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02.07.2013 – Islam, Muslime, Byzanz, Türkei, Istanbul, Integration

Vielfalt des Islam (1/3)
Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, das Almosengeben und die Pilgerfahrt nach Mekka: Auf diesen „Fünf Säulen“ ruht für gläubige Muslime der Islam. Wie die rund 1,2 Milliarden Mitglieder dieser Glaubensgemeinschaft ihre Religion umsetzen, hängt jedoch von der individuellen Kultur und der Gesellschaft ab. In jeder Kultur erfährt die gemeinsame Religion eine andere Ausprägung. In Istanbul beginnt eine junge Familie den Tag mit dem Einkauf des festlichen Prinzengewandes für die Beschneidung des dreijährigen Sohnes Efe. In der Wüste Saudi-Arabiens pflegen Beduinen, wie zu Zeiten des Propheten, das einfache Leben der Kamelzüchter.

In Mekka umrunden Pilger die Kaaba, den zentralen Ort der Muslime, und in Indonesien führt die Schwester des Sultans von Cirebon durch die Feierlichkeiten zum Geburtstag des Propheten. „Glaube und Kultur“ spürt den religiösen Grundlagen und der Vielfalt der muslimischen Welt nach – von der laizistischen Türkei über das fundamentalistische Saudi-Arabien bis nach Indonesien mit seinem bunten Mix an Religionen. Die „Fünf Säulen des Islams“ haben alle gemeinsam: Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, das Almosengeben und die Pilgerfahrt nach Mekka. 08:30-08:45 • BR-alpha

Byzanz – Europas östliches Erbe
Byzanz, Brücke zwischen Orient und Okzident, galt als Inbegriff hoch entwickelter Zivilisation. Unermesslicher Reichtum und verschwenderischer Luxus, kirchliche und höfische Prachtentfaltung prägten das Bild vom Weltreich am Bosporus. Das oströmische Reich von Byzanz währte über tausend Jahre, lag auf drei Kontinenten mit fünf Meeren und wurde regiert von einem Kaiser als Stellvertreter Gottes auf Erden. Konstantin der Große war es, der 324 n.Chr. das Fundament für die neue Metropole im Osten legte. Byzanz wurde zum zweiten Rom, zum neuen „Nabel der Welt“.

Bayern grenzte zeitweilig an das byzantinische Oberitalien und so kamen zahlreiche Preziosen aus dem Osten über die Alpen. Als 1204 ein Kreuzfahrerheer die Kapitale im Osten plünderte, war dies der Anfang vom Ende. Auf die Kreuzfahrer folgten die Seldschuken und dann die Osmanen, die 1453 mit der Eroberung von Konstantinopel auch ein glanzvolles Weltreich zerstörten. 14:00-14:30 • BR-alpha

Bürger, Bäume, Barrikaden
Tage, die die Türkei verändern. Begonnen hat alles mit ein paar Bäumen, die einer Shopping Mall weichen sollten. Nun ist daraus der größte Bürgeraufstand in der Geschichte der modernen Türkei geworden. Von Izmir bis Istanbul protestieren Menschen seit drei Wochen gegen den autoritären Regierungsstil von Ministerpräsident Erdogan. Sie wollen sich nicht länger vorschreiben lassen, wie viele Kinder sie bekommen müssen und ob sie Alkohol trinken dürfen.

Und sie wollen nicht länger hinnehmen, dass der Ministerpräsident über Istanbul verfügt wie ein Sultan.

Mit Härte versucht Ankara immer wieder, gegen Demonstranten vorzugehen, doch die neuen Türken weichen weder Tränengas noch Wasserwerfern. Die neuen Türken haben die Angst verloren, auch wenn immer mehr verhaftet werden und die Regierung sogar erwägt, das Militär gegen seine Bürger einzusetzen. 18:00-18:30 • PHOENIX