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Bundesanstalt für Arbeit, Repräsentativuntersuchung ’72 über die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer…, 1973

Türkische Presse Türkei

07.06.2013 – Erdoğan, Türkei, Gezi Park, Istanbul, Doppelpass

Die Themen des Tages sind: Erdoğan beendete seiner Viertägigen Nordafrika-Reise; Trotz Der Proteste Wolle An Dem Geplanten Bauprojekt Im Gezi Park festhalten; In der Türkei sieht die internationale Ratinagentur Fitch keine weiteren negativen Folgen für das Land; Mehrheit der Deutschen befürwortet doppelte Staatsbürgerschaft

VONBYEGM, TRT

DATUM7. Juni 2013

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RESSORTTürkische Presse Türkei

QUELLE Die “Türkische Presse Türkei” wird MiGAZIN von der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara und der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt (TRT-World) zur Verfügung gestellt und unverändert übernommen.

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Presseschau der Generaldirektion für Presse und Information in Ankara

Erdoğan beendete seiner Viertägigen Nordafrika-Reise
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan beendete seine viertägige Nordafrika-Reise und kehrte in die Türkei zurück. Auf dem Flughafen wurde der Ministerpräsident von einer breiten Masse empfangen. In seiner hier gehaltenen Rede wies Erdoğan auf Einheit und Zusammenhalt hin und fügte folgendes hinzu, „Wir haben bislang zwischen 76 Millionen Bürgern nicht unterschieden. Wir haben Ihnen gedient. Was auch geschehen möge, so sollte es innerhalb der Demokratie und des Rechts geschehen.”

Trotz der Proteste wolle an dem geplanten Bauprojekt im Gezi Park festhalten
Die Borsa Istanbul 100 (BIST 100) ist gestern eingebrochen. Denn, Erdoğans sture Haltung in der Abriss-Frage des Gezi Parks hat sich negativ auf die Istanbuler Börse ausgewirkt. Der Index fiel im Tagesverlauf zeitweise auf ein Jahrestief und konnte sich dann etwas fangen. Insbesondere Aktien-Verkäufe durch ausländische Anleger sollen Ausschlaggebend für den Kursrutsch gewesen sein. Nach Erdoğans Ankündigung in Tunesien, dass er trotz der Proteste in seiner Heimat, an dem geplanten Bauprojekt im Gezi Park festhalten wolle

In der Türkei sieht die internationale Ratinagentur Fitch keine weiteren negativen Folgen für das Land
In der Türkei scheinen sich die aktuellen Massendemonstrationen und Ausschreitungen weder positiv noch negativ auf die Bonitätsnote des Landes auszuwirken. In den Unruhen in der Türkei sieht die internationale Ratinagentur Fitch keine weiteren negativen Folgen für das Land. Derartige Vorkommnisse seien in ihrer Bewertung der türkischen Bonitätnote berücksichtigt worden. Der Fitch-Analysten Paul Rawkins sagt: „Die Unruhen in der Türkei wurden bei der Bewertung der Kreditwürdigkeit berücksichtigt“. Deshalb habe Fitch keine Herabstufung vorkommen. Die Unruhen sollen bisher keinen negativen Einfluss auf die Wirtschaftslage gehabt haben. „Tagsüber merkt man von den Protesten außerhalb von Taksim eigentlich gar nichts, nur in Taksim und den umliegenden Gebieten ist alles ziemlich demoliert. Besonders interessant: Gasmasken, Helme und Schutzbrillen sind der Renner in Taksim, alle zehn Meter findet man Verkaufsstände“ so sieht man die Lage.

Ministerpräsident Erdoğan hält weiterhin am Abriss des Gezi Parks am Taksim-Platz fest
Der Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan gibt immer noch nicht nach. Er hat auf seinem aktuellen Staatsbesuch in Tunesien zum wiederholten Male bekräftigt, dass der Abriss des Gezi Park erfolgen werde. Unterstellungen gegen Demonstranten, hatte er auch zu bieten. Also, Ministerpräsident Erdoğan bleibt stur. Mehr noch: Erdoğan setzt die Demonstranten mit den Attentätern gleich, die Anfang Februar einen Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Ankara verübt hatten. Erdoğan sagte auch, dass er sein Bedauern ausspreche für die Vorkommnisse. Doch es gebe kein Land auf der Welt, welches auf den Einsatz von Tränengas verzichte. „Wir sind darauf bedacht, die Rechte der Mehrheit zu schützen“ so Erdoğan.

Mehrheit der Deutschen befürwortet doppelte Staatsbürgerschaft
Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage ist die Mehrheit der Deutschen dafür, dass Ausländer bei der Einbürgerung ihren alten Pass behalten dürfen. Das gilt auch für die Anhänger fast aller im Bundestag vertretenen Parteien – bis auf die CSU-Anhänger. Erst am Vortag scheiterte die Opposition jedoch im Bundestag mit Vorstößen zur Streichung der Optionspflicht im Staatsangehörigkeitsrecht.

Die Türkische Gemeinde zu Berlin hatte sich mit einer Online-Petition Anfang des Jahres an den Deutschen Bundestag gewandt und für die doppelte Staatsbürgerschaft stark gemacht. Fast 57.000 Mitzeichner, davon 54.355 in Deutschland, wollten erreichen, „dass Menschen in Deutschland die Möglichkeit der doppelten Bürgerschaft erhalten“. Dieser Trend der Befürwortung einer doppelten Staatsbürgerschaft spiegelt sich nun ach in einer aktuellen Forsa-Umfrage wieder. „Sollte man bei der Einbürgerung in Deutschland grundsätzlich die ausländische Staatsbürgerschaft behalten dürfen?“ hätten die Mehrheit der Deutschen, nämlich 53 Prozent mit „ja“ geantwortet. Lediglich 42 Prozent meldeten sich mit „nein“.

Der Countdown für die FIFA U20-WM in der Türkei läuft
In der Türkei läuft der Countdown für die U20-WM. Und das türkische Team will dem internationalen Fußballzirkus beweisen, dass es hier genau richtig ist. Zu Recht, so die Botschaft, gehören sie zu den besten Jugendmannschaften der Welt. Die Vorbereitungen sind mittlerweile in die heiße Phase eingetreten. Der Druck auf die jungen Leute ist immens. Mindestens einer Halbfinalisten will die türkische Mannschaft sein.

Seit Monaten zeigt sich Coach Feyyaz Uçar begeistert von der Aussicht, vor heimischem Publikum spielen zu dürfen. Der Trainer sagt: „Wir wollen die Gruppe vorantreiben und spielen jedes folgende Spiel, als ob es das Finale wäre. Wir wollen mindestens das Halbfinale sehen“. Für die Türkei gilt es von 21. Juni bis 13 Juli 2013. Die FIFA U-20 Weltmeisterschaft, immerhin das zweitgrößte Fußballturnier aller Zeiten der FIFA, wird in sieben türkischen Städten ausgetragen. In der Endrunde treten insgesamt 24 Mannschaften an. Aus Europa kommen sieben Teams, vier aus Afrika, vier aus Nord – bzw. Mittelamerika, vier aus Sodamerika sowie aus Asien. Zudem wird eine Mannschaft aus Ozeanien dabei sein. Das hat jemals die größte internationale Fußballturnier U20-WM in der Türkei stattgefunden.

Akaçakale-Grenzübergang wieder geöffnet
Der Minister für Zoll- und Handel Hayati Yazıcı gab bekannt, dass der Akçakale-Grenzübergang, der zugleich den Übergang zur Syrien ermöglicht, wieder geöffnet wurde. Yazıcı sagte, dass der Übergang am 2. Mai aufgrund einiger Ereignisse aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen worden sei. Mit der Wiederöffnung des Grenzüberganges werde der Übergang von kleinen Fahrzeugen, Export von Waren sowie humanitäre Hilfe ermöglicht.

Gedenken an Diplomaten
Nach Bemühungen der türkischen Botschaft in Lissabon, wurde ein Denkmal zum Gedenken an die Opfern der Terrororganisation ASALA fertig gestellt. Dem ASALA-Anschlag vom 1982-1983 waren die Botschafter Erkut Akbay, Nadide Akbay, Cahide, Mıhçıoğlu und der portugiesischer Polizeibeamte Manuel Pacheco zum Opfer gefallenen, an die, mit dem vom portugiesischem Bildhauer Francisco Simones fertiggestelltes Denkmal gedacht werden soll. Das Denkmal wird heute eingeweiht.

Der Filmfestival „Rote Tulpe“
In Rotterdam hat das Filmfestival „Rote Tulpe“ begonnen. Bis zum 9. Juni werden während des Festivals 26 türkische Filme, darunter Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme dem Publikum vorgeführt. Das Filmfestspiel wurde mit dem Film „Yük“ („Last“) von Erden Kıral eröffnet. Der berühmten Schauspielerin Demet Akbağ wurde der „Erfolgspreis“ und Kıral der „Ehrenpreis“ überreicht.

Beim Wettbewerb wird „Devir –Zyklus“ von Derviş Zaim, „Elveda Katya -Lebewohl Katya“ von Ahmet Sönmez, „Geriye Kalanlar – Was zurück bleibt“ von Ciğdem Vitrinel, „Gözetleme Kulesi – Der Wachturm“ von Pelin Esmer, „Jin – Dämon“ von Reha Erdem, „Lal Gece – Die stumme Nacht“ von Reis Çelik und „Tepenin Ardı – Hinter dem Hügel“ von Emin Alper gegeneinander antreten.

Der Preis in der Kategorie „Bester Regisseur“ ist mit 5.000 Dollar und der „Beste Film“ mit 5.000 Euro dotiert.

Das Filmfestival „Rote Tulpe“ wird zum ersten Mal abgehalten. Ziel ist es dem niederländischen Publikum die türkische Kinowelt näher vorzustellen.

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