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Türkische Presse Türkei

24.10.2013 – Kosovo, Erdoğan, Militärdienst, Fidan, Nato, China

Die Themen des Tages sind: Gül verteidigt Fidan; Unstimmigkeiten beim Luftabwehrsystem; Militärdienst in der Türkei wird von 15 auf 12 Monate verkürzt; Bis 2023 steckt Türkei 60 Milliarden Dollar in die Forschung; Deutsche lernen die türkische Sprache; Ankara… Straßenprojekts auf dem Campus der ODTÜ und EU-Kritiken

VONBYEGM, TRT

DATUM24. Oktober 2013

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RESSORTTürkische Presse Türkei

QUELLE Die “Türkische Presse Türkei” wird MiGAZIN von der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara und der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und unverändert übernommen.

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Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Gül verteidigt Fidan
Der Staatspräsident Abdullah Gül hat die Fragen der Journalisten vor seinem Gespräch mit dem japanischen Botschafter Yutaka Yokoi in Ankara beantwortet. Über den Geheimdienstchef Hakan Fidan sagte Gül: „Der türkische Geheimdienst und seine Mitarbeiter arbeiten sorgfältig für die nationale Interessen der Türkei. Im Ausland ist man natürlich beunruhigt über diese Tätigkeiten.“

Die Kritiken über Hakan Fidan interessiere nicht die Türkei, denn die türkische unabhängige Politik und Anwendungen stehen im Vordergrund. Die Kritiken seien nicht wichtig für die Türkei, so Gül.

Unstimmigkeiten beim Luftabwehrsystem
Der NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat in der zweitägigen NATO-Verteidigungsministerkonferenz wiederholt die Entscheidung der Türkei, chinesisches Luftabwehrsystem zu kaufen, angesprochen. „Unsere Haltung ist deutlich. Jedes Land kann entscheiden, welche Ausrüstung es kaufen will. Aus Sicht der NATO ist es allerdings wichtig, dass das neue System sich den anderen anpasst. Dies ist mit den chinesischen Systemen jedoch zweifelhaft.“

Ministerpräsident Erdoğan antwortete daraufhin: „Niemand kann uns vorschreiben was wir machen sollen. Die besten Bedingungen für uns waren in China und deswegen haben wir uns für ihre Ausrüstung entschieden.“

Militärdienst in der Türkei wird von 15 auf 12 Monate verkürzt
Militärdienst in der Türkei wird von 15 auf 12 Monate verkürzt. Einer Wehrzeitverkürzung von 15 auf 12 Monate hat der türkische Ministerrat zugestimmt. Zum 1. Januar 2014 in Kraft tritt die neue Regelung. Vor allem können sich diejenigen Soldaten freuen, die bis dahin ein Jahr abgeleistet haben. Sie dürfen das türkische Militär damit vorzeitig verlassen. Zu Wochenanfang wurde eine entsprechende Regelung von türkischem Ministerrat abgesegnet.

Über diese Neuerung dürfen sich rund 70.000 türkische Soldaten besonders freuen, die zum Jahresbeginn 2014 zwölf Monate Militärzeit hinter sich gebracht haben. Der stellvertretende Premier Bülent Arınç gab das bekannt, dass diese Rekruten somit vorzeitig aus dem Dienst scheiden. „Wir treffen die Entscheidung, deshalb tragen wir auch die Verantwortung dafür. Trotz der Einwände, die wir ernst genommen haben, haben wir uns am Ende für den 1. Januar entschieden”, so Arınç.

Bis 2023 steckt Türkei 60 Milliarden Dollar in die Forschung
Um 3 Prozent soll der türkische Haushalt für Forschung und Entwicklung aufgestockt werden. Die türkische Regierung will bis zum Jahr 2023 insgesamt gut 60 Mrd. Dollar investieren. Der Technologieminister Nihat Ergün gab das bekannt. Die Mittel für Forschung und Entwicklung will die türkische Regierung bis zum Jahr 2023 auf 60 Milliarden Dollar aufstocken. Das Budget wurde bereits in den vergangenen elf Jahren verdoppelt. Langfristige wirtschaftliche Ziele zu sichern, gilt es für die Türkei.

Die Ansicht des Ministers Ergun ist so, dass alle Volkswirtschaften auf der Grundlage einer Achse von Information und Innovation umgewandelt werden. Minister Ergün sagte dazu: „Kürzungen bei der Forschung und Entwicklung können nur eine kurzfristige finanzielle Erholung bewirken. Doch die Staaten müssen die Forschung und ihre Innovationen mittel- und langfristig schützen.“ Leider hätten viele Nationen den Fehler gemacht und ihr Budget gesenkt. Der türkische Ertrag stieg in den vergangenen 10 Jahren von 230 auf 800 Mrd. Dollar. Daher lautet das Ziel bis 2023 eine Erhöhung der Staatseinnahmen auf 1,2 Billionen Dollar und eine Aufstockung der R&D-Ausgaben auf drei Prozent. Also gut 60 Mrd. Dollar sollen für Forschung und Entwicklung ausgegeben werden.

Deutsche lernen die türkische Sprache
Es gibt doch in Berlin immer mehr Deutsche, die sich für Türkischkurse anmelden. Insbesondere viele Akademiker befinden sich unter ihnen. Die Türkischkurse an der Freie Universität Berlin können die Nachfrage nicht mehr decken. Immer mehr Deutsche erlernen die Türkische Sprache in der deutschen Hauptstadt. Ein neuartiger deutsch-türkischer Dialekt unter den Jugendlichen hat sich doch auch in den Stadtvierteln entwickelt.

Türkisch ist schon keine reine Migrantensprache mehr, sondern wird im Rahmen einer Sprachkompetenz erlernt. Die Zahl der Türkischlernenden ist an den Volkhochschulen Berlins zwischen 2009 und 2012 so kontinuierlich angestiegen. Es gab 2009 noch 112 Berliner VHS-Türkischkurse. Drei Jahre später waren 137. „Im Friedrichshainer “Sprachenatelier”, einer Sprachschule unter vielen in der Stadt, steigt die Zahl der Türkischlernenden seit 2004 jährlich in 10-Prozent-Schritten“ berichtet man. In Berlin habe es sich aber auch ein neuer Dialekt entwickelt, der durchmischt ist, mit verschiedenen Wörtern aus der türkischen Sprache. Von allen Jugendlichen werde der in einem Wohngebiet gesprochen. Ob ihre Eltern Deutsche, Russen, Araber oder Türken sind, ist es dabei egal.

Ankara… Straßenprojekts auf dem Campus der ODTÜ und EU-Kritiken
Es war erst am vergangenen Wochenende wegen eines geplanten Bauvorhabens auf dem Gelände der Technischen Universität des Nahen Ostens (ODTÜ) in Ankara erneut zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Studenten gekommen. Nach Ansicht von Jean-Maurice Ripert, dem scheidenden EU-Botschafter in der Türkei, zeigt die Debatte über den umstrittenen Straßenbau auf dem Campus der ODTÜ-Universität, dass eigene Leute ihre Lektion noch nicht gelernt haben. Die Vorgänge in der Hauptstadt beobachtet Ripert mit großer Sorge. Wie man sie erst bei den Gezi-Park-Protesten erlebt hat, werden hier Fehler wiederholt.

Mit Blick auf die Entscheidung der Stadtverwaltung, mit dem Bau des umstrittenen Straßenprojekts auf dem Campus der ODTÜ zu beginnen, sagte Botschafter Ripert darüber: „Es ist bedauerlich, dass hier agiert wurde, ohne die finale Entscheidung abzuwerten.“ Der Start sei der Bauarbeiten auch für ihn eine Überraschung gewesen. Juristische Hindernisse gebe es jedoch nicht, ist es so nach Angaben des Bürgermeisters von Ankara Melih Gökçek. „Jemand hat die Entscheidung getroffen. Ich weiß nicht, wer. Das ist bedauerlich, denn es scheint, dass manche Menschen ihre Lektionen nicht gelernt haben“, so der EU-Botschafter Ripert zur Situation.

Neue Flughafen auf einer 8000 Hektar-Fläche für Istanbul
Eigentlich vier Mega-Projekte waren im Großraum Istanbul geplant: Das Autobahnprojekt Istanbul-Izmir, der Bau des dritten internationalen Flughafens in Istanbul, die Errichtung einer dritten Bosporus-Brücke und der Bau des Kanal Istanbul.

Sollte der Bau des Flughafens gelingen, die Türkei würde über den weltweit größten Flughafen verfügen. Der Flughafen soll auf einem Gebiet von 8.000 Hektar gebaut werden. Er soll im Jahre 2019 in Betrieb genommen werden.

Pamuk gewinnt Preis in der USA
Der türkische Autor und Nobelpreisträger Orhan Pamuk wurde mit dem zum ersten Mal verliehenen „Mary Lynn“ Preis ausgezeichnet. Nach Pamuk‘s „Masumiyet Müzesi“ (Das Museum der Unschuld) wurde im Jahr 2012 in Istanbul ein Museum nach dem Roman eröffnet und ein Katalog für dieses Museum „Die Unschuld der Dinge“ fertiggestellt. Der Katalog wurde nun in Amerika als bestes Museum und Ausstellungsbuch und als literarischstes Kunstbuch ausgezeichnet. Der Katalog wurde in Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Holländisch übersetzt.

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