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Sigmar Gabriel (SPD-Chef), dpa, 7. Oktober 2010

Türkische Presse Türkei

04.10.2013 – EU Beitritt Türkei, Ägypten, Erdoğan, Lampedusa, Morgenröte

Die Themen des Tages sind: Erdoğan: „Der Militärdienst wird Gekürzt“; Neues Verhandlungskapitel mit der Türkei; Menschenrechte… Griechenland will türkischer Minderheit keine Rechte zugestehen; Putsch schon sechs Monate vorher geplant; Rassistischer Morgenröte-Chef verhaftet; Flüchtlingsdrama in Italien

VONBYEGM, TRT

DATUM4. Oktober 2013

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RESSORTTürkische Presse Türkei

QUELLE Die “Türkische Presse Türkei” wird MiGAZIN von der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara und der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und unverändert übernommen.

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Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Erdoğan: „Der Militärdienst wird Gekürzt“
Ministerpräsiden Erdoğan hat in einer Live-Sendung Fragen über die Tagesordnung beantwortet. Zum Thema Militärdienst sagte Erdoğan „Wir haben die Vorarbeit für die Kürzung des Militärdienstes abgeschlossen. Wir stimmen mit dem Verteidigungsministerium und dem Generalstab über die Kürzung überein. Die Länge wird von 15 auf 12 Monate gekürzt.“, so Erdoğan.

Neues Verhandlungskapitel mit der Türkei
Es wird vermutet, dass die litauische EU-Ratspräsidentschaft ein politisches Ja für Gespräche über das nächste Kapitel zum Thema Regionalpolitik am 5. November vorsieht. Litauen wartet nur noch auf grünes Licht von Ländern wie Deutschland, hieß es.

Menschenrechte… Griechenland will türkischer Minderheit keine Rechte zugestehen
Immer noch schwer tut sich Athen mit der Anerkennung seiner religiösen und ethnischen Minderheiten. Die Türken haben in Griechenland immer noch keinen Minderheitenstatus. Athen ist der Ansicht, dass es keine Türken, Albaner oder Mazedoniern im Land gibt, sondern nur „griechische Muslime“. Bisher hat das Land die Rahmenkonventionen des Europarates zum Schutz von nationalen Minderheiten nicht ratifiziert. Mazedoniern, Albaner, Türken, Pomaken, Roma und Aromunen gehören zu den nationalen Minderheiten.

Die Türkei ist darüber insbesondere wütend. „Athen ist wortbrüchig geworden“ sagte der türkische EU-Minister Egemen Bağış am Mittwoch in Brüssel. „Simitis, Karamanlis, Papandreou und Samaras haben uns alle Reformen in dieser Frage versprochen. Doch die Versprechen wurden nicht eingehalten. Der türkische Ministerpräsident erwartet Fortschritte. Wir hingegen haben den religiösen Minderheiten ihre enteigneten Besitztümer zurückgegeben. Das war ein wohlwollender Schritt. Auch in der Moscheenbau-Frage in Athen hat die griechische Regierung ihr Wort nicht gehalten. In Athen gibt es immer noch kein muslimischer Grab“, so Bağış.

Etwa 120.000 beträgt die Anzahl der in Griechenland lebenden „Westthrakien-Türken“. Doch ist die griechische Regierung der Ansicht, es gebe lediglich griechische Muslime im Land. Das schreibt US-Außenministerium im Menschenrechtsbericht 2012. Die Forderung nach Reformen seitens der türkischen Minderheit endete in der Vergangenheit mit Pogromen. So wurde 1990 ein Prozess gegen den türkisch-griechischen Politiker, Sadık Ahmet, geführt. Internationale Prozessbeobachter wohnten dem Gerichtsverfahren bei. Richter und Staatsanwälte beschimpften ihn mit der Aufforderung, dass er in die Türkei gehen solle. Ahmet wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt. Umgewandelt wurde die Strafe später in eine Geldstrafe.

4G Technologie in 2014
Der Minister für Verkehr, Marinewesen und Kommunikation Binali Yıldırım gab bekannt, dass Vorbereitungen für die Netzwerkgeneration 4G, die Nachfolgegeneration des Mobilfunkstandards 3G, angefangen haben. Noch Ende 2014 soll die 4G Technologie in der Türkei eingeführt werden. Die Türken sind mit monatlich 323 Minuten die am meisten telefonierenden Menschen, noch vor den Franzosen. „Wir haben unserer Abteilung für Forschung- und Entwicklungsarbeit mehr Gewicht verliehen. Wir werden alles Notwendige in der Türkei produzieren” so Minister Yıldırım.

Anreiz für türkische Frauen im Job
In Bursa hat der Minister für Arbeit und Soziales Faruk Çelik am Montag die Bestrebungen seines Ministeriums erläutert, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für türkische Frauen attraktiver zu gestalten. Minister Çelik will berufstätigen Frauen in der Türkei das Kinderkriegen schmackhafter machen. Den Mutterschaftsurlaub nach der Geburt von bisher 16 auf 18 Wochen plant er zu erhöhen. Viele türkische Frauen empfinden derzeit offenbar ein Kind als Karrierehemmnis. Nur ein Kind gibt es in Familien mit berufstätigen Frauen durchschnittlich.

Von 16 auf 18 Wochen ist eine Verlängerung des Mutterschaftsurlaubes unter anderem offenbar geplant. Die Notwendigkeit von großen Familien für das Land zu betonen, wird auch der Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan nicht müde. Çelik verwies vor den anwesenden Journalisten auf eine nach wie ablehnende Haltung innerhalb der türkischen Gesellschaft zum Thema berufstätige Frauen. „Um das Problem zu lösen, haben wir zugunsten der Frauen eine Reihe von Anreizen geschaffen. Jetzt versuchen wir neue Regelungen und Anreize zu implementieren, um die Beschäftigung innerhalb der jungen Bevölkerung zu erhöhen und gleichzeitig einen Rückgang der Beschäftigung von Frauen zu verhindern“, so der Minister.

Es gebe von Seiten der Regierung zum Beispiel Überlegungen finanzielle Anreize für Frauen einzuführen. Derzeit bekommen türkische Frauen im Beruf ausgesprochen selten Kinder. Die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Familie in der Türkei liegt derzeit bei 2,6. In Familien, in denen die Frau arbeitet, gibt es meist jedoch nur ein einziges. Nun soll den Frauen also die Sorge genommen werden, dass ein Kind ihre Karriere beeinträchtigen könnte. Die Hoffnungen sind jedenfalls groß, dass durch diese neuen Regelungen mittelfristig der Anteil der beschäftigten Frauen von 32 auf 38 Prozent steigen könnte.

Türkische Geschäftsfrau Timuray wird Vodafone-Chefin für die Regionen Nahost, Afrika und Asien
Von der britischen Mobilfunkgesellschaft Vodafone wurde die Türkin Serpil Timuray zur Chefin den AMAP-Märkte ausgewählt. Die Chefin von Vodafone Turkey Serpil Timuray soll von nun an in Afrika, Asien und im Nahen Osten die Geschicke dieses britischen Telekommunikationsunternehmens leiten. Sie ist doch nicht nur eine Geschäftsfrau, sondern auch im Bereich der geschlechtlichen Gleichstellung tätig. Sie hat mit einer Gruppe von Türkinnen die Initiative „Frauenbewegung im Technologiesektor“ ins Leben gerufen. Als Vorbild dient das Projekt auch der UN.

Mit weiteren Türkinnen hat Serpil Timuray die Initiative „Frauenbewegung im Technologiesektor“ ins Leben gerufen. Seit 2009 war Timuray Chefin von Vodafone Turkey und ist aktuell Geschäftsführerin von Danone Turkey. Bei der Vodacom Group in Südafrika ist sie zudem Aufsichtsrätin. Beim US-Amerikanischen Konsumgüter-Konzern Procter&Gamble begann sie ihre Karriere.

Mit einer Gruppe von weiteren türkischen Frauen hat Timuray zudem die Initiative „Frauenbewegung im Technlogiesektor“ ins Leben gerufen. Das Projekt unterstützt das türkische Familienministerium. „Wir möchten mit unserem Projekt ein Vorbild für die Frauenbewegungen in der Welt werden. Es geht uns dabei um die Steigerung der Produktivität der Frauen. Dabei haben wir vor allem die Technologiebranche als Betätigungsfeld im Blickfeld. Die türkische Frau soll als Vorbild dienen. Wir freuen uns sehr, dass die türkischen Minister uns dabei unterstützen“, so Timuray. Um das Projekt von den UN vorzustellen, wurde die Gruppe 2013 nach New York eingeladen. Für andere Länder gilt es als Vorbild.

Europa ist auf Pleite-Kurs
Trotz Milliarden-Rettungen wächst der Schulden-Berg in Europa. Niemand spricht bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin von der größten Gefahr, der Deutschland ausgesetzt ist: Staatspleiten sind unausweichlich. Der Bond-Markt sendet erste negative Signale. Es wird für die deutschen Sparer ein böses Erwachen geben, wenn die Kreditblase platzt. Weshalb sitzt die FDP nicht mehr im Bundestag, ob es eine große Koalition oder eine tolerierte Minderheitsregierung geben soll, ob eine Maut eingeführt wird, ob Schwarz-Rot, oder Schwarz-Grün oder gar eine linke Koalition das Beste für das Land ist, wird in Deutschland heiß diskutiert.

Die letzte Lage weiß Angela Merkel, Sigmar Gabriel weiß es, die Grünen ahnen es, Gregor Gysi hat auch keine Lösung. Ihrem Höhepunkt treibt die europäische Staatsschulden-Krise entgegen. Die Lage in den meisten europäischen Ländern ist kritisch. Bei einigen weiß man es, bei anderen ahnt man es, und bei manchen will man es nicht wahrhaben. Eindrückend sind die Indizien, würden Kriminologen sagen.

Ende 2012 lag Italien mit 127 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf Rekordniveau. Portugal steht nicht viel besser da. Die Staatsschulden lagen (Ende 2012) bei 123,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Irlands Staatsverschuldung lag Ende 2012 bei 117,6 Prozent und soll im kommenden Jahr 122,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen. Im ersten Quartal 2013 lag das Haushalts-Minus bei 180,5 Milliarden Euro. Griechenland ist ebenfalls de facto insolvent. Ende 2012 lag die Staatsverschuldung bei amtlichen 157 Prozent des Bruttosozialprodukts. Die Regierung in Athen rechnet für 2014 mit einem Schuldenstand von 191,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Aktuell 81,9 Prozent des Bruttosozialprodukts beziehungsweise 2,1 Billionen Euro beträgt Deutschlands Schuldenstand.

Jährliche Inflationsrate zurückgegangen
Während die Inflationsrate im September um 0.77 Prozent stieg, sank der jährliche Verbraucherpreisindex um 7.8 Prozent. Wie das türkische Statistikamt mitteilte, sind der Erzeugerpreisindex im September um 0.88 Prozent und der jährliche Erzeugerpreisindex gestiegen. Am meisten sind die Preise für alkoholische Getränke und Tabakwaren erhöht worden.

NBA-Stars von Oklahoma City spielt gegen Fenerbahçe Ülker in Istanbul
Am 5. Oktober wird das NBA-Team Oklahoma City Thunder in Istanbul gegen die Basketballmannschaft von Fenerbahçe spielen. Im Rahmen der „NBA Global Games 2013“ wird das Spiel stattfinden. Mit den NBA-Mannschaften wird sich auch das spanische Team Bilbao Basket messen können. Insgesamt 14 Teams nehmen an der weltweiten Veranstaltung teil.

Außerdem werden die weiteren Spiele in Manchester, London, Manila, Mexico City, Bilbao, Rio de Janeiro, Taipei, Beijing und Shanghai ausgetragen. Doch Fenerbahçe und Bilbao Basket sind die einzigen Teams, die für „NBA Global Games 2013“ ausgewählt wurden. Die weiteren US-Teams sind die Minnesota Timberwolves, San Antonio Spurs, Chicago Bulls, L.A. Lakers, Golden State Warriors, Washington Wizards, Philadelphia 76ers, Atlanta Hawks und Brooklyn Nets. Um die NBA als Marke weltweit noch bekannter machen zu können, geht es vor allem darum bei der Veranstaltung.

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