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Statistisches Bundesamt

Jedes sechste Kind in Kindertagesbetreuung hat einen Migrationshintergrund

Von den bundesweit rund 600.000 Kindern unter 3 Jahren in Kindertagesbetreuung hatten etwa 100.000 Kinder einen Migrationshintergrund. Großer Unterschiede gibt es zwischen Ost- und Westdeutschland.

In fast drei Viertel der ostdeutschen Kreise wurden zum Stichtag 1. März 2013 mehr als 50 % aller Kinder unter 3 Jahren in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege betreut. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, wurde die 50 %-Marke in keinem westdeutschen Kreis erreicht.

Die bundesweit höchsten Betreuungsquoten für Kinder unter 3 Jahren gab es wie bereits im Vorjahr in Sachsen-Anhalt: an der Spitze lag der Landkreis Jerichower Land mit 63,2 %, gefolgt vom Salzlandkreis (61,5 %) und dem Landkreis Wittenberg (61,0 %). In Westdeutschland wurden die höchsten Werte bei der Betreuung unter 3-Jähriger in der baden-württembergischen Universitätsstadt Heidelberg (44,8 %), dem rheinland-pfälzischen Landkreis Mainz-Bingen (40,3 %) und im bayerischen Landkreis Coburg (40,0 %) erreicht. Die bundesweit geringste Betreuungsquote wies der Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern mit 11,3 % auf.

Große Unterschiede zwischen Ost und West
Von den bundesweit rund 596.300 Kindern unter 3 Jahren in Kindertagesbetreuung hatten 104.600 Kinder einen Migrationshintergrund; das heißt mindestens ein Elternteil ist ausländischer Herkunft. Das sind knapp 18 % (2012: 17 %) aller Kinder unter 3 Jahren, die eine Kindertageseinrichtung besuchen oder durch eine Tagesmutter bzw. einen Tagesvater betreut werden.

In den westdeutschen Bundesländern hatte mehr als jedes fünfte Kind (rund 87 400 Kinder bzw. 22 %) dieser Altersgruppe in Kindertagesbetreuung einen Migrationshintergrund, in Ostdeutschland nur gut acht von 100 Kindern unter 3 Jahren (rund 17 200 Kinder). Entsprechend zeigt sich auch bei der regionalen Verteilung unterhalb der Länderebene ein deutliches Bild.

Offenbach am Main mit höchster Migrantenquote
Es gibt, außer Berlin, nicht einen Kreis in Ostdeutschland, in dem der Anteil der Kinder in Kindertageseinrichtungen, bei denen mindestens ein Elternteil aus dem Ausland stammt, über 10 % liegt. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund an allen Kindern in Kindertagesbetreuung liegt großteils sogar deutlich unter 5 %. In Westdeutschland hatten Anfang März 2013 in 131 von insgesamt 325 Kreisen zwischen 10 % bis unter 20 % der Kinder in Kindertagesbetreuung einen Migrationshintergrund; in weiteren 153 westdeutschen Kreisen lag der Anteil bei 20 % und mehr.

Die bundesweit höchsten Anteile gab es in der hessischen Großstadt Offenbach am Main. Dort hatten mehr als die Hälfte (59,8 %) aller Kinder unter 3 Jahren in Kindertagesbetreuung mindestens ein Elternteil, das aus dem Ausland stammt. (sb)