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TV-Tipps des Tages

18.02.2014 – Hitler, NS Zeit, NSU Terror, Zschäpe, V-Mann, Rassismus

TV-Tipps des Tages sind: Hitlers Polizei; Brandstifter im Staatsauftrag? V-Leute und der rechte Terror. Für Deutschlands Inlandsgeheimdienste ist es ein Existenz bedrohendes Erdbeben, was die Ermittlungen rund um die Terrorserie des NSU zu Tage fördern; Absturz im Wald – Die wahre Geschichte der Hitler-Tagebücher

VONÜmit Küçük

DATUM18. Februar 2014

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Hitlers Polizei
Dokumentation – Die deutsche Polizei pflegte lange den angeblichen Ruf, während der NS-Zeit frei von Schuld geblieben und nicht in verbrecherische Machenschaften verstrickt gewesen zu sein. Die Filmemacher zeigen, wie Hitler die Polizei einsetzte, um Jagd auf politische Gegner zu machen und für „Recht und Ordnung“ zu sorgen – auch in den besetzten Gebieten.

In der Weimarer Republik ist die Polizei als „Freund und Helfer“ bekannt. Doch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten werden uniformierte Polizei und Kriminalpolizei zum Feind und Alptraum aller, die nicht in das neue Weltbild passen.

Schnell beginnt die Jagd auf politische Gegner, vor allem auf Kommunisten, Sozialdemokraten, Liberale und Demokraten. Die Polizeiarbeit richtet sich aber auch gegen diejenigen, die ideologisch nicht in die „Volksgemeinschaft“ gehören: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte und sogenannte Arbeitsscheue und Asoziale.

Mit Kriegsbeginn 1939 vergrößert sich das Arbeitsgebiet der deutschen Polizei. Polizeibataillone sollen für „Recht und Ordnung“ in den besetzten Gebieten sorgen, Polizisten sind in allen Gruppierungen der „Ordnungskräfte“ hinter den Fronten vertreten. Ihre Aufgaben reichen vom einfachen Polizeidienst bis hin zur aktiven Beteiligung am Massenmord und der sogenannten Partisanenbekämpfung.

Nach dem verlorenen Krieg vollzieht die Polizei den Übergang in die neue Demokratie ähnlich schnell und problemlos wie den Übergang von der Weimarer Republik zum nationalsozialistischen Regime. Nur wenige Polizisten müssen sich für ihre Taten verantworten. In den Nürnberger Prozessen wird lediglich die Gestapo als verbrecherische Organisation definiert und verurteilt.

Die Dokumentation verfolgt anhand ausgewählter Biografien die Spuren des Terrors „ganz normaler Polizisten“ im deutschen Machtbereich, führt zu den historischen Schauplätzen im In- und Ausland und lässt Überlebende sowie Experten zu Wort kommen. Di, 18. Feb • 08:55-09:47 • arte

Brandstifter im Staatsauftrag?
V-Leute und der rechte Terror. Für Deutschlands Inlandsgeheimdienste ist es ein Existenz bedrohendes Erdbeben, was die Ermittlungen rund um die Terrorserie des NSU zu Tage fördern: Gleichsam unter den Augen von mindestens acht V-Männern des Verfassungsschutzes verübten die rechtsextremen Terroristen ihre kaltblütige Mordserie. Die Dokumentation deckt die verborgenen Mechanismen eines Systems auf, das den Staat schützen soll – ihn aber tatsächlich auch bedrohen kann.Der Prozess gegen Beate Zschäpe, der mutmaßlichen Mittäterin der Neonazi-Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds ist in der Öffentlichkeit zurzeit das meistbeachtete Verfahren in Deutschland.

Die Schuldfrage wird gerade gerichtlich geklärt, einige andere virulente Fragen und Hintergründe aber bleiben bislang ungeklärt. Vor allem die Pannenserie der Geheimdienste ist ein noch unbeleuchtetes Kapitel eines offenbar skandalösen Versagens des deutschen Staates.

Die Dokumentation „Brandstifter im Staatsauftrag ? V-Leute und der rechte Terror“ von Rainer Fromm und Elmar Theveßen deckt auf, wie stark die Verstrickung der vom Verfassungsschutz angeworbenen V-Leute in die rechte Szene war und stellt die Frage, ob der Staat gar die Radikalisierung der Neonazi-Szene begünstigte.Brauner Terror unterstützt mit Steuergeldern?

Mindestens 25 V-Leute unterschiedlicher Behörden agierten im Umfeld der NSU-Terrorzelle um Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt ? ohne einen einzigen konkreten Hinweis auf deren Taten und Verstecke zu liefern. Einiges deutet sogar darauf hin, dass V-Leute in die Beschaffung von Wohnungen und Waffen für den NSU eingebunden waren. Gegenüber ihren staatlichen Auftraggebern aber haben sie geschwiegen und damit die Ermittlungsarbeit zumindest behindert. Wenn diese Vorwürfe zutreffen, dann wäre der braune Terror tatsächlich mit Steuergeldern mittelbar unterstützt worden.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich drängt auf vollständige Aufklärung: ?Wenn V-Leute gewusst hätten, dass es Terroristen sind, und ihnen beim Untertauchen geholfen hätten, dann wäre das natürlich ein fürchterliches Versagen des Verfassungsschutzes, wo man dann auch mal wirklich Schuldzuweisungen konkret machen müsste.? Di, 18. Feb • 13:15-14:00 • PHOENIX

Das Land der vielen Gesichter
Ein kleines Land verspricht eine neue Energiepartnerschaft: Aserbaidschan, mit neun Millionen Einwohnern etwa so groß wie Österreich und reich an Gas-Vorkommen. 2013 Jahr wurde über eine neue Pipeline entschieden, mit der Aserbaidschan Europa mit Gas versorgen wird: Die „Trans-Adriatische Pipeline“, kurz „TAP“, die von Aserbaidschan durch die Türkei nach Süditalien führen wird. Bis zu zehn Milliarden Kubikmeter Gas sollen so vom Gasfeld Shaz Deniz künftig nach Europa transportiert werden. Di, 18. Feb • 18:00-18:30 • PHOENIX

Absturz im Wald – Die wahre Geschichte der Hitler-Tagebücher
Dokumentation – Ein Film von Carsten Frank und Gunnar Mergner. Zum 30. Jahrestag des größten Presseskandals der Bundesrepublik beleuchtet diese Dokumentation das Thema rund um die gefälschten „Hitler-Tagebücher“ auf eine noch nie dagewesene Weise. Im Zentrum steht der Ort, von dem aus die Geschichte ihren Ausgang nahm. Nicht Berlin, die frühere Reichshauptstadt, ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, nicht Hamburg, der Sitz des „Stern“, sondern das beschauliche Börnersdorf, ein 300-Seelen-Ort irgendwo im sächsischen Nirgendwo. Ein Dorf, auf das 1983 die ganze Welt schaut, nachdem es zwei Journalisten des „Stern“ aus seinem Dornröschenschlaf hinter dem Eisernen Vorhang gerissen haben… Di, 18. Feb • 22:05-22:48 • MDR Sachsen

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