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„Schwierige Migrantenklientel“ führt zu schlechten Schulleistungen

Vor etwa einer Woche (11.10.2013) veröffentlichte die Kultusministerkonferenz den Schulleistungsvergleich der Bundesländer, an dem über 44.000 Schüler aus den neunten Klassen aller Schulformen beteiligten. Danach zeigen sich bundesweit erhebliche Leistungsdifferenzen zwischen Jugendlichen mit und ohne Zuwanderungshintergrund. Ein weiterer zentraler Befund der Studie lautet: Die Leistungen der Schüler sind von Bundesland zu Bundesland höchst unterschiedlich.

Daran knüpft der Deutsche Lehrerverband (DL) an und sieht die Unterschiede im Schulleistungsvergleich in der abweichenden regionalen Verteilung von Migranten begründet. In einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (Samstag) sagte DL-Präsident Josef Kraus: „Der Westen hat es auch mit einer schwierigen Migrantenklientel zu tun, während im Osten generell weniger Migranten leben. Meist stammen sie dort aus Vietnam und sind mitunter sogar besser in der Schule.“

Download: Die Ergebnisse des IQB-Ländervergleichs 2012, eine Zusammenfassung der Erhebung sowie Zusatzmaterialien finden Sie hier.

Keine Abhängigkeit von Schulerfolg und sozialer Herkunft?
Kraus forderte vor allem die im Vergleich schlecht abschneidenden Stadtstaaten dazu auf, sich die Bildungspolitik von Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg zum Vorbild zu nehmen. „Wir brauchen mehr Unterrichtsstunden, zentral verbindliche Abschlussprüfungen bereits zum Mittleren Schulabschluss und eine höhere Verbindlichkeit der Lehrpläne.“

Der in der Studie abermals belegte hohe Abhängigkeit von Schulerfolg und sozialer Herkunft in Deutschland widersprach der DL-Präsident: „Das deutsche Bildungssystem ist sozial durchlässiger als angenommen. Es gibt etwa 50 Wege zum Hochschulzugang und das Gymnasium ist nur einer davon.“ (sb)