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Migration und Integration in Deutschland

Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren.

Hessischer Integrationsminsiter Jörg-Uwe Hahn (FDP), Frankfurter Neue Presse, 7.2.2013

Porträt

„Die Migranten müssen aufhören zu jammern!“

Daud Ata (33) wuchs als Sohn pakistanischer Einwanderer in einer Hamburger Plattenbau-Großsiedlung im Stadtteil Osdorfer Born auf. Entgegen vieler Erwartungen erkämpft er sich den Aufstieg aus dem sozialen Brennpunkt, über das Gymnasium, das Studium bis in die Selbstständigkeit. Nach seinem eigenen Bildungserfolg unterstützte er auch andere Jugendliche aus dem Stadtteil mit seinem Projekt „BGK – Bildung gegen Kriminalität”. Heute als Geschäftsführer eines jungen aufstrebenden IT-Unternehmens in Hamburg schaut er auf eine ereignisreiche Karriere zurück.

VONTahir Chaudhry

 „Die Migranten müssen aufhören zu jammern!“
Der Verfasser (23) ist Journalist, Blogger und Dokumentarfilmer. Er studiert Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

DATUM8. Juli 2013

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RESSORTAktuell, Gesellschaft

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Der etwas andere Unternehmer
Derweil war Daud nicht nur Ehemann, sondern auch Vater einer Tochter, als er das Studium vorzeitig beendete und 2008 in das Traineeprogramm einer bekannten Mobilfunkgesellschaft einstieg. Aus heutiger Sicht war es „ein großer Fehler, aufgrund finanzieller Vorzüge des Arbeitslebens das Studium abzubrechen”, urteilt Daud wehmütig. Jedoch hat er sich nun fest vorgenommen, das Studium nach der Festigung seines Unternehmens abzuschließen. Das eine Jahr im Traineeprogramm „war schrecklich, denn es ging nur darum, ständig Umsätze zu machen, was einen innerlich krepieren ließ”. Hinzu kam noch, dass der zwischenmenschliche Umgang „ein gegenseitiges Zerreißen war”. Was dann schlussendlich das Fass zum Überlaufen brachte, war die Tatsache, dass ihm nicht ermöglicht wurde, sein Gebet am Nachmittag zu verrichten. Daud stieg aus und glaubte daran, dass er sich mit dem angeeigneten Know-how genauso gut selbstständig machen könne. Infolgedessen fasste er den Entschluss, für die Erlangung der Freiheit, hohe Risiken in Kauf zu nehmen.

2009 gründete Daud das „Atakom Systemhaus” in Hamburg-Billstedt. Ein junges IT-Unternehmen mit Fokus auf kleine & mittelständische IT-Kundenbedürfnisse. Es sollte jedoch ein Unternehmen sein, „das nicht nur monitär bereichert, sondern auch ideell”. Demgemäß ziert die Website des Unternehmens das Zitat: „Spenden hat noch keinen Besitz geschmälert!” Die Idee dahinter ist, dass Atakom anderen Unternehmen IT-Lösungen anbietet, mit denen Ressourcen eingespart und Betriebsprozesse optimiert werden können. Ein Teil der entstehenden Kosteneinsparungen gehen als Spenden an hilfsbedürftige gemeinnützige Projekte.

Die ersten drei Jahre liefen mehr schlecht als recht. Es ist eine Zeit, die viel Energie raubte und Geduld erforderte. Minusgeschäfte trotz der 70-Stunden-Wochen nagten an Körper und Psyche. Als ich ihn frage, was ihm in dieser Zeit mit Mut und Kraft ausstattete, ändert sich seine Körperhaltung und Mimik. Es scheint, als würde Daud gerne über die Zeit in seinem Leben reden, in der es ihm nicht gerade gut ging. Er spricht von ihm als den besten Freund, der ihm in dieser schwierigen Zeit zur Seite stand: Gott. „Als die Existenzängste den Tag bestimmten und der Verstand jegliche Hoffnung zurückdrängte, wurden die Gebete intensiver und die Beziehung zu Gott stärker”, bemerkt Daud. Dass er sich immer wieder vor der Insolvenz schützen konnte, kann er nicht als ein Zufall bezeichnen. Er weiß, dass Gott lebendig ist und die „Probleme seiner geliebten Geschöpfe in Kommunikation mit dem Menschen” löst. Jetzt ist er glücklich mit dem, was er unternehmerisch erreicht hat. Denn er schaffte es, sich aus der Schuldensituation zu befreien und stellte das Unternehmen auf solide Beine. Extreme Wachstumszwänge hat er nicht. Doch ein solides Wachstum ist ein Ziel.

Deutschland braucht Brückenbauer
Wenn man Daud heute nach seiner Identität fragt, dann antwortet er ziemlich lang: „Ich fühl mich als ein in Deutschland geborener, liberaler und wertekonservativer, deutscher Ahmadi-Muslim, der seine Wurzeln in Pakistan hat”. Für seine drei Kinder wünscht sich Daud ein Deutschland, in dem Menschen mit Migrationshintergrund ein angenehmes Leben führen können. Die vergangenen Integrationsdebatten täuschten darüber hinweg, „dass wir viel mehr Gemeinsamkeiten haben, als Unterschiede”. Hetzer gäbe es leider genug. Was man brauche, seien viel mehr Brückenbauer, die verbinden, statt zu teilen. So koordiniert er beispielsweise „Muslime für Frieden”, ein Projekt, das bundesweit Flyer-Kampagnen durchführt und in Großstädten plakatiert. Es soll die Kernbotschaft der islamischen Lehren „Liebe für alle, Hass für keinen“ unterstreichen und gegen Ressentiments vorgehen. Mit Sorge beobachtet er den Umgang mit Migranten während dieser wirtschaftlich instabilen Zeit. Er hofft daher, dass sich die Lage in Zukunft stabilisieren wird, „damit sich ein nachhaltiger gesellschaftlicher Frieden” verbreiten kann. Daud ist optimistisch und glaubt an eine Zukunft, in der „eine schöne Kultur mit der Andersartigkeit von Menschen gepflegt wird“.

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20 Kommentare
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  1. aloo masala sagt:

    Schöner Artikel. Danke.

  2. Josef Özcan sagt:

    „Karriere“ ist kein humanistisches und schon gar kein humanitäres Bildungsideal.

    „Bildung“ wird stark überbewertet. Worauf es viel mehr ankommt sind gefestigte emotionale und motivationale Strukturen, die nun wirklich nicht in ein kapitalistisches Unternehmertum münden müssen.

    Wir brauchen kreative Gegenkulturen dringender denn je … und nicht noch mehr angepasste IT-Berater in Schlips und Kragen.

    Das Bildungssystem insgesamt muss reformiert werden da liegt der kreative Ansatzpunkt und nicht bei Migranten, die sich an die kapitalistischen Strukturen anpassen sollen ohne von diesen wirklich zu profitieren. Die Schulausbildung ist oft das Papier was bescheinigt, dass man die Mindestgrundlagen erworben hat um ausgebeutet werden zu können. Denn ganz ohne „Bildung“ kann nicht einmal die Ausbeutung wirksam werden.

    Josef Özcan (Diplom Psychologe)

  3. Saadiya sagt:

    Bildung hilft – aber nicht dabei, die Vorurteile der Mehrheitsgesellschaft bedenkenlos und ein für alle Mal auszuräumen. Nicht umsonst wandern viele hier gebildete und aufgewachsene Akademiker mit nichtdeutschen Wurzeln ins Ausland ab………Wenn Migranten etwas kritisieren oder die Dikriminierung, die sie aufgrund ihrer Herkunft erfahren, anprangern, dass ist das kein jammern. Migranten werden oft über mehrere Generationen zu Opfern ihrer Herkunft gemacht und haben deswegen schlechtere Chancen. Das trifft auch auf Akademiker und Abiturienten zu. Studien (http://www.jobware.de/Karriere/Hochqualifizierte-Migranten-sind-wenig-begehrt.html oder http://www.oecd.org/switzerland/nachkommenvonmigrantenschlechtereperspektivenaufdemarbeitsmarktauchbeigleichembildungsniveau.htm oder http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/migranten-verdeckte-diskriminierung-mindert-berufschancen/983000.html) haben belegt, dass gerade bei Akademikern die Schere weiterer auseinander geht als bei weniger gut Ausgebildeten. So haben Hauptschüler (deutsch/nicht-deutsch) oft ähnliche Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Bei Abiturienten oder Hochschulabsolventen jedoch haben Deutsche bessere Berufschancen als Nicht-Deutsche. Mit Bildung hat es also wenig zu tun, dass Migranten diskriminiert werden. Seltsam ist, dass Negatives den „Opfern“ (nicht wörtlich nehmen bitte – Wortspiel) angelastet wird und niemand auf die „Täter“ (nicht wörtlich nehmen bitte – Wortspiel) schaut. Es ist ein bischen so, als verurteilte man die Opfer für die Taten des Täters.

  4. Marie sagt:

    Ich finde ja schon den Titel dieses Beitrags sehr merkwürdig – „Die Migranten müssen aufhören, zu jammern.“ Das impliziert, dass die Thematisierung der Diskriminierung beispielsweise bei der Arbeitsplatzsuche, der Wohnungssuche u.a.m. nicht gerechtfertigt, sondern bloßes Gejammere sei, es fehlt nur noch das Wort „wehleidig.“ Es ist ja schön, dass der Autor einen erfolgreichen Weg genommen hat, sein persönlichen Werdegang auf die Allgemeinheit zu übertragen, halte ich jedoch für mehr als verwegen.
    Dass die „Möglichkeiten“, beispielsweise in Sachen Bildung in Deutschland gleich verteilt wären, alle also dieselben „Möglichkeiten“ hätte, ist absolut unrichtig.

  5. Marie sagt:

    „Seltsam ist, dass Negatives den “Opfern” (nicht wörtlich nehmen bitte – Wortspiel) angelastet wird und niemand auf die “Täter” (nicht wörtlich nehmen bitte – Wortspiel) schaut. Es ist ein bischen so, als verurteilte man die Opfer für die Taten des Täters.“

    Das sehe ich genauso – letztlich steckt m. E. dahinter: Sie sind selbst schuld an der Misere, weil sie nur jammern, wo hier doch jeder dieselben „Möglichkeiten“ hat..
    Abgesehen von der Tatsache, dass dieses Bildungssystem, das wie kein anderes in vergleichbaren Industrieländern die Menschen nach ihrer sozialen Herkunft aufteilt, es nicht schafft, benachteiligte Schichten dieselben Bildungschancen zu eröffnen, wie der Ober- und gehobenen Mittelschicht, werden auch diejenigen, die es trotz der widrigen Umstände geschafft haben, beispielsweise ein Studium erfolgreich abzuschließen, auch bei der darauf folgenden Arbeitsplatzsuche weiter stark benachteiligt.

    „Es „… entscheidet in kaum einem anderen Industriestaat die sozio-ökonomische Herkunft so sehr über den Schulerfolg und die Bildungschancen wie in Deutschland. Zugleich gelingt es in Deutschland im internationalen Vergleich deutlich schlechter, Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gute schulische Kompetenzen zu vermitteln.“ (Bundesministerium für Bildung und Forschung).

    Die Entwicklung hat sich in den letzten Jahren nicht verbessert, sondern verschlechtert und trotz massiver internationaler Kritik (OECD, Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen, Unesco, Unicef, Bildungsminister der Europäischen Union usw. hält Deutschland an seinem dreigliedrigen Schulsystem, das die Kinder schon mit 10 Jahren „aufteilt“, fest. Die im internationalen Vergleich weit unterdurchschnittlichen Bildungsausgaben werden weit überdurchschnittlich auf die Gymnasien konzentriert.

    Der für Entwicklungsländer entwickelte „Education-for-all“ Plan soll nach dem Wunsch der Unesco und der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen auch für Deutschland gelten, „da in Deutschland ebenfalls vier der sechs Bedingungen für eine „Grundbildung für Alle“ nicht erfüllt seien“. Die Menschenrechtskommission kritisierte neben der Benachteiligung unterer sozialer Schichten auch, „dass der Vorbehalt der deutschen Bundesregierung gegenüber der UN-Kinderrechtskonvention praktisch die Auswirkung hat, dass die Kinder zuerst in ihrem Status als Flüchtling gesehen werden, und dann erst als Kinder. Das führt natürlich dazu, dass Personen, deren rechtlicher Status nicht eindeutig geklärt ist, auch keine Möglichkeit haben, in den Ausbildungsbereich hinein zu kommen.“
    (Quelle u.a.: Wikipedia)

    So ist das, ein deutsches Armutszeugnis erster Güte und daran sind nun wirklich nicht die Opfer der Misere schuld.

  6. Blob sagt:

    @Marie / Nur was könnte die Gesellschaft denn überhaupt dran ändern, wenn die Möglichkeiten so begrenzt sind? Wer traut sich da zu sagen das es wohl immer Verlierer in einer Gesellschaft geben wird. Es ist illusionär zu glauben, daß alle die gleichen Chancen haben werden.

  7. Marie sagt:

    Weshalb sollten die Möglichkeiten „begrenzt“ sein? Das verstehe ich jetzt nicht – eigentlich ist es doch ganz einfach: Abschaffung des elitären Separationsbildungssystems, Aufstockung der Ausgaben für Bildung auf europäisches Durchschnittsniveau, Förderung der vorschulischen Bildung in einem Maße, wie das unsere erfolgreicheren Nachbarn tun, Abschaffung des Beamtenstatus für Lehrer, und so weiter und so fort.

    Über die Diskriminierung des deutschen Bildungssystems einschließlich der danach diskriminierenden Berufsaussichten für benachteiligte Schichten könnte ich aus eigenem Erleben Bücher schreiben. Als erstes katholisches Mädchen aus einem Arbeiterhaushalt auf dem Lande auf dem dortigen Gymnasium (für sehr, sehr viele Jahre sollte ich das einzige Arbeitermädchen dort bleiben, auch als ich das Gymnasium längst abgeschlossen hatte, ward dort ein „Exot“ wie ich sehr lange Zeit nicht mehr gesichtet, und ein Arbeiterjunge war auch weit und breit nicht in Sicht) habe ich die Diskriminierung auch derer, die es, äußerlich betrachtet, „geschafft“ haben, hautnah miterlebt. Das elitäre Geschwafel ist mir noch heute im Ohr – da wurde beispielsweise tatsächlich mit verneinendem Ergebnis die Frage „diskutiert“, ob sich ein Gymnasiast (diese seien die „Elite“ der Nation, haben uns die Lehrer eingetrichtert) herablassen solle, mit Schülern der benachbarten Realschule zu kommunizieren. Meine „Sonderrolle“ habe ich all die Jahre auf dem Gymnasium zu spüren bekommen und dass ich aufgrund einer Hochbegabung diese Lehranstalt quasi auf einer Hinterbacke locker absolvierte, kam erschwerend hinzu – dass Menschen aus „niederen“ Schichten die selbsternannten Elite in Sachen „Leistung“ auf die Plätze verweisen, das kann die Elite schon gar nicht haben. Bis heute hat sich daran so gut wie nichts geändert, das Elitegedöns und die Abschottung halten unvermindert an. Zuletzt habe ich das auf dem Gymnasium meines Sohnes hautnah miterlebt, wie Kinder aus weniger elitären Schichten ausgegrenzt und benachteiligt wurden. M.E. ist das in erster Linie ein Schichtenproblem, einmal unten, immer unten. Die „Elite“ verteidigt ihre Privilegien mit Zähnen und Klauen.

  8. Saadiya sagt:

    Natürlich ist es möglich, allen die gleichen Chancen oder Ausgangsgrundlagen auf Bildung zu ermöglichen. Das bedeutet im Endeffekt aber nicht, dass alle gleich gebildet die Schule verlassen. Dort liegt der Unterschied.

    Deutschland hat ein Schul- und Bildungssystem das bereits früh damit beginnt, Gewinner und Verlierer zu produzieren. Dabei wäre es einfach, das Schul- und Ausbildungssystem und die entsprechenden Gesetze zu ändern (siehe Flüchtlingsstatus bei ausbildungssuchenden Jugendlichen, Hinweis von Marie) um gleiche Grundchancen auf Bildung zu ermöglichen, die herkunfts- und schichtsunabhängig ist, wenn Politik dazu bereit wäre. Leider hält man immer noch an einem Bildungssystem fest, dass früh aussondert und in dem der Status der sozialen Herkunft manchmal eher über einen Wechsel aufs Gymnasium entscheidet als die Leistungen. Und selbst derjenige, der trotz „schlechterer sozialer Zugehörigkeit“ als Akademiker endet, hat noch lange nicht die selben Chancen wie eine Person aus einer sozial höher gestellten Vergleichsgruppe mit derselben Qualifikation. Bildung und Qualifizierung sind in Deutschland eben nicht eine automatische Eintrittskarte zum Erfolg oder gesellschaftlicher Anerkennung.

  9. Marie sagt:

    „Leider hält man immer noch an einem Bildungssystem fest, dass früh aussondert und in dem der Status der sozialen Herkunft manchmal eher über einen Wechsel aufs Gymnasium entscheidet als die Leistungen.“

    Manchmal eher ist gehörig untertrieben – eine Gymnasialempfehlung hängt fast ausschließlich von der sozialen Schicht ab und Kinder aus unteren Schichten und /oder mit Migrationshintergund müssen eine erheblich höhere Leistung erbringen, um die Empfehlung für das Gymnasium zu erhalten.

    „Die Chance für Kinder, deren Eltern nicht im Ausland geboren wurden, auf ein Gymnasium empfohlen zu werden, ist knapp fünfmal!!! höher, als die für ein Kind dessen Eltern im Ausland geboren wurden. Selbst wenn nur Kinder gleicher Sozialschicht verglichen werden, ist die Chance für ein Kind ohne Migrationshintergrund noch immer knapp zweimal höher, auf ein Gymnasium empfohlen zu werden. Ein Kind aus privilegierten sozialen Schichten hat gut die vierfache!!! Chance, eine Gymnasialempfehlung zu erhalten und auch dann, wenn die Kinder exakt über dieselbe Intelligenz und Kompetenzen verfügen, ist die Chance für Kinder aus privilegierten Schichten noch mehr als zweieinhalbfach!!! so hoch.

    Diese extreme Diskriminierung von Kindesbeinen an gibt es in dieser Form nur in Deutschland. Und mit Verlaub, Herr, Ata, ich finde es voll daneben, wie Sie sich über die Opfer des zutiefst ungerechten deutschen Bildungssystems erheben, indem Sie sie auffordern, aufgrund ihrer persönlichen Geschichte, das angebliche „Jammern“ einzustellen. Auch wenn ich persönlich das Glück hatte, trotz extremer schichtbedingter Diskriminierung einen akademischen Abschluss zu erwerben, fiele es mir im Leben nicht ein, mich über die Opfer dieses zutiefst ungerechten Bildungssystems zu erheben, indem ich diejenigen, denen das nicht gelang, des „Jammerns“ bezichtige.

    http://books.google.de/books?id=GYyL1nlR5ssC&pg=PA52&lpg=PA52&dq=Bildungsgerechtigkeit+gymnasialempfehlung&source=bl&ots=Rg1l061MHK&sig=hvrmx8p9MVQ94EbjbrhoRUa6jMc&hl=de&sa=X&ei=1LfcUZT4O4nDswbz8oHIDQ&ved=0CDYQ6AEwAA#v=onepage&q=Bildungsgerechtigkeit%20gymnasialempfehlung&f=false

  10. Soli sagt:

    @Marie – das was sie Herrn Ala vorwerfen, nämlich nur von seiner „persönlichen Geschichte“ zu berichten – machen sie doch im gleichen Beitrag selber. ERzählen von den vielen Disriminuerungen die-sie erfahren haben und das sie sich trotzdem den WEg gekämpft haben….


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