Ausländische Qualifikationen: 90 Prozent aller Anträge positiv beschieden - MiGAZIN

Anzeige

Die Umstellung darauf, dass jetzt die Ausländer die Überlegenen sind, da sie wenigstens einen Arbeitsplatz besitzen, ist für viele nicht nachvollziehbar. Friedrich Landwehrmann Strukturfragen der Ausländerbeschäftigung, 1969

Ausländische Qualifikationen

90 Prozent aller Anträge positiv beschieden

Über das seit 2012 geltende Anerkennungsgesetz in Rheinland-Pfalz liegen nun erste Berechnungen vor: Fast 90 Prozent der im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse wurden anerkannt. Die meisten Antragsteller Europäer oder stammen aus dem asiatischen Raum.

 90 Prozent aller Anträge positiv beschieden

Anerkennung ausländischer Abschlüsse © mauritsreijnoudt @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Im Jahr 2012 beantragten in Rheinland-Pfalz 621 Frauen und Männer die Anerkennung ihrer ausländischen Berufsqualifikation. Das teilte das Statistische Landesamt in Bad Ems auf Basis erster vorläufiger Berechnungen mit.

Anzeige

Danach waren bis Ende des Jahres 2012 rund 57 Prozent der Verfahren abgeschlossen. In der Mehrzahl dieser Fälle konnte eine vollständige Gleichwertigkeit der ausländischen Berufsqualifikation mit einem deutschen Referenzberuf festgestellt werden (89 Prozent). „Diese hohe Erfolgsquote geht sicherlich auch darauf zurück, dass wenig erfolgversprechende Anerkennungsanträge oft noch vor der endgültigen Entscheidung zurückgezogen werden und dann nicht in der Statistik auftauchen“, so die Einschätzung des Statistischen Landesamtes.

Gesundheitsberufe vorn
Die mit Abstand meisten Antragsteller strebten eine Anerkennung im Bereich der medizinischen Gesundheitsberufe an (72,9 Prozent). Bei diesen reglementierten Berufen, zu denen beispielsweise die Kranken- und Altenpflege sowie der Arztberuf gehören, ist die erfolgreiche Gleichwertigkeitsprüfung Voraussetzung für die Berufsausübung. Anders ist dies bei den nicht reglementierten Berufen, deren Berufszugang formal nicht von der Berufsanerkennung abhängig ist. Auf diesen Bereich entfielen fast ein Fünftel aller Anträge.

Die meisten Antragsteller hatten ihre Ausbildung in der Europäischen Union (285) oder dem übrigen Europa (189) absolviert, weitere 102 Personen in einem asiatischen Land.

Das seit April 2012 geltende Anerkennungsgesetz gewährt Personen mit ausländischer Berufsqualifikation, die in Deutschland arbeiten wollen, den Anspruch auf eine individuelle Gleichwertigkeitsüberprüfung ihrer beruflichen Qualifikation. (ck)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Anzeige
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...