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Integration in den Kommunen

Böhmer fordert Willkommenskultur auch in Ausländerbehörden

Maria Böhmer hat an die Kommunen appelliert, den Ausbau einer echten Willkommens- und Anerkennungskultur verstärkt voranzutreiben. Erforderlich sei ein Klimawandel – auch in den Ausländerbehörden.

Deutschland entwickelt sich zunehmend zu einem Zielland für gut qualifizierte Zuwanderer. Wie die jüngste OECD-Studie zeigte, profitiert Deutschland wirtschaftlich von dieser Einwanderungswelle. Die Studie zeigte aber auch, dass es Deutschland nicht gelingt, die Einwanderer zu halten. Viele bleiben nur für kurze Zeit in Deutschland. So kehren etwa die Hälfte der Griechen schon innerhalb des ersten Jahres wieder in die Heimat zurück. Bei den Spaniern waren es sogar zwei Drittel. Liegt es an der mangelnden Willkommenskultur?

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), jedenfalls appellierte an die Kommunen, den Ausbau einer echten Willkommens- und Anerkennungskultur verstärkt voranzutreiben. Es sei wichtig, „die Fachkräfte auf Dauer in unserem Land zu halten. Ob sich die qualifizierten Zuwanderer bei uns heimisch fühlen, entscheidet sich insbesondere in den Kommunen. Gerade hier vor Ort brauchen wir eine echte Willkommens- und Anerkennungskultur“, so Böhmer am Dienstag anlässlich des 7. Bundeskongresses für Nationale Stadtentwicklungspolitik in Ludwigshafen

Viele Kommunen hätten sich beim Ausbau einer Willkommens- und Anerkennungskultur erfolgreich auf den Weg gemacht. „Jetzt ist es dringend geboten, diesen Prozess zu beschleunigen. Besonders wichtig ist die Haltung der Ausländerbehörden: Sie sind oft erste Anlaufstationen auch für qualifizierte Zuwanderer. Umso dringlicher ist der konsequente Ausbau der Ausländerbehörden zu wirklichen Servicestellen“, erklärte Böhmer. Der „gesellschaftliche Klimawandel“ hin zu einer gelebten Willkommenskultur gelinge nur, wenn alle an einem Strang ziehen. (hs)