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Michael Walzer, Sphären der Gerechtigkeit, 2006

Türkische Presse Türkei

09.07.2013 – Erdoğan, Mursi, Ägypten, EU Beitritt Türkei, Gezi Park

Die Themen des Tages sind: Arınç verurteilt Gewalt in Ägypten; Außenminister Davutoğlu: „Ich Verurteile das Massaker”; Mursi ruft seine Anhänger zum Kampf gegen das Militär auf; Türkische Frühling in Deutschland… 25.000 gehen in Düsseldorf für Erdoğan auf die Straßen; Gezi Park wieder geöffnet; Islamische Welt… Fastenmonat Ramadan beginnt heute

VONBYEGM, TRT

DATUM9. Juli 2013

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RESSORTTürkische Presse Türkei

QUELLE Die “Türkische Presse Türkei” wird MiGAZIN von der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara und der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und unverändert übernommen.

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Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Kabinett ist Zusammengetreten
Das Kabinett ist gestern unter dem Vorsitz von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan zusammengetreten. Bei der Sitzung am Nachmittag kamen außenpolitische Themen wie der Militärputsch in Ägypten auf die Tagesordnung. Die jüngsten Vorfälle im nordafrikanischen Land und dessen Auswirkung auf den Nahen Osten wurden bewertet.

Der Lösungsprozess zur Beendung des Terrors, die Türkei-EU-Beziehungen und die Entwicklungen im Bereich Wirtschaft waren weitere Themen.

Arınç verurteilt Gewalt in Ägypten
Stellvertretender Ministerpräsident Bülent Arınç verurteilte die Gewalt in Ägypten. In einer Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung erklärte Arınç, die Türkei werde ihre klare Haltung gegenüber den Ereignissen in Ägypten fortsetzen. Arınç sagte zudem, dass in Ägypten so bald wie möglich Wahlen abgehalten werden sollten und forderte ein Ende der Gewalt.

Außenminister Davutoğlu: „Ich Verurteile das Massaker”
Außenminister Ahmet Davutoğlu hat die Gewalt vor dem Hauptquartier der Republikanischen Garden in Kairo angesichts der Dutzenden Todesopfer als Massaker bezeichnet.

Davutoğlu erklärte „Ich verurteile das Massaker scharf, das in Ägypten beim Morgengebet stattgefunden hat. Trotz Provokationen erwarten wir, dass unsere ägyptischen Schwestern und Brüdern an der Demokratie und ihrem freien Willen festhalten. Das Massaker in Ägypten am frühen Morgen verabscheue ich im Namen der von uns vertretenen menschlichen Grundwerte.“

Er forderte den Beginn eines Prozesses der politischen Normalisierung in Ägypten, bei dem der Wille des ägyptischen Volkes respektiert werden müsse. Davutoğlu hatte die Entmachtung Mursis bereits in der vergangenen Woche als inakzeptablen Militärputsch bezeichnet.

Bei der Gewalteskalation waren nach Angaben des Staatsfernsehens mindestens 42 Menschen getötet worden. Das ägyptische Militär sprach vom Versuch einer „terroristischen Gruppe“, das Hauptquartier des Republikanischen Garden zu stürmen.

Bekir Bozdağ verurteilt Gewalt in Ägypten
Vizepremier Bekir Bozdağ hat die Gewalt in Ägypten verurteilt. Seine Besorgnisse teilte er über das soziale Netzwerk Twitter mit. „Ich verurteile das Massaker, das in Ägypten beim Morgengebet stattgefunden hat und diejenigen, die dieses Massaker durchgeführt haben aufs schärfste,“ so Bozdağ.

Als Soldaten vor dem Hauptquartier der Revolutionsgarden das Feuer auf die betende Bevölkerung eröffnet hatten, waren 53 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 300 verletzt worden.

Mursi ruft seine Anhänger zum Kampf gegen das Militär auf
Es wurde bekanntgegeben, dass eine „Ägyptische Intifada“ begonnen habe. Die Islamisten in Ägypten beginnen sich mehr und mehr zu radikalisieren. Sie beteuern nun, dass sie bis zum Tode kämpfen werden. In den vergangenen Tagen ist es zu mehreren tödlichen Angriffen gegen Sicherheitskräfte gekommen. Je länger sich die Zusammenstöße zwischen den ägyptischen Sicherheitskräften und Muslim-Brüdern hinziehen, desto schärfer wird auch der Ton der Mursi-Anhänger. Islamisten in Ägypten rufen zu einer „Ägyptischen Intifada“ auf.

„Al-Kaida möchte die Gunst der Stunde nutzen. Ihr Ziel sei es mit gewalttätigen Mitteln, ihre politischen Ziele zu erreichen. Der Nährboden für die gewalttätigen Absichten ist derzeit gegeben“, so sagte CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz in Deutschland. „Und dass Wählerauftrag nicht heißt, der Wähler hatte jetzt für Punkt und Komma ein gesellschaftliches Umgestaltungsprogramm entschieden, was nur in die Richtung einer Partei ginge“ so Polenz weiter.

Einbruch beim Export nach Ägypten
Die Ereignisse in Ägypten haben zahlreiche türkische Investoren und Exporteure in Angst versetzt. Angst vor einem Absatzrückgang auf dem ägyptischen Markt haben türkische Unternehmer. Die AKP-Regierung möchte ihnen diese Angst nehmen und hat einen Arbeitskreis gegründet, der sich mit den Problemen der Unternehmer befassen soll. Jener Arbeitskreis soll stichhaltige Informationen über die Vorkommnisse in Ägypten sammeln und die Unternehmer rechtzeitig über neu eintretende wirtschaftliche Risiken in Ägypten informieren.

Türkische Unternehmen haben nach Ägypten im vergangenen Jahr Waren im Wert von 1,7 Milliarden US-Dollar exportiert. Der Anteil der türkischen Direktinvestitionen in Ägypten liegt bei 2 Mrd. US-Dollar. Rona Yırcalı, Präsident des Rates für außenwirtschaftliche Beziehungen (DEIK) sagte: „Ich glaube, dass die problematische Situation in Ägypten noch eine Weile andauern wird. Doch türkische Investoren werden Ägypten nicht verlassen.“

Denn Ägypten ist eines der wichtigsten Handelspartner der Türkei. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern beträgt 5,2 Mrd. US-Dollar.

Türkische Frühling in Deutschland… 25.000 gehen in Düsseldorf für Erdoğan auf die Straßen
Am vergangenen Sonntag gingen mehrere zehntausende Menschen in Düsseldorf auf die Straße. Angemeldet wurde die Veranstaltung von der in Köln sitzenden Union Europäische-Türkischer Demokraten (UETD), die sich als überparteiliche Organisation der in Europa lebenden Türken und türkischstämmigen Bürger versteht. 50.000 Teilnehmer waren angekündigt, gut die Hälfte hatte sich am vergangenen Sonntag im Düsseldorfer Rheinpark versammelt. Aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland fanden sich die Erdoğan-Anhänger ein. Demonstriert wurde friedlich, wenn auch nur auf Türkisch.

Zwischen 30.000 und 40.000 Erdoğan-Gegner in Köln kamen erst vor rund zwei Wochen zusammen. Die Gegenseite unter dem Motto „Respekt vor der Demokratie“ versammelte sich jetzt. Türkische Fahnen und Bilder mit dem Konterfrei des türkischen Premiers wurden geschwenkt. Die Teilnehmer übten Kritik vor allem an der Pressebericherstattung deutscher und englischer Medien über die Eskalation der Gewalt in Istanbul. In den vergangenen Wochen hatte Ministerpräsident Erdoğan immer wieder seinen Unmut darüber geäußert und machte auch vor den eigenen türkischen Medien nicht Halt. Die Veranstalter hatten ursprünglich mit rund 50.000 Teilnehmern gerechnet. Insgesamt, so heißt es weiter, sei die Veranstaltung am Sonntagnachmittag friedlich verlaufen. Die Verantwortlichen Versammlungsleitungen hätten sich nach Angaben von Polizeidirektor Wolfgang Töpfer bis zum Ende kooperativ gezeigt.

Gezi Park wieder geöffnet
Der Gezi Park wurde gestern für Besucher wieder geöffnet. Der Gouverneur von Istanbul Hüseyin Avni Mutlu, der Bürgermeister der Großstadtverwaltung Kadir Topbaş und der Polizeipräsident Hüseyin Çapkın besuchten gemeinsam den Gezi Park. Mutlu sagte, der Gezi Park sei nun Täglich 24 Stunden den Besuchern geöffnet.

Die Stadt hat mit den Arbeiten zur Neugestaltung des Parks begonnen. Im Park seien 100 neue Bäume und tausende Blumen eingepflanzt worden. Die Parkfläche sei um 8.000 Quadratmeter größer geworden. Die Grünfläche sei auf 58.000 Quadratmeter gestiegen.

Islamische Welt… Fastenmonat Ramadan beginnt heute
Ab Dienstag, den 9. Juli, ist es soweit: Für Muslime steht einen ganzen Monat lang auf der ganzen Welt der Verzicht und die Besinnung, aber auch Frieden und Versöhnung im Vordergrund. In diesem Jahr dauert der heilige Fastenmonat Ramadan bis zum 7. August, der mit dem Ramadanfest zwischen 8.-10. August endet. Die Gläubigen verzichten auf Essen, Trinken und andere weltliche Genüsse von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Das ist für viele kein leichtes Unterfangen gerade in den ersten Tagen. Mit Sonnenaufgang des Dienstags startet für mehr als eine Milliarde Muslime weltweit der heilige Fastenmonat Ramadan. Bis Anfang August heißt es nun, Verzicht zu üben. Doch gerade in den ersten Tagen ist die Umstellung meist schwer.

In diesem Jahr stellen sich rund 1,3 Milliarden Muslime der Pflicht zu fasten. Fasten ist eine Aufgabe, die zu den fünf Grundpfeilern des Islams gehört. Die diesjährige Fastenzeit dürfte doch in Anbetracht der Jahreszeit und den hohen Temperaturen alles andere als einfach werden. Während Iftar (Abendmahl) und Sahur (Nachtmahl) möglichst mindestens zweieinhalb Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen, raten die Trophologen dringend deshalb.

Den Fastenden in den ersten Tagen mit gut gemeinten Ratschlägen steht auch das türkische Gesundheitsministerium zur Seite. Dr. Turan Buzgan stellte folgendes noch einmal heraus: „Eine gesunde Ernährung ist ein Muss während des Ramadan. Vor allem, wenn das Fasten in die Sommermonate fällt, wenn die Gläubigen nach Stunden des Hungerns schwere Mahlzeiten zu sich nehmen, stellt das warme Wetter ein erhöhtes Risiko dar, nicht nur auszutrocknen, sondern auch Schwierigkeiten mit der Verdauung zu bekommen.

Fazıl Say bekommt Ehrenpreis des ZMF
Pianist und Komponist Fazıl Say hat bei der ZMF-Gala in Freiburg am Sonntag den Ehrenpreis des ZMF erhalten. Sein Preis wurde ihm von dem Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir überreicht. Das Motto der ZMF-Gala war „Mozart und Morgenland.“

In seiner kurzen Ansprache betont Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen, die Wichtigkeit des Rechts auf Meinungsfreiheit. Was der mutige Künstler musikalisch zu sagen hat, zeigt der Pianist mit seinem eigenen Klavierkonzert „Silence of Anatolia“.

Alexander Heisler, Spiritus Rector des Preises sagte „Der dies jährige Preis geht an Fazıl Say. So erfolgreiche und talentierte Musiker wie Fazıl Say gibt es selten. Say bekommt den Preis, weil er Zivilcourage zeigt und für die Brückenbildung von Jazz zu Klassik steht.“

Aus für Turkish Airlines… Aeroflot steigt als Sponsor bei Manchester United ein
Aeroflot, die staatliche Fluggesellschaft vom Russland, hat in die Olympischen Winterspiele in Sotschi im Jahr 2014 bereits eingeklinkt. Das Unternehmen tut sich jetzt auch jenseits von Russland um. Die Airline ist seit diesem Montag Teil der internationalen Sponsoren-Riege des britischen Fußballclubs Manchester United. Die staatlich kontrollierte Fluggesellschaft Aeroflot gehört seit diesem Montag zur wachsenden Gemeinschaft internationaler Sponsoren des legendären britischen Fußballclubs Manchester United. Es ist das erste russische Unternehmen, das eine Partnerschaft mit dem englischen Fußballmeister eingeht. Die Fluggesellschaft ersetzt Turkish Airlines (THY).

Nun tritt Aeroflot mit einem brandneuen Fünf-Jahres-Vertrag an die Stelle von Turkish Airlines und wird offizieller Beförderer des Clubs. Aeroflot-CEO Vitaly Saveliev sagte: Es ist ein bedeutender Schritt für uns, dass unsere erste globale Partnerschaft mit einem der erfolgreichsten und beliebtesten Fußball-Clubs der Welt zustande kommt.“

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