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Migration und Integration in Deutschland

[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

TV-Tipps des Tages

30.04.2013 – Migranten, NSU Terror, Türken, Zschäpe, Neonazi, Afghanistan

TV-Tipps des Tages sind: NSU – Rechter Terror: Einen detaillierten Blick auf den NSU-Terror. Wie ist das Phänomen NSU zu erklären? Wie sind Neonazis organisiert? Was macht die Politik dagegen? Das Oberlandesgericht München hat den Beginn des NSU-Prozesses vom 17. April auf den 6. Mai verschoben. Die Akkreditierung soll wiederholt werden. Salam Alaikum Kabul – Die Zukunft Afghanistans

THEMA: NSU – Rechter Terror
Dokumentation – Das Oberlandesgericht München hat den Beginn des NSU-Prozesses vom 17. April auf den 6. Mai verschoben. Die Akkreditierung soll wiederholt werden. Bereits im Vorfeld beschäftigt sich PHOENIX ausführlich mit dem NSU-Prozess.

Im THEMA wirft PHOENIX einen detaillierten Blick auf den NSU-Terror. Wie ist das Phänomen NSU zu erklären? Wie sind Neonazis organisiert? Was macht die Politik dagegen?

PHOENIX-Moderatorin Elif Senel spricht im Rahmen der Sendung auch mit Prof. Fabian Virchow, dem Leiter des Forschungsschwerpunktes Rechtsextremismus an der Fachhochschule Düsseldorf.

Die Nazi-Morde: Ein Film von John Goetz, Christian Fuchs, Anna Orth und Anke Hunold

Kreuz und quer durch die Bundesrepublik Deutschland fuhren sie von Mord zu Mord, von Raub zu Raub. Niemand in der Bevölkerung verstand, wer da eine Blutspur hinterließ, zehn menschenverachtende Morde, Sprengstoffanschläge, Raube. Die Enthüllungen über die Taten der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) haben die Republik verändert. Die NDR Dokumentation „45 Min – Die Nazi-Morde“ geht der Frage nach: Warum hat niemand erkannt, wer hinter der Mordserie stand?

Ab 17. April 2103 wird Beate Zschäpe, die einzige Überlebende des Terrortrios, vor Gericht stehen. Wer ist die Frau, die sich wegen Mittäterschaft an zehn Morden verantworten muss? Nachbarn und Freunde des Trios sprechen erstmals öffentlich und geben Einblicke in das Leben von Beate Zschäpe.

Für die Angehörigen der Opfer geht es angesichts des bevorstehenden Prozesses auch darum, wie die Gesellschaft mit Rechtsextremismus umgeht. So fragen sich die Geschwister Simsek, deren Vater das erste der zehn Mordopfer war, bis heute, warum niemand ihre Vermutungen, ihr Vater sei Opfer von Rechtsextremisten geworden, hat hören wollen. „Man hat zu uns gesagt, nein, nein. Wenn es Neonazis gewesen wären aus der rechten Szene, hätten die ein Bekennerzeichen hinterlassen“, erinnert sich Semiya Simsek an die Antwort der Ermittler. Sie meint, es waren doch neun Opfer mit Migrationshintergrund, das sei doch eine Botschaft.

Geheimdienste und Polizei versagten in einer Form, wie es bis dahin in Deutschland undenkbar war. Doch auch diejenigen, denen man für gewöhnlich zutraut, die Gefahr des Terrors von rechts im Blick zu haben, Rechtsextremismus-Experten, kritische Medien und Linksaktivisten, haben versagt. Auch sie haben der Theorie der Ermittler, nach der die Mordserie im organisierten Verbrechen stattfand, nicht ernsthaft infrage gestellt. Dabei gab es Mahner. Doch ihre Stimmen gingen unter. Opfer und Hinterbliebene kommen ebenso wie verantwortliche Politiker zu Wort. Journalisten schildern eindrucksvoll ihr Erschüttern über die eigene Staatsgläubigkeit.

Der Film blickt auch auf die Zivilgesellschaft in Deutschland und fragt: Was hat der Nationalsozialistische Untergrund mit uns zu tun? Was lernen wir aus den Morden an unseren Mitbürgern? Aktuelle, neue Dokumente veranschaulichen die Radikalisierung der Zelle und ihren mörderischen Plan, exklusives Bildmaterial erlaubt bisher unbekannte Einblicke in das Leben „der Terroristen von nebenan“. 12:00-13:15 • PHOENIX

Salam Alaikum Kabul – Die Zukunft Afghanistans
Ende 2014 beginnt für die Menschen in Afghanistan ein neuer Zeitabschnitt. Mit dem Jahreswechsel endet nach zwölf Jahren der Kampfeinsatz der Bundeswehr am Hindukusch. Wie sieht die Zukunft des Landes nach dem Truppenabzug aus? Was denken die Afghanen? Welche Konflikte bleiben?

Die 30-minütige PHOENIX-Reportage? Salam Alaikum Kabul? Die Zukunft Afghanistans? beschäftigt sich mit der Situation im Land nach 2014. Kabul ist nicht Afghanistan? aber dort leben sowohl die Mächtigen als auch die einfachen Menschen. In dem Film kommen ausschließlich Afghanen zu Wort und äußern ihre Sorgen, Nöte, Ängste, Träume und Hoffnungen.

Autor Boris Barschow war zuvor bereits drei Mal als Soldat in Afghanistan, seit sieben Jahren bloggt er über das Land. Jetzt bereiste er die Islamische Republik erstmals in Zivil und betrachtete das Land mit Video-Equipment und Smartphone aus einer neuen Perspektive.Barschow drehte im High Peace Council, der Behörde, die für die Reintegration der Taliban in die afghanische Gesellschaft zuständig ist, und sprach dort mit einem ehemaligen Führer der islamistischen Fundamentalisten. Er traf eine Präsidentschaftskandidatin und besuchte die Oberste Energiebehörde des unter Stromknappheit leidenden Landes. Außerdem wirft er einen Blick auf das 20-Milliarden-US-Dollar-Mammutprojekt? Kabul New City? ? innerhalb von 25 Jahren soll im Norden Afghanistans eine Retortenstadt für mehr als drei Millionen Menschen entstehen. 21:45-22:15 • PHOENIX

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