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Migration und Integration in Deutschland

[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

Sprachstand

Wie nennt man eigentlich Deutsche ohne Migrationshintergrund?

Deutschstämmige, Biodeutsche, Ureinwohner oder doch Platzhirsche? Die Sprachwissenschaftler Prof. Anatol Stefanowitsch und Prof. Juliana Goschler haben ihre Twitter-Follower befragt und die Ergebnisse in ihrer gemeinsamen MiGAZIN Kolumne ausgewertet.

VONStefanowitsch / Goschler

 Wie nennt man eigentlich Deutsche ohne Migrationshintergrund?
Anatol Stefanowitsch ist Professor für englische Sprachwissenschaft an der Freien Universität Berlin und Autor des Sprachlog. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Struktur der englischen und deutschen Sprache. In seinem Blog befasst er sich außerdem mit sprach- und kulturpolitischen Themen.

Juliana Goschler ist Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Oldenburg und Autorin des Blogs Dr. Mutti. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit Struktur und Variation des Deutschen und seinem Erwerb als Zweit- und Fremdsprache. In ihrem Blog geht es um Fragen von Bildung, Erziehung und Familienpolitik.

DATUM5. September 2013

KOMMENTARE43

RESSORTLeitartikel, Meinung

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Die Bezeichnung „Menschen/Deutsche mit Migrationshintergrund“ wird oft entweder als belustigendes Beispiel politisch korrekter Sprache herangezogen (meistens von Menschen, die ihn für einen Euphemismus für „Ausländer“ halten) oder als diskriminierend abgelehnt (oft von Menschen, die keinen Migrationshintergrund haben). Ohne es hier ausführlich zu diskutieren, können wir aber davon ausgehen, dass es sich zumindest in manchen Zusammenhängen um ein sinnvolles Wort für eine Gruppe von Menschen handelt, die bestimmte Erfahrungen teilen und auf eine bestimmte Weise wahrgenommen werden.

Uns interessiert heute etwas Anderes: In Zusammenhängen, in denen „Menschen/Deutsche mit Migrationshintergrund“ eine sinnvolle Kategorie ist, wie sollen wir da eigentlich die anderen nennen? Auf dieses Problem stießen wir bei der Recherche zu unserer letzten Kolumne, in der es unter anderem darum ging, dass Eltern ohne Migrationshintergrund häufig Schulen meiden, die einen hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund haben. Und da wir in unseren eigenen Überlegungen nicht weiter kamen, haben wir damals kurzerhand auf Twitter nachgefragt. Die Antworten scheinen uns interessant genug für eine eigene Kolumne (alle Antworten im Original haben wir hier als Storify gesammelt).

In manchen Antworten gab es mehr oder weniger offene Kritik an unserem Wunsch, die Unterscheidung „mit/ohne Migrationshintergrund“ überhaupt treffen zu wollen. Schließlich seien ja unsere Vorfahren alle irgendwann einmal eingewandert. Es macht aber eben einen Unterschied, ob diese Einwanderung schon so lange her ist, dass sie in der Selbst- und Fremdwahrnehmung eines Menschen keine Rolle mehr spielt – eine Erkenntnis, die sich auch in dem Vorschlag „Deutsche mit verjährtem Migrationshintergrund“ wiederfand. Manche waren sogar der Meinung, eine Unterscheidung nach Deutschen mit und ohne Migrationshintergrund spiele einer Art völkischer Ideologie in die Hände, und machten sarkastische Vorschläge wie „Arier“, „deutscher Volkszugehöriger“ oder „Volksgenosse“.

Nun verweist das Wort „Migrationshintergrund“ ja gerade nicht auf (pseudo-)genetische Definition, sondern auf einen Lebensweg. Aber die Idee der Staatsbürgerschaft durch Abstammung ist offenbar nicht nur tief im deutschen Staatsbürgerrecht verankert, sondern spielt auch in unseren Alltagstheorien eine große Rolle, denn auf die eine oder andere Art bezog sich die Mehrheit der Vorschläge darauf.

Zunächst gab es eine Reihe von Vorschlägen, bei denen Deutsche ohne Migrationshintergrund als offensichtlicher Normalfall betrachtet werden, der keine eigene Bezeichnung braucht: „Bundesbürger“, „Staatsbürger“, „Einwohner“ oder einfach „Deutsche“. In diesen Wörtern drückt sich die Vorstellung aus, dass Deutsche mit Migrationshintergrund eben keine echten Deutschen seien. Das haben sie mit Formulierungen wie „Türke mit deutschem Pass“ gemeinsam, wie sie sowohl von Rechtspopulisten als auch von manchen Deutschen mit Migrationshintergrund selbst verwendet werden. Die meisten Antworten waren aber bemüht, sprachliche Bezeichnungen zu finden, die keine der Gruppen von vornherein als „normal“ oder „abweichend“ darstellt.

Einen direkten Bezug zur Abstammung stellen Vorschläge wie „Deutschstämmige“, „Biodeutsche“ und das etwas befremdliche „Cis-Deutsche“ dar. Das Wort „Deutschstämmige“ findet sich tatsächlich oft in neutralen Zusammenhängen (z.B. in der Fachliteratur) und wir hätten es wohl auch verwendet – mit leichten Magenschmerzen wegen der Idee, dass „Deutsch“ eine ethnisch homogene Kategorie sei. Diese Idee steckt auch hinter dem Wort „Biodeutsche“ (möglicherweise von dem Kabarettisten Mushin Omurca erfunden); das Wort findet sich in abfälligen bis leicht spöttischen Zusammenhängen ebenso wie in der Fachliteratur vieler antirassistischer Aktivist/innen. Obwohl es eigentlich nichts anderes bedeutet als „Deutschstämmige“, führt es bei den so Bezeichneten häufig zu heftigen Abwehrreaktionen. Allein deshalb scheidet es als neutrale Bezeichnung aus, womit leider auch der Vorschlag „Demeterdeutsche“ für Deutsche mit ganz besonders wenig Migrationshintergrund vom Tisch ist. Schließlich liegt auch dem missglückten Vorschlag „Cis-Deutsche“ die Vorstellung zugrunde, dass „echtes“ Deutschsein etwas mit Abstammung und Geburt zu tun hat – die Analogie zu „Cis-Menschen“ und dem Gegenstück „Trans-Menschen“ legt nahe, dass es einerseits „deutsch geborene“ Menschen gibt, und andererseits „Trans-Deutsche“, deren inneres Deutsch-Sein im Widerspruch zu ihrem nicht-deutschen Körper steht.

Einen etwas weniger direkten Bezug zur Abstammung stellen Wörter her, die sich auf die Tatsache beziehen, dass eine Person (und eine lange Reihe ihrer Vorfahren) an einem bestimmten Ort geboren ist. In diese Kategorie fallen Vorschläge wie „Eingeborene“ und „Ureinwohner“ ebenso wie deren durch Übersetzung ins Griechische und Lateinische wenigstens oberflächlich neutralisierten Fachbegriffe „indigene“ bzw. „autochthone Deutsche“ und die Wortschöpfung „Nativdeutsche“. Diese Wörtern, vor allem die Varianten „Eingeborene“ oder „Ureinwohner“, haben einen (ironisch gebrochenen) negativen Beiklang: Sie werden sonst üblicherweise von Eroberern verwendet, die als eingewanderte Gruppe über diejenigen herrschen, die zuerst da waren. Das mag in der Phantasie von Rechtspopulisten ja sogar zutreffen (die sich aber gegen die ebenfalls mitschwingende Konnotation einer „primitiven“ Kultur verwahren dürften). Es gibt also vermutlich Kontexte, in denen diese Wörter Denkanstöße geben könnten, aber als neutrale Bezeichnungen scheiden sie aus.

Dann gab es Vorschläge, die sich nicht auf die Abstammung beziehen, sondern auf das „Als-Erste-dagewesen-Sein“: das neutral klingende „Einheimische“ und die ironisch-scherzhaften Wörter „Bestandsbürger“ und „Platzhirsche“, die den Stolz auf die Tatsache veralbern, dass man sich seit mehreren Generationen nicht vom Platz bewegt hat. „Einheimische“ legt allerdings nahe, dass Menschen, die erst spät im Leben an einen Ort kommen (oder für deren Eltern oder Großeltern das gilt), dort nie heimisch werden können.

Dass Vorschläge wie die ruppig-liebevoll bis deutlich abfällig verwendeten Wörter „Kraut“ und „Kartoffel“ ebenfalls nicht als neutrale Bezeichnungen taugen, ergibt sich (wie bei „Biodeutsche“) schon daraus, dass sie bei den so Bezeichneten nur bedingt auf Begeisterung stoßen. Abgesehen davon hätten sie aber einen entscheidenden Vorteil: Da sie die Aufmerksamkeit weniger auf Geburt und Abstammung, sondern eher auf kulinarische Traditionen lenken, sind sie deutlich durchlässiger. Migrant/innen, die sich dieser kulinarischen Leitkultur anschließen, könnten sich ebenfalls mit diesen Wörtern bezeichnen und würden so sprachlich zu „echten“ Deutschen (Deutsche mit einer Vorliebe zu Nudelgerichten könnten umgekehrt zu „Spaghettis“ werden und würden im nächsten Italienurlaub wie Landsleute behandelt).

Am Ende bleibt also doch nur die Umschreibung „Deutsche ohne Migrationshintergrund“. Das ist sperrig, ist aber wohl die einzige Möglichkeit, den Unterschied zwischen verschiedenen Lebenswegen und -erfahrungen wenigstens ansatzweise wertfrei zu benennen.

Zwei der Vorschläge bestanden aus Abkürzungen, mit denen sich die Sperrigkeit möglicherweise umgehen ließe. Die erste, „DoM“, werden wir allerdings meiden, da sie implizieren könnte, die anderen seien die „Subs“; außerdem lässt sich das Gegenstück „DmM“ nur mit Mühe aussprechen. Über die zweite, „Domino“, müssen wir noch etwas nachdenken.

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43 Kommentare
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  1. Deutscher mit migriertem Vater sagt:

    Egal, wie man sie nennt, fair wird es erst, wenn die Medien im Bezug auf Straftaten zum Beispiel berichten würden: „Ein Deutscher ohne Migrationshintergrund wird wegen Vergewaltigung …. gesucht.“ So, wie die Medien das häufig im Zusammenhang mit „Mitbürgern mit Migrationshintergrund“ tun. Um quasi anzudeuten, dass die „fremdländische“ Abstammung etwas mit der verübten Straftat zu tun hätte.

    Die Bezeichnung mag hier so politisch korrekt wie nur möglich sein; sie erhält seine negative Konnotation erst im Zusammenhang in dem es verwendet wird.

  2. Lionel sagt:

    @moansame

    Volle Zustimmung!
    Man stelle sich vor, die Inuit in Grönland müssten sich jetzt Inuit ohne Migrationshintergrund nennen.
    Oder die seit 40 000 Jahren in Australien lebenden Aboriginis nun Aboriginis ohne Migrationshintergrund.
    Das ist nur noch absurd und Ergebnis einer verkrampften sprachpolitischen Gleichmacherei.

  3. Lynx sagt:

    Ab wann waren die Deutschen „Deutsche“? Wie Rudolf Pörtner in seinem Buch „Mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit“ schreibt, waren Köln und andere römische Städte am Rhein Schmelztiegel der Völker und Rassen: Römer, Germanen, Kelten und „waschechte“ Orientalen, die im römischen Heer dienten, sich nach Ende ihrer Dienstzeit auf einem Stück des eroberten Landes niederließen und einheimische Frauen ehelichten. Welche und wie große genetische Spuren haben die Hunnen und Ungarn im süddeutschen Raum hinterlassen? Und dann später die slawischen, hugenottischen und anderen Einwanderer und in der zweiten Hälfte des 17. Jhs. sogar türkische Kriegsgefangene, die christlich getauft und eingedeutscht wurden …
    Oder geht das Deutschsein nach der Sprache? Das Althochdeutsche von vor tausend Jahren klingt für einen gewöhnlichen heutigen Deutschen wie eine Fremdsprache, und wäre bei manchen dieser alten Texte nicht eine lateinische Version oder Übersetzung ins Neuhochdeutsche dabei, würde ich vielleicht gar nichts verstehen. Wie mir ein Einheimischer in Aachen einmal sagte, sprechen sie im Grenzgebiet sowohl auf der deutschen als auch der niederländischen Seite denselben Dialekt (Öcher Platt), den ich als Süddeutscher jedoch nicht verstehe.
    Und was ist, wenn ein Herkunftsdeutscher zum Islam konvertiert? Ist er dann als Mitglied der weltweiten islamischen Gemeinschaft (Umma) mehr Muslim oder mehr Deutscher? Zu welcher Kultur fühlt er sich mehr hingezogen, und in welchem Maß gibt er als Muslim sein deutsches Kulturerbe auf oder behält es? Von einigen Islamhassern wird immer wieder die unsinnige Forderung gestellt, „die Muslime“ sollten dorthin zurückkehren, wo sie hergekommen sind. Ein 60-jähriger deutscher Konvertit meinte dazu: „Ich bin in Berlin-Pankow geboren; warum soll ich dorthin zurückkehren? Was macht das für einen Sinn?“

  4. AWI sagt:

    „Monodeutsche“ fänd ich ganz passend für Deutsche, bei denen zumindest in den letzten paar Generationen niemand eingewandert ist.

  5. clatet sagt:

    Sorry, wenn ich sage: Deutscher ist nicht gleich Deutscher. Deutsche mit Migrationshintergrund sind keine echten Deutsche. Wenn sie echte Deutsche wären, wären sie keine Ausnahmen. Es geht nicht um Menschen, die hier geboren sind, sondern um diejenige, die sich einbürgern ließen. Ich finde es einfach unmöglich, dass wir einfach nicht das Recht haben, die Bürger dieses Landes als Deutsche zu bezeichnen. Man wird gleich als Nazi bezeichnet. Deutsche sind eben keine Ausländer. Und es kann kein Verbrechen sein, sie so zu nennen. Meiner Meinung nach sollten die anderen „Ausländer“ genannt werden. Schluss, aus, vorbei.

  6. Mango sagt:

    Das Konzept von Cis und Trans zielt eben nicht darauf ab, dass das eine angeboren und das andere total schrecklich ist. Es besagt lediglich, dass Cis-Menschen die ihnen bei der Geburt zugeordnete Kategorie (z.B. weiblich oder deutsch) für sich annehmen bzw. übernehmen. Trans bezeichnet dagegen die Ablehnung einer Gültigkeit dieser Kategorie für sich selbst. Das träfe dann auf eine Person zu, die bei Geburt eine Staatsangehörigkeit zugesprochen bekommt, sie später aber durch eine andere ergänzt oder ersetzt.
    Beide Begriffe, Cis und Trans, sagen nicht darüber aus, wie eine Person gelesen wird, also ob die offizielle Geburtskategorie (z.B. weiblich, deutsch) auch im Alltag von anderen Menschen auf sie angewendet wird.

  7. Mustafa sagt:

    Interessanter Artikel. Jedoch finde ich bereits den Ansatz falsch.

    Die Kategorie „[…] mit Migrationshintergrund“ macht in der Statistik fachlich absolut Sinn, um beispielsweise demografische Entwicklungen zu erfassen.

    In die Öffentlichkeit verbreitet wurde diese Zuschreibung jedoch von linken, wie auch rechten Populisten, die den „Hinzugekommenen“ damit zeigen wollen, dass man sie nicht als gleichwertig betrachtet, trotz juristischer Gleichheit (zumindest auf Papier).

    Diese Zuschreibung dient einzig der Ausgrenzung und Diffamierung von Menschen, aus bestimmten Kulturkreisen, die nun offiziell die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, um sie dennoch als „Ungleich“ zu labeln.

    Wenn man dieses, in der Öffentlichkeit durch Verantwortliche aus Politik und Öffentlichkeit, ständig wiederholtes und durch die Leitmedien reproduziertes Bild, der Andersartigkeit Gleicher, als gut empfindet, dann mag man auch gerne versuchen eine Zuschreibung für Reinrassigkeit zu finden …

    Jede/-r der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt ist Deutsche/-r! Punkt.

    Bis wir da ankommen ist der Terminus „Biodeutsche“, als gleichwertige Ordnungsgröße, absolut zu bevorzugen, um eine Referenzgruppe bei der wissenschaftlichen Betrachtung von Entwicklungen, innerhalb der Gruppe der „Deutschen mit Migrationshintergrund“, zu erfassen.

    Außerhalb der Wissenschaften ist eine solche terminologische-gesellschaftliche Spaltung kontraproduktiv und gefährlich!

  8. Thomas Rieger sagt:

    Ein sehr guter Denkanstoß. Vielleicht können wir die Reflexion auch noch ein wenig weiter treiben. Wie sieht es denn aus mit
    *DoM, die lange/wichtige Abschnitte ihres Lebens nicht in Deutschland verbracht haben und damit biografisch über signifikante Migrationserfahrung verfügen;
    *DoM, deren LebensgefährtInnen DmM sind und in deren Familien ggfls auch Zweisprachigkeit besteht und sich eine „Familienkuultur sui generis“ herausbildet;
    usw.? Vielfalt ist oft stärker präsent als wir denken, wir müssen sie nur sehen wollen…

  9. Petra sagt:

    Anstatt den Keil noch tiefer zwischen die Menschen zu treiben, könnte man sich vielleicht darauf einigen, dass alle Menschen mit deutschem Pass Deutsche sind – ohne den unseligen mit oder ohne oder vergangenen, nicht mehr gültigen Migrationshintergrund.
    Stefanowitsch und Goschler betreiben auf perfide wohlmeinende Weise die Segration der in Deutschland wohnenden Menschen. Wir müssen endlich verstehen, dass Diversität keine Gemeinschaft schafft.

  10. glamorama sagt:

    Dass wir Bewohner der westlichen Industrienationen, unserem Selbstverständnis nach die intellektuelle und moralische Elite der Welt, felsenfest an die Existenz von Staatsgrenzen glauben, zeigt, wie rückständig das Denken vermeintlich rationaler Lebewesen auch im 21. Jahrhundert noch sein kann. Nur, weil jemand zufällig auf der anderen Seite einer willkürlich gezogenen Linie geboren wurde, suchen wir nach einer anderen Bezeichnung für ihn. Obwohl wir uns brüsten, keinen Menschen aufgrund seiner Herkunft zu benachteiligen, denken wir uns ständig neue Gesetze aus, die genau das Gegenteil sicherstellen (z.B. im Asylrecht, im Arbeitsrecht, im Wahlrecht und im Schulrecht). Jedem anständigen Menschen müsste angesichts dieser gesellschaftlich und staatlich verordneten Ungerechtigkeit eigentlich übel werden.


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