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Türkische Presse Türkei

26.06.2013 – EU Beitritt Türkei, Davutoğlu, UEFA, Kurdisch, Gezi Park

Die Themen des Tages sind: EU eröffnet neues Verhandlungskapitel mit Türkei; Türkei und Ukraine werden gemeinsam im Schwarzmeer nach Erdgas bohren; UEFA schließt Besiktas und Fenerbahçe aus; Schienenverlegung auf der Bahnstrecke Kars-Tiflis-Baku beginnt; Bildungsministerium erlaubt Unterricht auf Kurdisch

Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

EU eröffnet neues Verhandlungskapitel mit Türkei
Außenminister Ahmet Davutoğlu zeigt sich optimistisch über den EU-Beitrittsprozess der Türkei. Im Streit um den EU-Beitritt der Türkei und die damit zusammenhängende Eröffnung eines neuen Verhandlungskapitels zeichnet sich ein Kompromiss ab. Die EU hat die Eröffnung des nächsten Verhandlungskapitels unwiderruflich beschlossen. Im kommenden Oktober soll der Beitrittsprozess wieder aufgenommen werden. Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei wenden sich offenbar zum Positiven.

Die Gespräche sollen mit der Türkei im Oktober 2013 beginnen. Damit folgen die EU-Botschafter dem Vorschlag von Berlin. Die EU-Botschafter in Brüssel haben eine „grundsätzliche Einigung“ darüber getroffen. In seiner Erklärung brachte Außenminister Ahmet Davutoğlu seine Zufriedenheit mit der Entscheidung von Brüssel zum Ausdruck: „Gestern hatte ich insgesamt vier konstruktive Unterredungen mit Westerwelle, heute Morgen zwei weitere mit Ashton und Füle. Wichtig an dem Brüsseler Beschluss ist, dass jetzt unwiderruflich für die Eröffnung des neuen Beitrittskapitels gestimmt wurde. Es gibt kein Zurück mehr.“

Türkei und Ukraine werden gemeinsam im Schwarzmeer nach Erdgas bohren
Ukrainischer stellvertretender Ministerpräsident Jurij Bojko besuchte gestern den Energieminister Taner Yıldız in seinem Amt in Ankara.

Nach seinem Gespräch mit Bojko erklärte Energieminister Yıldız, es gebe intensive Bemühungen zur Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern. Minister Yıldız sagte: „Wir haben in der Schwarzmeerregion begrenzte Wirtschaftsräume. Wir bemühen uns darum, die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Ukraine zu erweitern.“

Bojko seinerseits wies darauf hin, dass die beiden Länder gemeinsame Probleme im Thema Energie hätten. Gastminister Bojko teilte mit, dass die Türkei und Ukraine zwei Projekte bearbeiteten, die gemeinsame Erdgassuche im Schwarzmeer und die Benützung der ukrainischen Erdgasdepots von der Türkei beinhält. Bojko dankte auch der Türkei wegen ihrer Unterstützung an Ukraine im Thema Transportation der Energiequellen von der Kaspischen Region nach Europa.

Schienenverlegung auf der Bahnstrecke Kars-Tiflis-Baku beginnt
Beim Eisenbahn-Projekt Kars-Tiflis-Baku, das als moderne Seidenstraße bezeichnet wird, werden die Verkehrsminister von der Türkei, Georgien und Aserbaidschan morgen in der ostanatolischen Grenzstadt Kars zusammenkommen.

Eigentlich wurde die Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke für Ende 2011 vorgesehen. Beim Gipfel der Verkehrsminister werden auch die Schwierigkeiten bezüglich dieses Projektes in die Hand genommen werden. Es wird erwartet, dass Verkehrsminister Binali Yıldırım und seine georgische und aserbaidschanische Amtskollegen die Schienenverlegung in diesem Projekt starten.

Im Rahmen dieses Projektes wird es vorgesehen, dass die Eisenbahnstrecke zwischen Kars-Tiflis-Baku auch mit den nationalen Eisenbahnlinien der drei Länder verbindet wird, damit nicht nur die drei Länder, sondern alle Eisenbahnlinien von China bis England zusammengebunden werden.

Türkei entwickelt eigene Laser-Waffe
Mit Hilfe des Wissenschafts- und Technologieforschungsrats der Türkei (TÜBİTAK) ist die Türkei offenbar dabei, ein nationales Laser-Waffensystem zu entwickeln. Ministerium für Wissenschaft und Industrie gab das bekannt. Industrieminister Nihat Ergün stellte in Aussicht, dass das Projekt binnen fünf Jahren abgeschlossen sein könnte. Jetzt will die Türkei das nachmachen, dass es die US-Navy mit ihrem Laser Weapon System (LaWS) vorgemacht hat. Ein eigenes Laser-Waffensystem soll mit Hilfe des TÜBİTAK entwickelt werden.

Nach Angaben von Minister Ergün habe die Türkei bereits mit der Forschung begonnen. Das Ziel seien Technologien, die dem LaWS ähnlich sind, das kürzlich von der US-Navy eingeführt worden ist. Man werde dabei von der TÜBİTAK unterstützt. Es würde jedoch von den dann vorherrschenden Bedürfnissen der türkischen Armee abhängen, ob das System einmal in Serie gehen werde, sagte Ergün.

Bildungsministerium erlaubt Unterricht auf Kurdisch
Bildungsministerium der Türkei erlaubt privaten Schulen des Landes künftig, Unterricht in kurdischer Sprache anzubieten. In den kommenden Tagen soll bereits ein entsprechendes Änderungspaket vorgestellt werden.

Nun kommt erneut Bewegung in die Kurdenfrage nur wenige Tage nach einem Signal an die alevitische Bevölkerung der Türkei. Das türkische Bildungsministerium ist offenbar bestrebt, künftig Kurdisch als Unterrichtssprache in Privatschulen zuzulassen. Als Wahlfach ist Kurdisch seit dem vergangenen Schuljahr an staatlichen Schulen eingeführt. Das Thema Bildung in der Muttersprache soll darin verankert sein. Nur als Wahlfach soll Kurdisch allerdings weiterhin an staatlichen Schulen angeboten werden.

Jedoch muss erst Artikel 42 der Verfassung abgeändert werden. Derzeit ist dort festgeschrieben, um Unterricht auf Kurdisch zu ermöglichen. Daneben auch eine Änderung des Gesetzes Nr. 5580 über private Bildungseinrichtungen notwendig.

Fenerbahçe und Beşiktaş vom europäischen Wettbewerb ausgeschlossen
Beşiktaş und Fenerbahçe, Die Top-Klubs des türkischen Fußballs, werden für die kommende Spielsaison vom europäischen Wettbewerb ausgeschlossen, wie die UEFA verkündete. Im Gegensatz zu Fenerbahçe hatte Beşiktaş noch gute Chancen, eventuell ohne Strafe davon zu kommen. Doch nun erwartet Beşiktaş eine schwere Saison. Denn mit dem Stadionneubau und der internationalen Sperre werden die „Adler“ es nicht einfach haben.

In der Türkei gehen die Folgen der Manipulationsskandale weiter. Nachdem die UEFA sich vergangene Woche die Verteidigungen beider türkischer Vereine angehört hatte, verkündete sie an diesem Dienstag ihr Urteil. Das Urteil für Fenerbahçe fiel hingegen schwerer aus. Nachdem der Verein schon nach Bekanntgabe des Manipulationsskandals für die nächste Saison vom internationalen Wettbewerb ausgeschlossen wurde, bekamen sie nochmals 2+1 Jahre dazu. Fenerbahçe darf demnach die nächsten zwei Jahre nicht mehr international antreten. Man kann das eine Plusjahr als eine Art Bewährungszeit für die nächsten fünf Jahre sehen. Das wird eine Jahr noch dazugegeben, falls Fenerbahçe in den nächsten fünf Jahren nochmals negativ auffällt.

Mittelmeerspiele 2013… Große Erfolge der türkischen Athleten
In der südanatolischen Stadt Mersin am Mittelmeer ringen die Athleten seit dem 20. Juni um die Medaillenplätze, während gleichzeitig die FIFA U20 WM ausgetragen wird. Es gibt insgesamt Wettbewerbe in 27 Sportarten. Türkische Ringerinnen räumen Medaillen ab. Für die türkischen Sportler war der vergangene Montag besonders erfolgreich. Gleich drei Medaillen staubten sie an nur einem Tag ab.

Für die türkischen Teilnehmer der 17. Mittelmeerspiele hätte der vergangene Montag nicht besser laufen können. Im Wettbewerb die Nase vorn haben vor allem die türkischen Ringerinnen. Ümit Şamiloğlu gewann Gold am Reck. Silber gab es hier für Ibrahim Çolak. Ferhat Arıcan sicherte sich zudem Edelmetall am Parallelbarren.

Auch die türkischen Damen taten sich besonders hervor. Es gab im Freistilringen für sie gleich drei Mal Gold und zwei Mal Silber. Elif Jale Yeşilirmak entschied den Wettbewerb in der Kategorie bis 63 Kilogramm im Kampf gegen die Italienerin Maria Diana für sich. Bronze ging an Irene Garcia aus Spanien sowie Agoro Papavasileiou aus Griechenland. Ebenso erfolgreich zeigte sich Yasemin Adar in der Kategorie bis 72 Kilogramm. Sie bezwang die Ägypterin Nadia Ahmad. In der Abteilung bis 59 Kilogramm setzte sich Hafize Şahin gegen Hayat Youssef durch. Es reichte immerhin für Sümeyye Sezer und Burcu Kebiç zu Silber in der Kategorie bis 48 bzw. 51 Kilogramm.

Presseschau der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World)

Ziel der Aktionen ist die wirtschaftliche Stabilität
Unter dem Titel „Ziel der Aktionen ist die wirtschaftliche Stabilität“ veröffentlicht die Zeitung Sabah, die Worte von Ministerpräsident Erdogan über die Gezi Park Vorfälle. Ziel sei die türkische Wirtschaft gewesen. Einige Kreise hätten versucht eine Operation zu verwirklichen. Ministerpräsident Erdogan habe vor der Fraktion der AKP die Gezi Park Demonstrationen und die Entwicklungen in der türkischen Wirtschaft bewertet. Einige Kreise hätten versucht, die Demonstranten für eine Operation gegen die türkische Wirtschaft auszunutzen. Die Demonstranten seien für ein sehr schmutziges Spiel gegen die Türkei ausgenutzt worden. Die Vorfälle seien in einer sehr übertriebenen Weise ins Ausland vermittelt worden.

Signal eines Referendums in Brasilien
Das Tagesblatt Haber Türk berichtet über die Entwicklungen in Brasilien. Unter der Überschrift „Signal eines Referendums in Brasilien“ schreibt das Blatt, die Menschen würden gegen Korruption und schlechte Dienstleistungen demonstrieren. Die brasilianische Staatspräsidentin Dilma Rousseff habe die Abhaltung eines Referendums und Reformen in der Politik versprochen. Nach einer Sitzung mit Vertretern der Demonstranten und lokalen Verwaltungen habe Rousseff angekündigt, dass 25 Milliarden Dollar für neue Investitionen und Stadtprojekte ausgegeben werden.

Obama kämpft für Umwelt
In der Tageszeitung Milliyet ist eine Nachricht unter dem Titel „Obama kämpft für Umwelt“ zu lesen. Obama bereite sich auf einen mutigen Plan für Umweltschutz vor. Wichtigster Schritt im Plan sei die Reduzierung von CO2 Ausstoßes aller Kraftwerke in den USA. In der Nachricht wird darauf hingewiesen, dass die Obama-Administration bei einem früheren Vorstoß gescheitert war. Obama wolle zunächst die Emissionen bestehender Kraftwerke reduzieren. Als nächster Schritt sollen dann entsprechende Bestimmungen für künftige Kraftwerte beschlossen und umgesetzt werden. Washington könne künftig auch die Unterstützung von Kraftwerken im Ausland beenden, die mit Kohle betrieben werden.

UEFA schließt Besiktas und Fenerbahçe aus
Die Zeitung Hürriyet räumt dem Ausschluss der türkischen Fußballvereine Fenerbahce und Besiktas von europäischen Wettbewerben Platz ein. Dies könne die Einnahmen der beiden Fußballvereine sehr beeinträchtigen. Fenerbahce Istanbul hätte, bei einer Teilnahme an der Champions League einen Gewinn in Höhe von 35 Millionen Euro erzielt. Auch Besiktas müsse einen Verlust in Höhe von 15 Millionen Euro hinnehmen, da der Fußballverein nicht an EUFA Spielen teilnehmen könne. Der finanzielle Verlust der beiden Fußballvereine liege bei 50 Millionen Euro.