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TV-Tipps des Tages

03.02.2014 – Istanbul, Kosovo, Afghanistan, Türkei, Kurden, Irak, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: Istanbuls starke Frauen; Lebenslinien: Der Krieg in meinem Kopf. Robert war begeisterter Stabsunteroffizier, Elitesoldat und Hundeführer. Als Fallschirmjäger kämpft er erst im Kosovo, später in Afghanistan; Was wir brauchen, ist Glück

ganz ANDERS – Istanbuls starke Frauen
Dokumentation (Gesellschaft – Lebensstile/-entwürfe) – Film von Gunnar Köhne. Istanbul, die türkische Metropole am Bosporus, hat viel mehr zu bieten als Moscheen und Geschichte. Im heutigen, jungen Istanbul stehen die Frauen längst nicht mehr im Schatten der Männer, sie gehen ihren eigenen Weg. Selva, eine Architektin, arbeitet ehrgeizig an ihrer Karriere.

Meistens ist sie es, die anderen sagt, wo es langgeht. Sie ist mit ihrem Mann Gregers für einen renommierten Stadtplaner-Preis nominiert. Ein Sieg wäre der größte Erfolg ihrer beruflichen Laufbahn. Azra und Gözde, zwei junge Künstlerinnen, haben viele Ideen, aber wenig Geld. Ihr zentrales Motiv sind Frauenrechte, die in ihren Arbeiten und Filmen immer wieder Thema sind. Esmeray erobert die Stadt seit drei Jahren als Kabarettistin. Als sie erstmals im Theater der Bosporus-Universität auftritt, ist der Saal ausverkauft. Vor allem Studentinnen wollen die ungewöhnliche Frau sehen, die einmal Mehmet hieß.

Die Dokumentation „Istanbuls starke Frauen“ begleitet vier junge Türkinnen in ihrem Alltag. Mo, 3. Feb • 16:35-17:05 • 3sat

Lebenslinien
Der Krieg in meinem Kopf. Robert war begeisterter Stabsunteroffizier, Elitesoldat und Hundeführer. Als Fallschirmjäger kämpft er erst im Kosovo, später in Afghanistan. Am 2. März 2002 explodiert zwei Meter neben ihm eine Rakete. Fünf Soldaten vor ihm werden getötet, auch zwei seiner Kameraden. Er selbst überlebt wie durch ein Wunder. Die äußeren Wunden verheilen, aber für ihn ist nichts mehr wie zuvor. Denn der Krieg geht nach seiner Rückkehr in Deutschland weiter: in seinem Kopf. Robert leidet unter Schlafstörungen und Albträumen, kleinste Gerüche oder Geräusche reichen, und er ist wieder mitten im Krieg.

Er wird zunehmend aggressiver und kann sich kaum noch konzentrieren. Er zieht sich immer weiter von seiner Familie und seinem Umfeld zurück. Trotzdem entscheidet er sich für zwei weitere Einsätze im Ausland. Seiner Überzeugung nach muss ein Soldat funktionieren. 2008 verliebt er sich, und plötzlich ist alles anders. Er will eine Familie gründen und ein ganz normales Leben führen. Doch immer wieder leidet er unter Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Nesselsucht und Aggressionen. Immer deutlicher spürt er die Folgen einer Krankheit, die er lange nicht wahrhaben wollte: der Posttraumatischen Belastungsstörung, kurz PTBS. Mo, 3. Feb • 21:00-21:45 • BR

Was wir brauchen, ist Glück
Dokumentarfilm – Die Gedanken und Gefühle eines russischen Reisenden begegnen dem bewegten Schicksal zweier Frauen. Die Aufnahmen entstanden in der autonomen Region Kurdistan im Irak zur Zeit des Frühlingsfestes Nowruz, mit dem die Sommersonnenwende eingeläutet wird.

Die beiden Protagonistinnen des Dokumentarfilms stammen aus Russland und dem Baltikum und sind ihren Männern aus Liebe in das autonome Gebiet Kurdistan im Irak gefolgt. Obwohl sie mit Kurden beziehungsweise Irakern verheiratet sind, werden sie verfolgt und vertrieben. Der Film schildert unter anderem die Rückkehr einer von ihnen in eine äußerst unwirtliche und von großer Armut geprägte Region, die vom gesamten Dorf enthusiastisch gefeiert wird.

Meisterregisseur Alexander Sokurow – mehrfach international vor allem für seinen Film „Russian Ark“ (2002) ausgezeichnet – sagt selbst über eine seiner Protagonistinnen: „Ich hatte noch nie eine Frau mit einem so dramatischen und wirren Schicksal gesehen. Eine Frau, deren unermüdliche, wissbegierige und durchdringende Seele das Glück in dem ihr gegebenen Leben nicht finden konnte.“ Mo, 3. Feb • 23:15-00:04 • arte