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Migration und Integration in Deutschland

Wir haben unsere Behörden über Jahrzehnte in eine Abschottungskultur hineinentwickelt. Man hat gesagt: Haltet uns die Leute vom Hals, die wollen alle nur in unsere Sozialsysteme einwandern. Jetzt müssen wir deutlich machen, dass wir Fachkräfte brauchen, dass wir um sie werben müssen.

Peter Clever, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, April 2013

Fachkräftemangel im Pflegebereich

Ausbildung von Pflegefachkräften aus Vietnam in Deutschland startet

Zur Deckung des Fachkräftemangels im Pflegebereich werden erstmals 102 Vietnamesen eine Altenpflegeausbildung in Deutschland beginnen. Sie wurden im Rahmen eines Pilotverfahrens des Bundeswirtschaftsministeriums angeworben.

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres durchlaufen erstmals 102 junge Vietnamesen eine Altenpflegeausbildung in Deutschland. Damit geht das Pilotprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft zur Ausbildung von Arbeitskräften aus Vietnam zu Altenpflegefachkräften in seine entscheidende Phase. In Absprache mit den Ländern und Pflegeverbänden konnten Einrichtungen in den Ländern Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen als Ausbildungseinrichtungen gewonnen werden.

Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP): „Wir haben Schritt für Schritt die Rahmenbedingungen für die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte verbessert. Gerade im Bereich der Pflegewirtschaft ist der steigende Bedarf an Pflegefachkräften aber besonders dringlich. Mit dem Pilotvorhaben zur Ausbildung von Pflegefachkräften in Deutschland öffnen wir einen weiteren Weg, nach deutschen Ausbildungsstandards internationale Fachkräfte in der Pflege zu gewinnen. Dies ist eine neue Möglichkeit mit Modellcharakter für Unternehmen und Auszubildende.“

Bedarf weiter steigend
Der steigende Bedarf an Pflegefachkräften in Deutschland ist laut Ministeriums eine wichtige Herausforderung für die Politik und Pflegewirtschaft. Untersuchungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge wird schon bis 2020 der Bedarf auf rund 84.000 Pflege- und Hilfskräfte prognostiziert; bis 2030 wird mit einem Bedarf von 200.000 Pflege- und Hilfskräften gerechnet.

„Angesichts der demografischen Entwicklung müssen neben dem inländischen Fachkräftepotenzial auch alle Möglichkeiten der Fachkräftegewinnung aus dem Ausland genutzt werden. Hierzu zählt neben der Anwerbung bereits ausgebildeter Fachkräfte auch die Gewinnung junger Menschen zur Ausbildung in Deutschland“, so das Ministerium. (fs)

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4 Kommentare
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  1. Confianza sagt:

    Und woran liegt es, dass der Bedarf in Deutschland so groß ist? An viel zu schlechten Arbeitsbedingungen, den großen Hürden im, Ausbildungsbereich und zu wenig Gehalt. Es gibt so viele sinnlose Projekte, in die der Staat Geld hineinstecken kann. Deutsche Autobahnen sind nur noch Baustellen. Für alles hat man das Geld, nur nicht für den Pflegebereich. Stattdessen holt man sich billige ausländische „Fachkräfte“ und bildet diese auch noch aus. Ich kann nur noch den Kopf schütteln… Bitte macht die Augen auf!

    LG,
    Claudia von Pflege Fachkraft

  2. Vanessa sagt:

    Würde man die Fachkräfte in den Pflegeberufen besser bezahlen bräuchte man sie nicht aus dem Ausland hierher locken. Ich denke das dieses Programm letztendlich mehr Geld verschlingt als eine Anhebung der Gehälter. Unsere Politiker kann ich manchmal leider nicht mehr nachvollziehen.

  3. Han Yen sagt:

    Da der Pflegebereich zur reproduktiven Arbeit gehört, ist es allzu verständlich; dass in den alten Industriestaaten, Pflegekräfte aus anderen Staaten angeworben werden. Wir leben in einem Zeitalter der Care Migration, in der Krankenschwester aus Asien Kranke und Alte pflegen, während slawische Haushaltsangestellte sich im Westen verdingen. Diese Pflegekräfte gehören dringend sozial abgesichert im Ein- und Auswanderungsland, weil Kinder und Familienangehörige zurück bleiben. Entweder die Regierung unterzeichnet bilaterale Verträge mit den Anwerbestaaten über die Portierbarkeit sozialer Rechte, oder man delegiert die Aufgabe an eine intergovernmentale Agentur. Vorbild könnte die Sozial- und Pensionsversicherungen sein, die es bereits für Matrosen, Arbeiter auf Öl-Platformen und Trucker gibt. Für diese Branchen-Institutionen könnten abgeschafft werden und zu Dach-Organisationen vereinigt werden, um das Risiko der Krankheit, Arbeitslosigkeit und Invalidität auf möglichst viele Arbeitnehmer zu streuen. Die Matrosen und Trucker haben vorbildliche Sozialleistungen für zurückgelassene Kinder. Ausserdem muss im Interesse der Allgemeinheit endlich mit der Ärzteschwemme aufgeräumt werden. Die unverantwortliche Ärztezulassung lässt die Gesundheitskosten explodieren, weil mehr Ärzte auch mehr Medikamentenverschreibungen bei gleicher Bevölkerungszahl bedeuten. Ärzte schaffen sich ihren Arbeitsmarkt selbst. Die Gesundheitsversorgung auf dem Land bleibt dagegen weiterhin angespannt, weil es den Göttern in Weiss, das Landleben zu langweilig ist. Wir exportieren zudem eine Unmenge an Ärzten in die Schweiz, und opfern somit Steuerressourcen, die wir besser in Pfleger, Krankenschwestern und Vorsorge investiert hätten. Die hiesigen Löhne für Krankenschwester und Pfleger sind bemitleidenswert. Ausländische Krankenschwester und Pfleger brauchen eine Arbeitserlaubnis für den gesamten Euro-Raum, um mit den Füssen abstimmen zu können gegen Ausbeuter-Löhne.

  4. Querkopf sagt:

    Altenpflege ist zur Zeit aufgrund der Altersstruktur vieler Menschen in Deutschland das aktuellste Thema. Neben Arbeitskräften aus Asien und Europa wäre es auch ein Arbeitsfeld für viele Muslime in diesem Land, die seit Jahren in Deutschland leben und somit Möglichkeiten von Ausbildung und anschließendem Beruf in diesen Bereichen fänden. Asiatische Arbeitskräfte besitzen ein großes Potential von Flexibilität und eine große Anpassungsfähigkeit und es bleibt zu hoffen, daß auch Spanier, Griechen, Italiener, Serben, Kroaten und Slowenen hier ein Zuhause finden, weil Arbeitskräfte für die Zukunft Deutschlands sehr wichtig sind.



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