MiGAZIN

Kriegerische Stimmung

Freiheit? Ja! Verantwortung?

Weshalb Syrien und Co. nun definitiv der Status der ‚islamischen Staaten’ aberkannt werden und der Westen Mut zu mehr Diplomatie und Nächstenliebe haben sollte.

Aus dem Arabischen Frühling ist inzwischen ein eiskalter Winter geworden, der die gesamte Menschheit schlottern lässt. Tausende von unschuldigen Menschen sterben durch Bombardierungen, zuletzt durch den Einsatz chemischer Waffen, wodurch vor allem Kinder umkamen. Nun möchte auch noch der Westen nicht etwa durch diplomatische Lösungsansätze, sondern durch Militärschläge eingreifen. Die derzeitigen Zustände in Syrien, aber auch in Ägypten und den umliegenden Ländern sind einfach fatal und desolat.

Und diese Länder werden gerne als die ‚islamischen Staaten’ bezeichnet. Doch diese Bezeichnung ist in Anbetracht der derzeitigen Lage dermaßen paradox, dass sie aus dem Sprachgebrauch verbannt werden sollte. Wenn diese tatsächlich islamische Staaten wären, würden hier definitiv keine Waffen eingesetzt werden. Denn das Wort ‚Islam’ stammt ursprünglich aus der arabischen Wurzel s-l-m und bedeutet ‚Unversehrtheit’. Zu diesem Wortstamm gehören auch die arabischen Begriffe Heil, Sicherheit und Frieden.

Kommen wir zum ‚liberalem’ Westen, der eventuell durch Militäreinschläge in die ohnehin schon heikle Situation eingreifen und damit seine Herrschaft unter Beweis stellen möchte. Apropos liberal: Die Liberalität ist der Menschheit inzwischen selbst zum Verhängnis geworden. Denn „der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein“, schrieb Jean-Paul Sartre 1948, „verurteilt, weil er sich nicht selbst erschaffen hat, und dennoch frei, weil er, einmal in die Welt geworfen, für all das verantwortlich ist, was er tut.“ Alleine die Tatsache, dass der Mensch Atomwaffen herstellt oder Deutschland Saudi Arabien mit Panzern beliefert, beweist die Unendlichkeit dieser Freiheit. Und wo bleibt die ‚Verantwortung‘?

Deshalb sollte sich der Westen um zweierlei Dinge bemühen: zum einen um diplomatische und friedensfördernde Lösungsansätze und zum anderen um die Gewährung der Sicherheit der unschuldigen Bevölkerung. Hierzu gibt es sicherlich einige Lösungsansätze, die der Westen bewusst verdrängt oder nur Ansatzweise erfüllt, indem er freundlicherweise einige Flüchtlinge aufnimmt und ‚duldet’.

Reden wir von der Wirtschaft, so sind wir plötzlich ein globales Dorf und eine starke Gemeinschaft, die stets gehegt und gepflegt wird – weil der Pfleger profitiert? Doch in einem Dorf ist es üblich, dass einer des anderen Leid kennt und sich gegenseitig hilft. Von diesem Zusammenhalt ist derzeit leider wenig zu sehen.