche Potenzial hätten zahlreiche Länder bisher nicht erkannt.

Sicher sparen und anlegen
Generell haben Verbraucher viele Möglichkeiten, um Geld gewinnbringend anzulegen. Doch nicht die profitabelsten Lösungen sind die beliebtesten. Sicherheit und Flexibilität ist ein essenzieller Faktor. Tagesgeldkonten spielen beim Thema Sparen eine zentrale Rolle. Aufgrund der Einfachheit und der kurzfristigen Verfügbarkeit des Sparbetrags greifen auch Migranten vermehrt zu der komfortablen Anlageform.

Zudem wird es Interessenten immer leichter gemacht im Angebotsdschungel den Überblick zu bewahren und das individuell beste Tagesgeldkonto für die persönlichen Bedürfnisse zu filtern. Darüber hinaus tragen aussagekräftige Statistiken und verständliche Informationen dazu bei, dass Verbraucher Zinstendenzen beim Tagesgeld besser nachvollziehen und entsprechend reagieren können. Angesichts der turbulenten Lage am Finanzmarkt vertrauen Bürger gleichzeitig auf solide Sparpläne, Sparbriefe und investieren vermehrt in die Altersvorsorge sowie in Immobilien und Unternehmen.

Migranten investieren und fördern
Das Potenzial, das von Einwanderern ausgeht, wird beispielsweise auch im Bereich Patente, Spenden und Immobilien deutlich. Demnach stammen 80 Prozent der Patente, die in den USA angemeldet wurden von Einwanderern. Außerdem stellt diese gesellschaftliche Gruppe diejenigen dar, die am meisten spenden und Häuser kaufen. Zusätzlich fördern Migranten laut Ratha den Handel der jeweiligen Heimatländer.

Beim Analysieren des Investmentverhaltens gewisser Investmenthäuser und Konzerne fiel auf, dass es zwischen Investitionsort und Herkunft der entsprechenden Geldgeber einen direkten Zusammenhang gibt. Laut dem Gouverneur der Bangladesch-Notenbank, der den Vortrag von Ratha verfolgte, fließen 15 Milliarden Dollar jedes Jahr in sein Land. Die Investoren sind Auswanderer, die mit ihren Überweisungen für zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes verantwortlich sind. Der Gouverneur erklärt, dass die ausländischen Geldgeber durch ihre Investitionen in Unternehmen Arbeitsplätze geschaffen und das Wachstum gefördert hätten.

Auch die EU könnte von diesen Zusammenhängen profitieren. Würden gebürtige Griechen, Spanier und andere Auswanderer beispielsweise von Deutschland aus Geld in ihre Heimatländer zum Aufbau und der Förderung von Unternehmen investieren, könnte dies maßgeblich zur Ankurbelung der Wirtschaft beitragen. Würde die Regierung in diese Richtung Anreize erarbeiten, um derartige Investitionen zu fördern, könnte Migration als konkrete Maßnahme gegen die Krise fungieren. Ein Vorschlag von Ratha besteht darin, weltweit ungenutzte finanzielle Mittel von Auswanderern in Auswandererbonds zu investieren. Derartiges Vermögen stünde dann für die Heimatländer zur Verfügung, um vor Ort Projekte der Infrastruktur zu finanzieren und damit die Wirtschaftskraft zu optimieren. (etb)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

Ein Kommentar
Diskutieren Sie mit!»

  1. […] auch als Finanzinvestoren auf. Diese Tatsache nahm der Weltbankexperte Dilip Ratha auf der Frühjahrstagung des IWF zum Anlass, die Migranten als Chance für ein mögliches Ende der Krise zu bezeichnen, weil sie zu […]



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...