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Migration und Integration in Deutschland

Nur die wenigsten dieser deutschen Arbeiter werden in dieser Situation mit den Ausländern solidarisch sein. Die meisten werden sich aggressiv von den Ausländern abgrenzen und bei ihnen die Verantwortung für die eigene schlechte Position suchen.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Vermeidbare Pleiten

Zu viele neue Unternehmen stolpern über mangelhafte Buchführung

Neugründungen münden häufig in Insolvenzen. Wie Studien zeigen, sind Migranten öfter betroffen. Nicht selten mangelt es an betriebswirtschaftlichem Wissen. Eine Buchhaltungssoftware kann kostengünstig Abhilfe schaffen.

Im Jahr 2012 verursachten Insolvenzen einen volkswirtschaftlichen Schaden in Deutschland in der Höhe von 38,3 Milliarden Euro. Gegenüber dem Jahr 2011 bedeutete dies einen Anstieg von 21,6 Prozent. Damals lag der Schaden für die deutsche Volkswirtschaft „nur“ bei 31,5 Milliarden Euro. Das „Handelsblatt“ prophezeite zudem schon Ende November 2012, das es im laufenden Jahr nicht besser, sondern noch schlechter werden würde. Deutschland drohe eine Pleitewelle.

Besonders bemerkenswert dabei: Überproportional häufig sind neu gegründete oder noch sehr junge Unternehmen von der Pleite betroffen. Wie das Portal „Ingenieur.de“ berichtet, hängen 40 Prozent aller Insolvenzen mit Unternehmen zusammen, die vier Jahre alt oder jünger sind. Zu oft ist eine schlechte Buchführung der Grund für die Insolvenz. Dabei ließe sich diese ganz einfach vermeiden.

Die zehn häufigsten Gründe für das frühe Aus neuer Unternehmen

  1. Der Businessplan ist schlecht ausgearbeitet
  2. Es fehlt an Eigenkapital
  3. Es gibt keinen Ausweichplan
  4. Es findet kein Marketing statt
  5. Es fehlt an Kompetenz an den wichtigen Stellen (vor allem in der Buchführung)
  6. Die Planung im Betrieb ist schlecht
  7. Viele Entscheidungsträger leiden unter Selbstüberschätzung
  8. Die Familien unterstützen die Gründer nicht ausreichend
  9. Es findet kein Controlling statt
  10. Die laufenden Kosten sind zu hoch

Migranten häufiger von Insolvenzen betroffen
Es zeigt sich, dass das Scheitern in vielen Fällen keineswegs alternativlos war, sondern nur mit einer fehlerhaften Buchführung zusammenhängt. Und viele dieser Punkte treten verschiedenen Studien zufolge bei Unternehmern mit Migrationshintergrund besonders häufig auf. Vor allem Gründer aus Nicht-EU-Staaten sind häufiger von Finanzierungsproblemen betroffen. Bei ihnen ist die Insolvenzgefahr um 18 % höher. Das geht beispielsweise aus dem Gründungsmonitor 2012 hervor, eine seit 2000 von der Kfw Bankengruppe durchgeführte repräsentative Befragung über das Gründungsverhalten in Deutschland.

Download: Den rund 140-seitigen Bericht der Kfw – Bankengruppe mit dem Titel: „Gründungsmonitor2012“ können Sie kostenlos herunterladen

Dabei sind Menschen mit Migrationshintergrund aktive Gründer. Laut Gründungsmonitor 2012 machten Gründer aus Nicht–EU–Staaten 14 % aller Neugründungen aus. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein deutlicher Anstieg (+31%). Ihr Anteil an den Gründungen liegt damit deutlich höher, als ihr an Anteil an der Gesamtbevölkerung in Deutschland (8,9%).

Die Autoren der Studie führen diese hohe Gründerquote auf die schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt zurück. Dafür wiederum gibt es viele weitere Gründe: Unzureichende Deutschkenntnisse, Benachteiligung, keine Berufsausbildung oder Nichtanerkennung von im Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen. So gehen viele Betroffene aus einer Notsituation heraus in die Selbstständigkeit. Entsprechend groß sind die Schwierigkeiten und Hürden, die die Gründer nehmen müssen, vor allem im Hinblick auf die nicht einfache Buchhaltung. Oft unterschätzt und stiefmütterlich behandelt, kommt das am Jahresende teuer zu stehen – oft mit Insolvenz als direkte Folge.

Dabei gibt es viele Möglichkeiten, wie man die Finanzbuchhaltung vernünftig führen kann. Die beste Möglichkeit ist zweifelsohne die Inanspruchnahme eine professionelle Beratung. Da viele Migranten aber ohnehin aus einer Notsituation heraus und oftmals ohne ausreichende finanziellen Mittel den Weg in die Selbstständigkeit wagen, scheuen sie sich vor den Kosten einer Beratung. Untersuchungen zeigen, dass neue Unternehmen sich aus Kostengründen generell zumeist nicht von Profis helfen lassen wollen. Eine Alternative, die viel zu selten genutzt wird, ist eine passende Software für die Buchhaltung. Diese muss nicht einmal etwas kosten, wie ein kleiner Überblick über den Markt zeigt.

AllInOne-Office: Eine Freeware-Lösung für die Buchhaltung
AllInOne-Office ist eine leistungsstarke Freeware aus dem Hause Wolftech IT Consulting für die Buchhaltung. Das Programm wurde für Freiberufler und Kleinbetriebe geschrieben und enthält neben einem Adressbuch sowie der Buchführung auch einige nützliche CRM-Feature. Darüber hinaus assistiert das Programm bei der Verwaltung von Warenbeständen oder Personaldaten. Wünschenswert wären vielleicht noch Steuerspartipps gewesen. Dies ist jedoch keine Pflicht. Denn passende Steuertipps findet man beispielsweise hier.

WISO Buchhaltung: Schnelle Buchführung für Profis
Wer bereit ist, Geld in ein Buchführungsprogramm zu investieren, kann auch zur WISO Buchhaltung von Buhl Data greifen. Das Programm ist auf professionelle Anforderungen zugeschnitten. An Bord sind beispielsweise die doppelte Buchführung, der Jahresabschluss, verschiedene Möglichkeiten der Bilanzierung sowie die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) für den schnellen Überblick darüber, wie viel Kapital in der Firma steckt.

Lexware Buchhalter: Die einfache Software-Lösung
Ebenfalls kostenpflichtig ist das Programm Buchhalter von Lexware. Das Programm zeichnet sich durch eine einfache Bedienung aus. Geschrieben wurde es für Kleinbetriebe, Handwerker sowie Freiberufler. Mit dem Kauf des Programms erwirbt man zugleich einen einjährigen Support. Das Programm bietet neben den klassischen Buchhaltungsfunktionen auch ein Mahnwesen, einen Überblick über den Zahlungsverkehr sowie hilfreiche grafische Auswertungen über den wirtschaftlichen Zustand des Unternehmens. Über Buchungsmasken können finanzielle Transaktionen relativ einfach erfasst und verarbeitet werden.

Fazit: Software-Lösungen verhindern Pleiten vor der Zeit
Deutschland hat mit zahlreichen Insolvenzen zu kämpfen, die volkswirtschaftlich einen enormen Schaden bedeuten. Vor allem viele neue Unternehmen müssen frühzeitig aufgeben. Zu oft ist eine schlechte Buchhaltung der Grund. Und betroffen sind von diesem Problem vor allem Gründer mit Migrationshintergrund ohne Vorbildung in Buchhaltung und Finanzplanung. Helfen können hier professionelle Software-Lösungen, denn diese bringen das nötige Know-How in den Betrieb, verbessern die Planung, verschaffen Kostenkontrolle und etablieren ein effizientes Controlling. Zudem sollte man sich auch selbst immer auf dem aktuellen Stand halten, das Blog die-buchhaltung.de bietet beispielsweise immer aktuelle Informationen. (red/sr)

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